Fußball / Fotostrecke
SV Wehen Wiesbaden verliert Auftaktspiel gegen SC Preußen Münster
Der Ball rollt wieder in der 3. Liga. Zum Auftakt in der BRITA‑Arena empfing das Team von Daniel Scherning am Samstag den Zweitliga‑Absteiger SC Preußen Münster. Die Partie bot direkt mehrere Höhepunkte: Ein Torwartpatzer von Florian Stritzel sowie eine strittige Elfmeterszene prägten den Nachmittag und führten am Ende zu einer bitteren Heimniederlage für den SVWW, der einige Chancen im Spielverlauf ungenutzt ließ.
Fotos: Andreas Volz
Unter dem neuen Motto „Alles auf Rot“ startete der SV Wehen Wiesbaden in die neue Saison der 3. Liga mit frischer Energie, klarer Haltung und dem Anspruch, auf und neben dem Platz kompromisslos all‑in zu gehen. Die Brita‑Arena präsentierte sich zum Auftakt nicht nur in neuer Atmosphäre, sondern auch mit spürbaren Verbesserungen im Stadionerlebnis, die den Verein noch näher an seine Fans rücken sollen. Erstmals stand allen Heimfans kostenloses, stilles und BRITA‑gefiltertes Wasser zur Verfügung , ausgegeben an Kiosk 2 unter der Westtribüne und Kiosk 9 auf dem Festplatz hinter der Osttribüne, lediglich der übliche Becherpfand von drei Euro fiel an.
Standortbestimmung für den SVWW
Sportlich wartete direkt ein echter Prüfstein: Mit Preußen Münster gastierte der Absteiger aus der 2. Bundesliga in Wiesbaden. Die Gäste hatten sich nach dem Rückschlag personell neu aufgestellt und reisten mit über 1.300 Fans in die Brita‑Arena. Für den SVWW wurde das erste Saisonspiel damit zu einem frühen Gradmesser, der zeigen sollte, wie gut die Mannschaft aus der Sommerpause gekommen war.
Beim Auftakt fehlten Donny Bogicevic (leichte Rückenprobleme) sowie Florian Hübner (Kapselverletzung am Fuß). Cheftrainer Daniel Scherning nahm gegenüber der Generalprobe keine Änderungen vor, um seine Mannschaft optimal auf den ambitionierten Gegner einzustellen.
Patzer von Stritzel
Bei sommerlichen Temperaturen wurde die Partie pünktlich angepfiffen. Beide Teams starteten mit viel Elan. Münster hatte die erste gute Gelegenheit: Flotho fälschte eine Flanke gefährlich ab, Mees (12.) setzte den Ball aus spitzem Winkel an den Pfosten.
Nach der Trinkpause gingen die Gäste in Führung. Ein Rückpass von Janitzek auf Keeper Florian Stritzel rutschte durch, Montell Ndikom (26.) spritzte dazwischen und traf aus kurzer Distanz. Vier Minuten später unterlief Lewald im letzten Drittel ein Fehler, Higl zog ab, doch diesmal war Stritzel zur Stelle.
Flotho gleicht aus
Der SVWW drängte auf den Ausgleich. Eine Flanke von Janitzek erreichte Karweina (33.), der jedoch an Keeper Morten Behrens scheiterte. Nach einer schnell ausgeführten Ecke wurde Janitzek von Koulis im Fünfmeterraum gefoult. Schiedsrichter Assad Nouhoum zeigte auf den Punkt. Moritz Flotho (37.) verwandelte sicher zum 1:1. Die Gastgeber blieben am Drücker. Karweinas Abschluss (40.) parierte Behrens im Nachfassen.
Zwei gute Chancen nach der Pause
Ohne Wechsel startete die zweite Hälfte. Der SVWW übernahm zunächst die Kontrolle. Ein weiter Abschlag erreichte Ati Allah (49.), der sich durchsetzte, aber erneut an Behrens scheiterte. Nach einer Ecke von Gözüsirin zog Brandt (51.) ansatzlos ab, Behrens lenkte den Ball über die Latte.
Nach der zweiten Trinkpause bot sich Hercher (73.) die große Chance zur Führung, sein Abschluss wurde im letzten Moment geblockt. Auch die folgende Ecke sorgte für Gefahr.
Schulz macht den Deckel drauf
In der 76. Minute bekam Münster einen Elfmeter zugesprochen. Brandt soll Ndikom im Strafraum zu Fall gebracht haben. Der Gefoulte traf oben links zum 2:1. Die Atmosphäre wurde durch den strittigen Pfiff zunehmend hitzig, es gab viele Nicklichkeiten.
Scherning reagierte und brachte Agrafiotis, Stehle und Suarez für die Schlussphase. Fünf Minuten Nachspielzeit wurden angezeigt. In der 90.+2 Minute sorgte der wenige Sekunden zuvor eingewechselte Marvin Schulz schließlich für die Entscheidung und machte den Auswärtssieg für Münster perfekt.
Der SVWW startet damit mit einer Niederlage in die neue Saison.
Wörle: Freude über Sieg im umkämpften Auswärtsspiel
„Wir sind sehr glücklich, dass wir dieses intensive und umkämpfte Auswärtsspiel mit großer Teamenergie für uns entscheiden konnten. Gerade in den schwierigen Phasen haben wir leidensfähig und widerstandsfähig verteidigt und mit kleinen entscheidenden Momenten den Sieg herausgespielt. Uns ist bewusst, dass die Partie auch in die andere Richtung hätte kippen können, deshalb können wir den Erfolg gut einordnen“, sagt Münsters Trainer Thomas Wörle.
