Volleyball

Comeback in Stuttgart – VC Wiesbaden dreht 0:2 und gewinnt beim Favoriten

Der VC Wiesbaden hat am Samstagabend Allianz MTV Stuttgart die erste Saisonniederlage zugefügt. Das Team von Trainer Paul Sens gewann nach 0:2-Satzrückstand im Tiebreak, dabei wehrte der VCW einen Matchball ab.

Von: |Erschienen am: 31. Oktober 2026 21:44|

Foto: Detlef Gottwald

Vor dem Spiel hatte Paul Sens die Partie in Stuttgart einen „Gradmesser auf unserem Weg zum internationalen Niveau“ genannt. Seine Mannschaft hat diesen Test bestanden, auch wenn es lange nicht danach aussah. Stuttgart hatte vorher alle fünf Saisonspiele gewonnen und trotz einiger Verletzungen führte das Team mit 2:0 Sätzen. Danach kämpfte sich der VCW zurück.

Zwei Sätze knapp verloren – Vier Satzbälle nicht genutzt

Wiesbaden startete gut und führte mit 5:2. Danach übernahm Stuttgart mit mehreren Punkteserien das Spiel und zog über 11:7 auf 23:17 davon. Der VCW wehrte noch drei Satzbälle ab, verlor den Satz aber mit 21:25 an Stuttgart.

Der zweite Satz war besonders bitter. Wiesbaden führte mit 19:16 und hatte beim 24:21 drei Satzbälle. Stuttgart holte drei Punkte in Folge zum 24:24. Besonders der Block agierte stark und brachte die Stuttgartinnen wieder ins Spiel zurück. Auch einen vierten Satzball beim 25:24 nutzte der VCW nicht, und die Gastgeberinnen gewannen mit 28:26.

Der VCW dreht das Spiel

Die Gäste gaben sich jedoch nicht geschlagen und kämpften weiter. Im dritten Satz lag Wiesbaden zunächst mit 2:5 zurück. Mit drei Punkten in Folge ging der VCW mit 10:9 in Führung und baute diese über 13:10 und 21:17 aus. Stuttgart hatte im dritten Durchgang Probleme mit der Annahme, der VCW leistete sich wenig Fehler und blieb konzentriert. Den zweiten Satzball verwandelte das Team zum 25:22. Im vierten Durchgang startete Wiesbaden mit drei Punkten und führte bald mit 12:7. Stuttgart kam noch auf 14:15 heran, doch der VCW zog über 19:15 und 24:18 davon und gewann mit 25:19.

Matchball abgewehrt und eigenen verwandelt

Im Tiebreak schickte Sens Jovana Dordević für Marharyta Geiko aufs Feld, die im vorherigen Satz einen Ball ans Auge bekam. Wiesbaden führte schnell mit 7:4, Stuttgart glich mit drei Punkten in Folge zum 10:10 aus. Beim 14:13 hatten die Gastgeberinnen Matchball. Der VCW glich aus und ging mit 15:14 in Führung. Stuttgart nahm eine Video-Challenge, die aber keinen Erfolg hatte, somit war der Auswärtssieg perfekt. Für Stuttgart ist es die erste Saisonniederlage.

Drei Angreiferinnen über 20 Punkte

Die Partie war sehr ausgeglichen. Nach Punkten lag Wiesbaden mit 86:82 vorn. Der VCW verwandelte 46,8 Prozent seiner Angriffe, Stuttgart 45,4 Prozent. Am Block war Stuttgart klar besser und holte 16 Punkte, Wiesbaden nur acht. Dafür machten die Gastgeberinnen 15 Aufschlagfehler, der VCW zehn.

Im Angriff verteilte Wiesbaden die Punkte auf mehrere Spielerinnen. Cayetana López Rey kam auf 24 Punkte, Marharyta Geiko auf 23 und MVP Julia Murmann auf 21. Kapitänin Rachel Gomez stand nach ihrer Pause gegen Hamburg wieder in der Startformation und holte neun Punkte. Bei Stuttgart war Diagonalangreiferin Lydia Grote mit 33 Punkten kaum zu stoppen und bekam die Silbermedaille. Eleanor Joyce Holthaus erzielte 20 Punkte.

VCW springt auf Rang drei

Mit dem Sieg klettert Wiesbaden auf Platz drei der Tabelle und hat jetzt 13 Punkte. Der VCW überholt damit den USC Münster, der zwölf Punkte hat. Vorne liegen nur noch Spitzenreiter SSC Palmberg Schwerin mit 18 Punkten und Stuttgart mit 16.

Pokalspiel gegen Dresden

Viel Zeit zum Feiern bleibt nicht. Schon am Donnerstag, 5. November, empfängt der VCW um 18:30 Uhr den Dresdner SC in der Sporthalle am Platz der Deutschen Einheit. Dann geht es um den Einzug ins Viertelfinale des DVV-Pokals.


InfoBox

Allianz MTV Stuttgart – VC Wiesbaden 2:3 (25:21, 28:26, 22:25, 19:25, 14:16)

VC Wiesbaden: López Rey (24), Geiko (23), Murmann (21), Gomez (9), Wessels (6), Konijnenberg (2), Dordević (1), Sain (Libera), Burda, Pustahija

MVP: Julia Murmann (VC Wiesbaden), Lydia Grote (Allianz MTV Stuttgart)

Platz Team Spiele Siege Sätze Punkte
1 SSC Palmberg Schwerin 6 6 18:2 18
2 Allianz MTV Stuttgart 6 5 17:5 16
3 VC Wiesbaden 6 5 16:8 13
4 USC Münster 6 4 13:8 12
5 Dresdner SC 6 3 12:10 10
6 VfB Suhl Lotto Thüringen 6 3 10:9 9
7 Rote Raben Vilsbiburg 6 2 11:13 8
8 Schwarz-Weiß Erfurt 5 3 9:10 7
9 Ladies in Black Aachen 6 2 8:14 5
10 Binder Blaubären TSV Flacht 5 1 4:13 3
11 Skurios Volleys Borken 5 0 3:15 1
12 ETV Hamburger Volksbank Volleys 5 0 1:15 0