Gleichberechtigung stärken

Wiesbaden beschließt Aktionsplan für mehr Sichtbarkeit und Schutz queerer Menschen

In Wiesbaden wurde ein Aktionsplan auf den Weg gebracht, der die Sicherheit und Sichtbarkeit queerer Menschen stärken soll. Die Stadt reagiert damit auf aktuelle Analyseergebnisse und plant weitere Maßnahmen.

Von: |Erschienen am: 30. Mai 2026 13:33|

Archivfoto

Die Stadtverordnetenversammlung in Wiesbaden hat am Donnerstagabend den gemeinsamen Antrag der Fraktionen von SPD und DIE LINKE verabschiedet. Ziel ist die Erstellung eines umfassenden Aktionsplans, der die Sicherheit und Sichtbarkeit queerer Menschen in der Stadt stärken soll.

Auslöser für den Beschluss waren die kürzlich veröffentlichte Stadtanalyse „Queeres Leben in Wiesbaden 2025“ sowie der bevorstehende Christopher Street Day. Die Analyse zeigt, dass queere Menschen trotz wachsender Präsenz weiterhin Diskriminierung, Unsicherheiten und Anfeindungen erleben – besonders im öffentlichen Raum.

Keine Angsträume in der Stadt

„Mit dem Aktionsplan gehen wir in Wiesbaden einen wichtigen Schritt zu mehr konkreten Maßnahmen für die Sicherheit der Community. In Wiesbaden darf es keine Angsträume geben“, betont Silas Gottwald, SPD‑Fraktionsvorsitzender im Rathaus.

Die bestehenden Angebote wie das Queere Zentrum, die LSBT*IQ‑Koordinierungsstelle oder die Regenbogenbeflaggung seien wichtige Fortschritte der vergangenen Jahre. Nun gehe es darum, weitere Schritte einzuleiten, um die Lebenssituation queerer Menschen nachhaltig zu verbessern.

Geplante Maßnahmen im Überblick

Die Stadtverordnetenversammlung hat ein Paket an Maßnahmen beschlossen, das auf den Handlungsempfehlungen der Stadtanalyse basiert. Dazu gehören:

  • Erarbeitung eines umfassenden Aktionsplans zur Stärkung von Sicherheit und Sichtbarkeit
  • Überprüfung der Umsetzung von Fortbildungen zur sexuellen und geschlechtlichen Vielfalt aus dem Hessischen Aktionsplan Akzeptanz & Vielfalt 2.0 – insbesondere bei Polizei und Notruf 110.
  • Lokale Untersuchungen zu Unsicherheits- und Diskriminierungserfahrungen an sogenannten „problematischen Orten“ sowie im ÖPNV.
  • Ausbau queerer Jugendangebote in Zusammenarbeit mit Jugendorganisationen und dem Amt für Soziale Arbeit.
  • Weiterentwicklung medizinischer und psychologischer Unterstützungsangebote für queere Menschen.
  • Regelmäßige Berichte zur neuen Queer‑Sprechstunde „Gemeinsam. Sicher. Queer.“ sowie Informationen zu weiteren geplanten Terminen.

Ausblick

Mit dem Beschluss möchte Wiesbaden ein deutliches Zeichen für mehr Schutz, Sicherheit, Teilhabe und Sichtbarkeit queerer Menschen setzen. Der Aktionsplan soll nun erarbeitet und anschließend Schritt für Schritt umgesetzt werden.

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