Konjunkturbericht
Handwerk in der Region Wiesbaden bleibt im Wartemodus
Die Betriebe im Kammerbezirk Wiesbaden warten weiterhin auf die wirtschaftliche Trendwende. Trotz einzelner Lichtblicke in einigen Gewerken hat sich das Geschäftsklima im dritten Quartal erneut verschlechtert.
Grafik: Handwerkskammer Wiesbaden
Die erhoffte konjunkturelle Erholung im Handwerk des Kammerbezirks Wiesbaden bleibt aus. Im dritten Quartal 2026 hat sich die Stimmung der Betriebe erneut eingetrübt. Der Geschäftsklimaindex sank von 111,3 Punkten im Vorquartal auf 105,5 Punkte und liegt damit auch unter dem Vorjahresniveau von 108,6 Punkten. Die meisten wirtschaftlichen Kennzahlen zeigen eine stagnierende oder rückläufige Entwicklung. Besonders die verhaltenen Erwartungen für die kommenden Monate lassen derzeit keine nachhaltige Belebung erkennen.
Umsatz- und Auftragsentwicklung schwächer
Im Vergleich zum Vorquartal meldeten deutlich weniger Betriebe steigende Umsätze. Der Anteil der Unternehmen mit Umsatzzuwächsen ging um 9,4 Prozentpunkte zurück. Auch bei Auftragseingängen und Auftragsbeständen fiel die Entwicklung schwächer aus als zuvor.
Zurückhaltend zeigen sich die Handwerksbetriebe zudem bei Investitionen. Die durchschnittliche Auftragsreichweite beträgt aktuell 7,9 Wochen. Gleichzeitig rechnen die Unternehmen über nahezu alle Gewerke, Regionen und Betriebsgrößen hinweg mit weiter steigenden Einkaufs- und Verkaufspreisen.
Klimahandwerke profitieren vom Sommer
Für positive Ausnahmen sorgte der außergewöhnlich heiße Sommer. Vor allem Installateure und Heizungsbauer bewerteten ihre aktuelle Geschäftslage sowie die Entwicklung ihrer Auftragsbestände deutlich besser als der Durchschnitt der befragten Betriebe.
„Der heiße Sommer hat die Auftragsbücher vollgemacht bei all denjenigen, die mit Klimahandwerken zu tun haben“, erklärt Pierre Schlosser, Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer Wiesbaden.
Auch Dachdecker sowie Maler und Lackierer berichteten von einer überdurchschnittlich guten Geschäftslage. Elektrotechniker verzeichneten häufiger steigende Auftragseingänge. Im Handwerk für den gewerblichen Bedarf verbesserten sich sowohl die Einschätzung der aktuellen Lage als auch die Erwartungen für die kommenden Monate. Regional betrachtet konnte allerdings lediglich der Landkreis Gießen gegenüber dem Vorquartal und dem Vorjahr zulegen.
Pessimistische Erwartungen prägen die Stimmung
Die aktuellen Ergebnisse bestätigen nach Einschätzung der Handwerkskammer einen längerfristigen Wandel im Stimmungsbild der Betriebe. Vor der Corona-Pandemie blickten viele Unternehmen optimistischer in die Zukunft, als sie ihre aktuelle Geschäftslage bewerteten.
Seit den Krisenjahren hat sich dieses Verhältnis jedoch umgekehrt. Die Zukunftserwartungen fallen inzwischen regelmäßig schlechter aus als die Einschätzung der momentanen Situation. Daran ändern bislang auch die positiven Signale einzelner Gewerke nichts. Die Skepsis gegenüber einer baldigen wirtschaftlichen Erholung bleibt im regionalen Handwerk groß.
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