Abstimmung
Wiesbadener Grüne stimmen Maracuja-Koalitionsvertrag zu und gehen mit CDU, FDP und Volt in Vierer-Regierung
Nach sieben Wochen zähem Ringen hinter verschlossenen Türen steht das neue Machtbündnis für die hessische Landeshauptstadt. Auf einer hochdynamischen Kreismitgliederversammlung am Samstagnachmittag haben BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN Wiesbaden dem Koalitionsvertrag der neuen „Maracuja“-Allianz zugestimmt. Im Bürgersaal der Biebricher Galatea-Anlage stimmten nach einer intensiven und kontroversen Debatte 85 Prozent der Basis für den Eintritt in das Vierer-Bündnis mit CDU, FDP und Volt.
Foto: Die Grünen Wiesbaden
Der Weg für das neue Vierer-Bündnis im Wiesbadener Rathaus ist frei: Nach Volt und der CDU hat am Samstagnachmittag, 22. August 2026, auch BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN Wiesbaden dem ausgehandelten Koalitionsvertrag zugestimmt. Auf einer gut besuchten Mitgliederversammlung im Bürgersaal der Biebricher Galatea-Anlage votierten die Parteimitglieder nach intensiver und engagierter Debatte mit einer deutlichen Mehrheit von 85 Prozent für den Eintritt in die neue „Maracuja“-Koalition mit CDU, FDP und Volt.
„Tragfähiger Vertrag mit starker grüner Handschrift“
Dem Beschluss waren sieben Wochen intensiver Verhandlungen vorausgegangen. Co-Kreisvorsitzender Daniel Schmitt zog ein positives Fazit des Verhandlungsergebnisses:„Wir haben in den vergangenen sieben Wochen intensiv und konstruktiv verhandelt. Das Ergebnis ist ein tragfähiger Koalitionsvertrag, der wichtige Impulse für die Zukunft Wiesbadens setzt und eine starke grüne Handschrift trägt. Wir treten selbstbewusst in diese Koalition ein und wollen die kommenden Jahre nutzen, um für Wiesbaden konkrete Verbesserungen zu erreichen.“
Als zentrale Kernanliegen verankerten die Grünen ambitionierten Klimaschutz, umfassende Maßnahmen zur Klimaanpassung, den Erhalt und Ausbau der städtischen Infrastruktur, eine soziale und gerechte Stadtentwicklung sowie eine verantwortungsvolle Finanzpolitik im Vertragswerk. Co-Kreisvorsitzende Rebecca Thomas betonte die Geschlossenheit: „Die heutige Entscheidung ist ein starkes Signal unserer Mitgliedschaft. Sie zeigt: Die GRÜNEN sind bereit, in einer neuen Koalition weiterhin Verantwortung für Wiesbaden zu übernehmen und die Zukunft unserer Stadt aktiv zu gestalten.“
Hinninger und Kowol führen zwei gewichtige Dezernate – Stadtplanung wechselt zu den Grünen
Ein zentraler Pfeiler der Einigung ist die künftige Aufgabenverteilung an der Stadtspitze: Bis 2029 übernehmen die Grünen – ebenso wie die CDU – die Verantwortung für zwei hauptamtliche Dezernate.
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Christiane Hinninger führt als Bürgermeisterin künftig das Dezernat für Umwelt und Stadtentwicklung (inklusive Frauen und LSBT*IQ). Ein entscheidender Verhandlungserfolg für die Grünen: Das einflussreiche Stadtplanungsamt, das bislang direkt beim Oberbürgermeister lag, wird in Hinningers Dezernat eingegliedert.
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Andreas Kowol übernimmt als Dezernent das Dezernat für Soziales und Gesundheit, zu dem auch der wichtige Bereich Wohnen gehört.
Schmerzhafter Abschied vom Verkehrsdezernat als Chance zur Befriedung
Dass die Grünen im Zuge des Koalitionskompromisses das Verkehrsdezernat abgeben, bezeichnete Schmitt offen als schmerzhaft. Gleichzeitig betonte er die darin liegende Chance: „Mit einem ausgewogenen Koalitionsvertrag, der alle Mobilitätsarten in den Blick nimmt, haben wir wichtige verkehrspolitische Erfolge gesichert und die Weichen dafür gestellt, dass das Verkehrssystem in unserer Stadt auch in den nächsten fünf Jahren nachhaltiger, sicherer und leistungsfähiger wird. Ein Bündnis über die verkehrspolitischen Lager hinweg bietet hierbei die Chance, die oft hitzigen Diskussionen zu befrieden und zu mehr Gemeinsamkeit bei der Gestaltung der städtischen Mobilität zu kommen.“
Auch zur Rolle der SPD äußerte sich die Parteispitze: Da das Dezernatsverteilungsrecht beim Oberbürgermeister liegt, sei die Fortführung des Dezernats für Schule und Kultur durch die SPD das Ergebnis harter, aber fairer Gespräche gewesen.
Unterzeichnung als letzter formaler Schritt
Nachdem die Parteigremien der Bündnispartner grünes Licht gegeben haben, steht nun lediglich noch die offizielle Unterzeichnung des Koalitionsvertrags an. Bereits am kommenden Donnerstag, 27. August, kommt die Stadtverordnetenversammlung zusammen, um die Weichen für die neue Stadtregierung auch parlamentarisch zu stellen.
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