Fußball / Fotostrecke
SV Wehen Wiesbaden verliert Heimspiel gegen Aufsteiger Osnabrück in der Nachspielzeit
Der frischgebackene Zweitliga-Aufsteiger VfL Osnabrück gastierte am Sonntagnachmittag in der BRITA-Arena. Der SV Wehen Wiesbaden wollte nach sieben sieglosen Spielen endlich wieder ein Erfolgserlebnis feiern. Zur Halbzeit lagen die Rot-Schwarzen in Führung, doch Osnabrück drehte die Partie im zweiten Durchgang. Kurz vor Schluss gelang dem SVWW zwar noch der Ausgleich, in der Nachspielzeit traf der VfL erneut. Anschließend kam es zu einem Platzsturm der Gästefans.
Fotos: Andreas Volz
Das Team von Daniel Scherning wartet weiter auf ein Erfolgserlebnis. Beim FC Erzgebirge Aue holte der SV Wehen Wiesbaden zwar ein 2:2, doch trotz zweimaliger Führung und einer langen Schlussphase in Unterzahl reichte es erneut nicht zum Sieg. Gegen den Tabellenführer Osnabrück wollte man es am Sonntag besser machen.
Osnabrück bereits vor dem Anpfiff Meister
Die Begegnung gegen den Tabellenführer VfL Osnabrück stand unter besonderen Vorzeichen. Während die Mannschaft von Timo Schulz am Samstagnachmittag auf dem Weg ins Teamhotel war, bahnte sich die Entscheidung an: Aufstiegsrivale Rot-Weiss Essen verlor beim VfB Stuttgart II deutlich mit 1:6. Damit stand Osnabrück bereits am frühen Abend als Aufsteiger fest. Im Hotel in Wiesbaden wurde ausgelassen gefeiert.
Am Sonntag folgte die nächste gute Nachricht: Energie Cottbus unterlag beim MSV Duisburg mit 1:2, damit war auch die Drittliga-Meisterschaft für den VfL nicht mehr zu nehmen.
Schweigeminute für Rainer Baum
Der SVWW nahm im Vergleich zum letzten Pflichtspiel zwei Änderungen vor: Fabian Greilinger und Lukas Schleimer rückten in die Startelf. Verzichten musste Scherning auf Nikolas May (Gelb-Rot-Sperre), Gino Fechner (Muskelfaserriss), Florian Hübner (leichte Gehirnerschütterung), Orestis Kiomourtzoglou (muskuläre Probleme) und Ryan Johansson (Adduktorenprobleme). Die Gäste tauschten auf drei Positionen.
Vor dem Anpfiff wurde mit einer Schweigeminute an Ehrenmitglied Rainer Baum (79) erinnert, der über 1.000 Spiele für den SVWW bestritten hatte.
Aluminium auf beiden Seiten
Die Osnabrücker Fans sorgten für lautstarken Support in der BRITA-Arena. Der Tabellenführer begann druckvoll: Kammerbauer bediente Kopacz (5.), dessen Schuss aus 18 Metern von Keeper Florian Stritzel pariert wurde. Kurz darauf köpfte Wiemann nach einer Christensen-Ecke an die Latte.
Nach gut zehn Minuten wurde der SVWW erstmals gefährlich. Kaya eroberte den Ball in guter Position, verpasste aber den Abschluss. Auch die Hessen trafen Aluminium: Greilinger setzte den Ball in der 14. Minute an den rechten Pfosten. Es entwickelte sich ein offener Schlagabtausch. Stritzel klärte gegen Meißner (17.) und Henning (20.).
Gözüsirin trifft aus der Distanz
Nach Zuspiel von Schleimer fasste sich Gözüsirin aus rund 35 Metern ein Herz und traf zum 1:0 (32.). Jonsson war noch dran, konnte den Einschlag aber nicht verhindern. Kurz darauf ließ Flotho (36.) das mögliche 2:0 liegen und schoss überhastet über das Tor.
Osnabrück dreht die Partie – Eigentor bringt VfL in Führung
Zur zweiten Hälfte kam Badjie für Christensen. Osnabrück übernahm zunächst die Initiative, doch der SVWW hielt dagegen. In der 58. Minute gelang Badjie der Ausgleich, nachdem Meißner sich stark über die Seite durchgesetzt hatte. Nur drei Minuten später tauchte Badjie erneut frei vor Stritzel auf, der diesmal klären konnte. Auf der Gegenseite wurde Janitzek (62.) im letzten Moment geblockt.
Dann drehte Osnabrück das Spiel: Stritzel parierte zunächst gegen den freistehenden Meißner, doch beim nächsten Angriff fälschte Gillekens (68.) eine Hereingabe von Jacobsen unhaltbar ins eigene Tor ab. Der VfL blieb am Drücker. Meißner (72.) verzog knapp. Doch der SVWW kam zurück: Der eingewechselte Agrafiotis traf in der 86. Minute aus kurzer Distanz zum 2:2.
