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SV Wehen Wiesbaden gewinnt den Hessenpokal – Sieg gegen SG Barockstadt Fulda-Lehnerz

Das Team von Daniel Scherning krönt am Samstag eine nervenaufreibende Partie auf dem Bieberer Berg mit dem Gewinn des Hessenpokals. Nach Führungstor in der ersten Halbzeit, Ausgleich und erneuter SVWW-Antwort bringt der Drittligist das knappe 2:1 gegen Fulda-Lehnerz über die Ziellinie.

Von: |Erschienen am: 23. Mai 2026 18:29|

Fotos: Jan Hübner / Patrick Schreiber

Nach dem erfolgreichen Saisonabschluss gegen TSG Hoffenheim II lag der Fokus in der vergangenen Woche voll auf dem Hessenpokalfinale. Mit einem Sieg wäre das Ticket für die erste Hauptrunde im DFB-Pokal gelöst. Für einige Spieler war es zudem das letzte Pflichtspiel im Trikot des SV Wehen Wiesbaden, darunter Rekordspieler Sascha Mockenhaupt, der zum letzten Mal für die Rot-Schwarzen auflief.

Keine Wechsel in der Startelf

Der SVWW trat mit derselben Startformation wie zuletzt an. Beim Regionalligisten SG Barockstadt Fulda-Lehnerz gab es hingegen eine Veränderung im Vergleich zum jüngsten Ligaspiel. Bei sommerlichen Temperaturen wurde die Partie auf dem Bieberer Berg in Offenbach angepfiffen. Beide Fanlager sorgten mit kleinen Pyroeinlagen für eine stimmungsvolle Kulisse zu Beginn.

Regionalligist mit den besseren Chancen

Nach rund fünfzehn Minuten nahm das Finale Fahrt auf. Fulda hatte die erste gute Möglichkeit: Einen Freistoß von Sebastian Schmitt (13.) aus halbrechter Position faustete SVWW-Keeper Florian Stritzel aus der Gefahrenzone. Auch der zweite Ball wurde brenzlig, doch in der Mitte verpasste ein Fuldaer den Abschluss.

Der SVWW setzte erstmals nach einem Konter über Lukas Schleimer (15.) ein Ausrufezeichen, doch die SG Barockstadt klärte im letzten Moment. Die Osthessen blieben gefährlich: Göbel legte zentral auf Dittmann (18.), der den Ball jedoch nicht sauber traf. Auf der Gegenseite versuchte es Fatih Kaya (28.) aus der Distanz, deutlich über das Tor.

Janitzek bringt den SVWW in Führung

Ein sauber ausgespielter Angriff nach einem Freistoß brachte die Wiesbadener Führung. Ein langer Ball von Suarez erreichte Flotho, der zentral auf Justin Janitzek (37.) ablegte. Der Verteidiger traf aus rund sieben Metern zum 1:0. Auf der Gegenseite pararierte Florian Stritzel einen strammen Schuss von Pomnitz (42.) aus spitzem Winkel. Kurz vor der Pause musste Fulda-Keeper Samuel Zapico gegen Gözüsirin (45.+1) retten. Zwei Minuten später scheiterte Schleimer ebenfalls am Schlussmann.

Fulda gleicht aus – SVWW antwortet sofort

Ohne Wechsel ging es in die zweite Hälfte. Fulda nutzte einen Fehler im Spielaufbau eiskalt: Pomnitz luchste Flotho den Ball ab, lief allein auf Stritzel zu und traf flach ins rechte Eck zum Ausgleich.

Der SVWW zeigte jedoch eine direkte Reaktion. Flotho köpfte nach einer May-Flanke (51.) zunächst knapp vorbei, doch wenig später war die erneute Führung perfekt: Flotho eroberte den Ball und bediente Schleimer (59.), der zum 2:1 einschob.

Ein weiter Ball auf Gözüsirin leitete eine weitere gute Möglichkeit ein, doch Kaya (72.) wurde im letzten Moment gestoppt. Wiesbaden verteidigte den Vorsprung und suchte in der Schlussphase die Entscheidung ohne großes Risiko einzugehen.

Gelb-Rot für Gillekens – SVWW rettet den Sieg

Sieben Minuten Nachspielzeit sorgten noch einmal für Spannung. Jordy Gillekens (90.+3) sah nach Meckern die Gelb-Rote Karte, sodass der SVWW die Schlussminuten in Unterzahl bestreiten musste. Der Drittligist brachte das 2:1 jedoch über die Zeit.

Nach dem Schlusspfiff feierten Mannschaft und Fans ausgelassen den erneuten Gewinn des Hessenpokals. Kapitän Fatih Kaya und der scheidende Rekordspieler Sascha Mockenhaupt stemmten gemeinsam den Pokal in die Höhe. Am Abend wird das Team den Erfolg in einer Wiesbadener Location gebührend feiern.

Cimen: Bin Stolz auf meine Mannschaft

„Es war ein sehr enges Spiel. Wir wussten das wir auf einen spielstarken Gegner treffen und wussten das du nicht alles verteidigen kannst. Nach dem Rückschlag vor der Pause gelang uns der Ausgleich und hatten das Gefühl das Momentum auf unserer Seite zu haben. In dieser Phase fiel dann das 2:1. Wir wollten dann nicht zu viel Risiko gehen, aber auch der Gegner hat nicht das allerletzte Risiko gesucht. In den Schlussminuten haben wir dann noch mal alles probiert, mussten jedoch auf Kontersituationen aufpassen. Am Ende war es ein verdienter Sieg für Wehen Wiesbaden „, so Daniyel Cimen Trainer SG Barockstadt Fulda-Lehnerz.

