Fußball

Große Bühne, großer Gegner: SV Wehen Wiesbaden sucht den besonderen Pokaltag

Nach einem missglückten Start in die 3.-Liga-Saison geht der SV Wehen Wiesbaden am frühen Samstagnachmittag ohne Vorbelastung in das DFB‑Pokalspiel gegen Bayer 04 Leverkusen. Die Rolle des Underdogs ist klar, die Vorfreude auf den schweren Gegner aber ebenso.

Von: |Erschienen am: 21. August 2026 08:22|

Foto: Jan Hübner

Der Saisonstart des SV Wehen Wiesbaden war alles andere als ideal: Ein 1:3 im Heimspiel gegen Preußen Münster, gefolgt von einem 0:4 bei den Würzburger Kickers. Zwei Spiele, die Spuren hinterlassen haben, aber für den Pokal keine Rolle spielen sollen. Denn am Samstag beginnt ein anderer Wettbewerb, ein anderer Tag, ein anderes Gefühl. Und genau darauf setzt Cheftrainer Daniel Scherning.

Nur noch wenige Restkarten im Heimstehblock

Der Pokal bietet die Möglichkeit, ohne Druck und ohne Tabellenlage im Kopf aufzutreten. Die Mannschaft kann frei in dieses Duell gehen, ohne die Last der jüngsten Ergebnisse. Stattdessen steht die Vorfreude im Mittelpunkt: Ein voraussichtlich ausverkauftes Stadion, ein Gegner von internationalem Format, ein Spiel, das man nicht oft bekommt. Am Donnerstagnachmittag gab es noch Stehplatztickets im Heimblock bei N5 und N8 und wenige Sitzplätze von Rückläufern.

Hercher fällt aus

Personell muss der SVWW auf Philip Hercher verzichten, der mit leichten muskulären Problemen ausfällt. Florian Hübner ist nach längerer Pause wieder im Training, aber noch nicht bereit für einen Einsatz. Die Woche stand im Zeichen des Konkurrenzkampfs und offener Optionen. Scherning ließ sich nicht in die Karten schauen, welches System er spielen wird, ob 3-4-3 oder mit zum Beispiel mit Viererkette 4-4-2. Für die Position von Hercher könnte Ben Nink auflaufen, aber auch Simon Stehle oder Robin Kalem wären Optionen. Auch Neuzugang Ayoub Chaikhoun könnte seinen ersten Einsatz für die Hessen bekommen.

Leverkusen mit einer Mannschaft mit enormer individueller Qualität

Der Blick auf Leverkusen zeigt die Dimension der Aufgabe: Eine Mannschaft mit enormer individueller Qualität, neuem Trainer, variabel im 4‑3‑3, mit Tempo, Dribbelstärke und klarer Ernsthaftigkeit im Pokal. Die Werkself hat starke Testspiele absolviert und wird den Wettbewerb nicht auf die leichte Schulter nehmen. „Jeder, der da starten wird, ist mehr wert als unser gesamter Kader “, sagt Scherning. Er erwartet eine brutale Herausforderung für sein Team.

Glaube an die Chance die der Pokal bietet

Trotzdem glaubt der SVWW an die Chance, die der Pokal bietet. Ein Spiel, ein Tag, ein Moment – mehr braucht es nicht. Scherning verweist auf eigene Pokalerfahrungen mit dem VfL Osnabrück und die seltenen, aber möglichen Überraschungen wie es zum Beispiel Arminia Bielefeld vor zwei Jahren geschafft haben. „Vielleicht ist am Samstag dieser eine Moment, dieses eine Spiel, wo du es gewinnen kannst.“

Atmosphäre soll Energie freisetzen

Die große Kulisse wird ihren Teil beitragen. Die Brita-Arena wird voraussichtlich ausverkauft sein, die Atmosphäre soll Energie freisetzen und die Mannschaft tragen. Für den SVWW ist dieses DFB-Pokal-Spiel ein Highlight, sportlich wie emotional.

SVWW in der Underdog-Rolle

Der SVWW geht als klarer Underdog in die Partie. Doch mit einer richtig guten Leistung, Matchglück sowie Leidenschaft, Mut, Emotionalität und einer frischen Einstellung nach dem schwachen Liga-Start will das Team von Daniel Scherning die kleine Chance nutzen und vielleicht die erste große Überraschung der Pokalsaison schaffen.

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