Scherning: Beste Phase nach der Halbzeit nicht das 2:1 gemacht
„Wir haben gegen den Ball vieles gut gemacht und nach dem Eigentor schnell wieder ins Spiel gefunden, aber in unserer besten Phase nach der Halbzeit das 2:1 verpasst. Der Elfmeter gegen uns war aus meiner Sicht keiner und hat die Partie entscheidend beeinflusst. Insgesamt können wir trotz des bitteren Nachmittags viele positive Dinge mitnehmen, müssen uns aber vorwerfen, in den entscheidenden Situationen in beiden Strafräumen die schlechtere Mannschaft gewesen zu sein“, so Daniel Scherning in der Pressekonferenz.
Gözüsirin: Individuelle Fehler und unglückliche Entscheidungen
„Ich bin grundsätzlich sehr zufrieden mit unserer Leistung, denn wir haben ein gutes Spiel gemacht und uns genügend Halbchancen und Chancen erarbeitet. Durch individuelle Fehler und unglückliche Entscheidungen haben wir die Partie trotzdem verloren, obwohl wir sie eigentlich nicht hätten verlieren dürfen. Das ist extrem bitter, aber wir können Zuversicht mitnehmen“, erklärt Gözüsirin nach der Partie.
Zur Elfmeter-Szene angesprochen war Gözüsirin kurz nach dem Spiel noch voller Emotionen „Das war auf jeden Fall eine Katastrophe. Da ist eine kleine Berührung, aber der Gegenspieler springt hoch und lässt sich einfach fallen, dass das direkt ein Elfmeter ist, geht gar nicht. Diese Entscheidung hat das Spiel mitentschieden und eine Kehrtwende ausgelöst, deshalb ist das extrem bitter“, erklärt der 25-Jährige, der heute seinen Geburtstag feiert.
Auswärtsauftritt bei Aufsteiger Würzburger Kickers
Am Freitag, 14. August, steht das erste Auswärtsspiel an. Der SVWW tritt beim Aufsteiger Würzburger Kickers an. Die Partie wird um 19:00 Uhr angepfiffen.
Eine Fotostrecke vom Spiel mit 128 Bildern gibt es hier
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InfoBox
SV Wehen Wiesbaden – SC Preußen Münster 1:3 (1:1)
SV Wehen Wiesbaden: Stritzel – Gillekens, Lewald, Janitzek – Hercher (84. Agrafiotis), Brandt (84. Stehle), Gözüsirin (c), Greilinger (68. May) – Ati Allah (83. Suarez), Karweina (68. Schleimer) – Flotho.
SC Preußen Münster: Behrens – Zeller (68. Tasov), Koulis (c), Dietrich – Kolbe (68. Paetow), Adeh, Preißinger, Makridis – Mees (16. Ndikom) – Johannson (90+1 Schulz) , Higl.
Tore:
0:1 Ndikon (26.)
1:1 Flotho (37. FE)
1:2 Ndikon (76. FE)
1:3 Schulz (90.+2)
Gelbe Karte:
Janitzek, Hercher, Brandt, Brdar (Bank), Gillekens / Preißinger, Adeh, Ndikom
Schiedsrichter:
Assad Nouhoum
Zuschauer:
4.535
SVWW-Hinrunde Saison 2026 / 2027
2. Spieltag: Würzburger Kickers – SVWW (Freitag, 14. August, 19:00 Uhr)
DFB-Pokal 1. Runde: SVWW – Bayer Leverkusen (Samstag, 22. August, 13:00 Uhr)
3. Spieltag: SVWW – Rot-Weiss Essen (Samstag, 29. August, 14:00 Uhr)
4. Spieltag: Hansa Rostock- SVWW (Samstag, 5. September, 14:00 Uhr)
5. Spieltag: SVWW – Waldhof Mannheim (Sonntag, 13. September, 16:30 Uhr)
6. Spieltag: Fortuna Köln – SVWW (Mittwoch, 16. September, 19:00 Uhr)
7. Spieltag: SVWW – MSV Duisburg (Sonntag, 20. September, 19:30 Uhr)
8. Spieltag: FC Ingolstadt 04 – SVWW (9. bis 11. Oktober)
9. Spieltag: SVWW – Alemannia Aachen (13. bis 14. Oktober)
10. Spieltag: Jahn Regensburg – SVWW (16. bis 18. Oktober)
11. Spieltag: SVWW – SG Sonnehof Großaspach (23. bis 25. Oktober)
12. Spieltag: SC Verl – SVWW (30. Oktober bis 1. November)
13. Spieltag: SVWW – TSV Havelse (6. bis 8. November)
14. Spieltag: 1. FC Saarbrücken – SVWW (20. bis 22. November)
15. Spieltag: SVWW – SV Meppen (27. bis 29. November)
16. Spieltag: Fortuna Düsseldorf – SVWW (4. bis 6. Dezember)
17. Spieltag: SVWW – VfB Stuttgart II (11. bis 13. Dezember)
18. Spieltag: TSG Hoffenheim II – SVWW (18. bis 20. Dezember)
19. Spieltag: SVWW – Viktoria Köln (15. bis 17. Januar)

Der SV Wehen Wiesbaden geht mit Florian Hübner als neuem Kapitän in die Saison 2026/27. Der gebürtige Wiesbadener […]


