Volleyball

VC Wiesbaden holt Julia Murmann und trifft im Pokal auf Topteam Dresden

Der VC Wiesbaden verstärkt seinen Außenangriff mit der kanadischen Nationalspielerin Julia Murmann, die ab Oktober in der 1. Volleyball Bundesliga Frauen auf Punktejagd gehen wird. Im DVV-Pokal erwartet der VC Wiesbaden eine extrem schwere Aufgabe mit dem Topfavoriten Dresdner SC.

Von: |Erschienen am: 28. Juni 2026 10:12|

Foto: Matteo Lannutti

Der VC Wiesbaden hat für die Saison 2026/27 einen hochkarätigen Neuzugang präsentiert: Julia Murmann, 23 Jahre alt, Kanadierin, Außenangreiferin und zugleich Libera-Erfahrung aus dem Nationalteam. Sie wechselt vom italienischen Zweitligisten Tenaglia Abruzzo Altino Volley nach Hessen und soll bereits zum Saisonstart im Oktober eine tragende Rolle übernehmen.

Viel Erfahrung gesammelt und Verantwortung übernommen

Murmann war in der Serie 2 eine verlässliche Stammkraft und eine von nur zwei ausländischen Spielerinnen ihres Teams. Zuvor prägte sie vier Jahre lang die Toronto Varsity Blues, den Hochschulclub der University of Toronto. Ihre Vielseitigkeit ist außergewöhnlich: Während sie im Nationalteam als Libera agierte, übernahm sie in Italien den Außenangriff. Für VCW-Sportdirektor Benedikt Frank ist genau diese Kombination ein Trumpf: „Eine vielversprechende Konstellation, die dem VCW in mehreren Elementen zugutekommen wird und die es unseren Gegnern oftmals schwer machen dürfte, uns zu bespielen. Im Gesamtpaket sprechen für Julia Athletik, Technik, Spielverständnis und mentale Stärke.“

Auch Chefcoach Paul Sens sieht in Murmann eine Spielerin mit bemerkenswerter Reife: „Sie hat ihre Stärken über einen längeren Zeitraum hinweg auf internationalem Parkett, etwa in der Volleyball Nations League, und im europäischen Ausland weiterentwickelt. Das ist nun für uns ein bedeutender Faktor.“

An Murmanns Seite wird Cayetana López Rey (21) in ihr zweites Jahr im Außenangriff gehen. „Cayetana hat schon in ihrem ersten VCW-Jahr bemerkenswert agiert. Die Fans dürfen sich auf energiegeladene Aktionen von unserem spanisch-kanadischen Duo freuen“, ist Sens überzeugt. Eine dritte Außenangreiferin soll zeitnah folgen.

Das sagt Julia Murmann

„Ich habe sehr gute Gespräche mit Paul über meine Rolle und meine Verantwortung für das Team geführt. Seine sportlichen Ziele und Visionen sind inspirierend. Ich bin stolz, dass ich nach meinem Jahr in Italien nun den Weg des VCW in der enorm starken deutschen 1. Liga mitgehen darf. Wir wollen in der kommenden Saison Besonderes schaffen. Entschlossenheit, Konstanz und unbedingter Wille, den Punkt zu machen, das alles dürfen die Fans von mir erwarten.“

Stationen von Julia Murmann

Julia Murmann wurde am 10. November 2002 in Toronto geboren und fand mit elf Jahren zum Volleyball. Über den Leaside Volleyball Club, eine führende Nachwuchsadresse in Ontario, führte ihr Weg 2020 zur University of Toronto. Dort entwickelte sie sich zu einer der prägendsten Spielerinnen der Varsity Blues: 891 Karriere-Kills (Platz zwei der Vereinsgeschichte) und 821 Digs belegen ihre außergewöhnliche Balance aus Angriffsstärke und Defensivqualität.

Sie durchlief das „Next Gen“-Programm von Team Canada und sammelte internationale Erfahrung bei der U18-WM 2019, den NORCECA-Meisterschaften, dem Pan-Am-Cup, der Volleyball Nations League und der WM 2022. 2023 gewann sie mit Kanada Bronze bei den NORCECA-Kontinentalmeisterschaften. Mehrfach wurde sie in Kanada ausgezeichnet, darunter als OUA- und U SPORTS-Rookie of the Year (2022) sowie dreimal als Mitglied des U SPORTS All-Canadian Teams.

Murmann hat deutsche Wurzeln (Düsseldorf/Essen), ihre Eltern leben inzwischen in Spanien. Ihre jüngere Schwester besucht die Rafa Nadal Academy auf Mallorca. Julia selbst hält sich aktuell fit und steigt im August ins Mannschaftstraining des VCW ein.

DVV-Pokal: Schweres Los für den VCW

Bei der Auslosung des Zoi DVV-Pokals 2026/27 erwischte der VC Wiesbaden ein anspruchsvolles Achtelfinale: In der heimischen Sporthalle am Platz der Deutschen Einheit geht es am 7. oder 8. November gegen den Dresdner SC. Chefcoach Paul Sens schätzt den Gegner hoch ein: „Den DSC halte ich nominell für das stärkste Team der kommenden Saison und für einen der Anwärter auf alle Titel in Deutschland. Dennoch ist im K.O.-System alles möglich. Die Fans können sicher sein: Wir werden die Zähne fletschen.“

Historisch gab es erst zwei Pokalduelle zwischen beiden Clubs: 2011 siegte der VCW im Viertelfinale mit 3:1, 2018 ging das Finale mit 0:3 verloren. Dresden zählt zu den erfolgreichsten deutschen Vereinen mit sieben Pokal- und sechs Meistertiteln.

Weitere Achtelfinalpaarungen:
Regionalpokalsieger Nord/Nordost – Schwarz-Weiß Erfurt
Regionalpokalsieger West/Nordwest – Skurios Volley Borken
Regionalpokalsieger Süd/Südost – Allianz MTV Stuttgart
Regionalpokalsieger Ost/Südwest – Ladies in Black Aachen
VfB Suhl Lotto Thüringen – ETV Hamburger Volksbank
Volleys Binder Blaubären Flacht – SSC Palmberg Schwerin
Rote Raben Vilsbiburg – USC Münster

Der VCW stand 2013 und 2018 im Pokalfinale, scheiterte jedoch 2025 im Achtelfinale an Aachen. Sens bringt nun wertvolle Erfahrung mit: Er gewann den DVV-Pokal mit Schwerin bereits dreimal und kennt den DSC aus vielen intensiven Duellen.

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InfoBox

VCW-Kader für die Saison 2026/2027

Zuspiel: Sanne Konijnenberg (Niederlande), Hanna Weinmann
Außenangriff: Cayetana López Rey (Spanien), Julia Murmann (Kanada)
Diagonal: Marharyta Geiko (Ukraine), Jovana Dordević
Mittelblock: Rachel Gomez, Roos Wessels, Kathi Breitenbach
Libera: Rene Sain (Kroatien), Lilly Bietau