Scherning: Finale musst Du auch erstmal gewinnen

„Wir sind auf die zweitbeste Rückrundenmannschaft der Regionalliga getroffen. Besonders in der ersten Halbzeit haben sie uns das Leben nicht einfach gemacht. Wir mussten froh sein, dass Gillekens, dass 0:1 verhindert hat. Wir gehen mit einem Überraschungsmoment in Führung, vor der Pause haben wir weitere Chancen zum 2:0 nicht genutzt. Bei diesen Temperaturen wäre es dann extrem schwer gewesen für den Gegner. Es gab Anpassungen zur zweiten Hälfte, die kurze Zeit später nach dem Ausgleich hinfällig waren. Das 2:1 fiel relativ schnell und dann wurde es gut verteidigt. Den einen oder anderen Konter hätte man besser auspielen können. Wir sind am Ende froh das Ding gezogen zu haben. Ein Finale musst Du auch erst einmal gewinnen“, so SVWW-Coach Daniel Scherning nach dem Spiel.

Wen Scherning als ersten Gegner haben möchte, gab er direkt keine Antwort. Er wäre froh, wenn es ein Bundesliga bzw. Zweitligist wäre, den man potenziell schlagen könnte.

Kaya: Freue mich über den erneuten Hessenpokalsieg

„Es es war ein geiler Saisonabschluss. Ich durfte ihn bereits im letzten Jahr erleben. Das Ende der Saison war jetzt nicht so, wie wir uns das vorgestellt haben. Deswegen ist es umso schöner, dass wir den Hessenpokal geholt haben, für die Fans, für die Stadt und auch für den Verein. In diesem K.O.-Spiel hat Fulda einen guten Job gemacht. Hätten wir unsere Chancen klar ausgepielt, dann hätten wir den Sack früher zumachen können. Im Endeffekt sind wir froh, das wir den Pokal hochstemmen konnten. Ich freue mich auch für Sascha Mockenhaupt, das er sein letztes Spiel für den Verein auch so erfolgreich gestalten konnte“, so Kapitän Fatih Kaya.

Kaya würde sich über Dortmund, Bayern oder auch Leverkusen als ersten Gegner freuen.

Mockenhaupt: Mit einem Titel aufzuhören ist schön

„Wenn man das letzte Spiel für den Verein hat, dann mit einem Titel aufzuhören ist schön. Ursprünglich hatte ich gehofft mit dem Aufstieg, am Ende wurde es der Pokalsieg. Die ein oder andere erste DFB-Pokalrunde hat uns schon mal viel Energie gegeben. Es ist auch wichtig für den Verein. Ich konnte nach dem Spiel mit den Fans ausgelassen feiern. Den Banner haben sie mir geschenkt, ist überlege ihn zu Hause aufzuhängen“, so Mockenhaupt.

Der 34-Jährige möchte aktuell noch nicht die aktive Fußballkarriere beenden, sein körperlicher Zustand lässt es noch zu.  Ein Wechsel zu einem anderen Drittligisten schloss er jedoch aus. Am liebsten würde er gerne in der Region bleiben, auch wegen der Familie. Zurzeit werden noch alle Optionen geprüft, von Ausland, etwas Höherklassiges oder Regionales und dann verbunden mit einem Job. Mockenhaupt will viele Gespräche führen, freut sich jedoch ersteinmal auf den Urlaub ab Montag.

Neue Saison beginnt am 7. August

Der SV Wehen Wiesbaden verabschiedet sich nun in die Sommerpause. In Kürze wird der Verein den Fahrplan für die Sommervorbereitung veröffentlichen. Unter anderem ist am Samstag, 25. Juli, ein Testspiel gegen den FC Bayern München geplant.

Die neue Drittliga-Saison startet vom 7. bis 9. August. Die Auslosung der 1. DFB-Pokal-Hauptrunde findet am Samstag, 6. Juni, um 18:00 Uhr in der ARD-Sportschau statt. Hier wartet ein Gegner aus der 1. oder 2. Bundesliga.

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InfoBox

Hessenpokalfinale: SG Barockstadt Fulda-Lehnerz – SV Wehen Wiesbaden 2:1 (0:1)

SG Barockstadt Fulda-Lehnerz: Zapico – Kraft (77. Iljazi), Habermehl (84. Arcanjo-Köhler), Frey, Hillmann (73. Korzuscheck) – Göbel, Ivankovic – Sarpei, Pomnitz – Dittmann, Schmitt (63. Reinhard).

SV Wehen Wiesbaden: Stritzel –  Gillekens, Lewald, Janitzek – Mockenhaupt, Suarez (75. Fechner), Gözüsirin, May (61. Greilinger) – Kaya (c) (75. Kalem (90.+4 Neubert)), Schleimer (61. Johansson) – Flotho.

Tore:
0:1 Janitzek (37.)
1:1 Pomniz (48.)
2:1 Schleimer (59.)

Gelbe Karten:
Hillmann, Frey / Gözüsirin, Greilinger

Gelb-Rote Karte:
Gillekens (90.+3)

Zuschauer:
3.579