Last-Minute-Schock für den SVWW
Vier Minuten Nachspielzeit wuren angezeigt. Zunächst rettete Stritzel spektakulär auf der Linie. Doch in der 92. Minute war er machtlos: Rieselmann bediente Tesche, der zum 3:2 einschob. Die Polizei verhinderte zunächst einen Platzsturm, nach Abpfiff strömten die VfL-Fans dennoch auf den Rasen und feierten gemeinsam mit der Mannschaft den Aufstieg.
Schultz: Mannschaft hat trotzdem noch mal Gas gegeben
„Schon krass, hier am dritten Spieltag vor Saisonende zu sitzen und zu wissen: nicht nur aufgestiegen, sondern auch Meister.„Wir konnten wirklich einen tollen Tag erleben, sind schon aufgestiegen, haben heute die Meisterschaft gefeiert und trotzdem hat die Mannschaft noch mal Gas gegeben, das spricht für den Charakter der Truppe. Wir haben gestern Abend ganz gesittet gefeiert nach dem der Aufstieg bereits dort feststand. Bis Mittwochnachmittag hat das Team frei“, so der Osnabrücker Coach Timo Schultz.
Scherning: Starke Rückrunde von Osnabrück
Daniel Scherning gratuliert dem VfL Osnabrück zum verdienten Aufstieg: „Ein absolut verdienter Aufstieg, gerade in der Rückserie. Wenn man so konstant siegt, so konstant Punkte holt, zu wenig Gegentore bekommt, dann ist man am Ende absolut verdient Meister dieser Liga“, so der Trainer. Kritisch ist Scherning zu seiner Mannschaft: „Wir kriegen zu viele Gegentore, das stört mich extrem, weil es die Basis für Erfolg ist. Insgesamt war es zu wenig Konsequenz in der Defensive und zu wenig Effizienz im eigenen Strafraum das macht es am Ende im Unterschied. Das Thema beschäftigt uns seit mehreren Wochen. Stimmt der Einsatz dann ist es für jeden Sportler, glaube ich, eine Motivation, wenn du eine andere Mannschaft aufsteigen siehst“, so der Coach abschließend.
Gözüsirin: Sind 100 Prozent selbst dran schuld
„Schön, dass man ein Tor macht und das Spiel einleitet, aber am Ende des Tages verlieren wir wieder. Das ist mir für mein Tor auch egal, wir gewinnen das Spiel nicht und sind da zu 100 Prozent selbst dran schuld. Das zieht sich mittlerweile durch die Saison, deswegen stehen wir auf Platz 9. Wir wissen, dass wir die Qualität haben, Gegner wie Osnabrück zu schlagen. Das haben wir in der Hinrunde gezeigt. Heute sind wir sehr sauer, ich bin gerade sehr aufgeladen. Aber wir sind alle Sportler und müssen morgen wieder weitermachen und den Kopf frei bekommen“, sagt Tarik Gözüsirin nach dem Spiel.
Letztes Auswärtsspiel in Cottbus
Am Samstag, 9. Mai, steht das letzte Auswärtsspiel der Saison an. Der SVWW gastiert beim Aufstiegsaspiranten Energie Cottbus, Anpfiff ist um 14:00 Uhr. Fehlen wird Fabian Greilinger, der seine fünfte Gelbe Karte sah.
Eine Fotostrecke mit 137 Bildern vom Spiel gibt es hier:
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InfoBox
SV Wehen Wiesbaden – VfL Osnabrück 2:3 (1:0)
SV Wehen Wiesbaden: Stritzel – Neubert (81. Agrafiotis), Gillekens, Janitzek – Mockenhaupt (76. Nink), Bogicevic, Gözüsirin, Greilinger – Kaya, Schleimer – Flotho.
VfL Osnabrück: Jonsson – Janotta, Müller (c), Wiemann – Kammerbauer, Christensen (46. Badjie), Henning (76. Tesche), Jacobsen (84. Wagner), Kopacz (76. Rieselmann), Lesueur (65. Pröger) – Meißner.
Tore:
1:0 Gözüsirin (32.)
1:1 Badjie (58.)
1:2 Gillekens (68. ET)
2:2 Agrafiotis (86.)
2:3 Tesche (90.+2)
Gelbe Karten:
Greilinger (5. GK), Janitzek, Flotho / –
Schiedsrichterin:
Ben Henry Uhrig
Zuschauer:
7.867
3. Liga Saison 2025/26
37. Spieltag | Samstag, 9. Mai, 14:00 Uhr FC Energie Cottbus – SVWW
38. Spieltag | Samstag, 16. Mai, 13:30 Uhr SVWW – TSG Hoffenheim II
Hessenpokalfinale
Samstag, 23. Mai, SG Barockstadt Fulda-Lehnerz – SVWW in Offenbach

Das Team von Daniel Scherning muss sich am 35. Spieltag trotz zweimaliger Führung mit einem Unentschieden beim FC […]


