Fußball

„Wir haben einen guten Matchplan“ – SV Wehen Wiesbaden will in Verl nachlegen

Nach dem Rekord-Heimsieg gegen SG Sonnenhof Großaspach tritt der SV Wehen Wiesbaden am Samstag, 31. Oktober, beim SC Verl an. Trainer Jochen Seitz lobt die Unberechenbarkeit seines Teams, sieht aber auch noch Luft nach oben.

Von: |Erschienen am: 31. Oktober 2026 08:31|

Foto; Andreas Volz

Sieben Tore, sieben verschiedene Torschützen: Das 7:1 gegen die SG Sonnenhof Großaspach war der höchste Heimsieg des SV Wehen Wiesbaden in der Drittliga-Geschichte. Unter Jochen Seitz holte der SVWW zehn von zwölf möglichen Punkten. Kein anderer Drittligist hat in diesem Zeitraum mehr gesammelt. Am Samstag, 31. Oktober, 14:00 Uhr, wartet beim SC Verl die nächste Aufgabe.

Seitz lobt die Unberechenbarkeit seines Teams

Vor allem die Offensive macht dem Trainer derzeit Freude. Nach vier Toren in Ingolstadt und drei gegen Aachen folgte das Torfestival gegen Großaspach. „Ich denke, es ist die Unberechenbarkeit. Sieben verschiedene Torschützen, das ist sehr ungewöhnlich. Jeder darf bei uns gerne Tore schießen, ob es die Innenverteidiger über Standardsituationen sind oder Mittelfeldspieler im Nachschieben“, sagt Seitz im Spieltagsinterview.

Kritik trotz Kantersieg

Ganz zufrieden war der 50-Jährige trotz des Kantersiegs aber nicht. Zwar sei sein Team in der ersten Halbzeit sehr effektiv gewesen, mit drei Toren aus drei oder vier Schüssen. „Wir haben aber teilweise zu tief gestanden, sind nicht richtig in die Zweikämpfe gekommen und haben uns zu sehr locken lassen, sodass wir Räume aufgegeben haben.“ In der Pause habe das Trainerteam das angesprochen und der Mannschaft Szenen gezeigt.

„Grund zum Abheben gibt es nicht“

Nach zwei englischen Wochen hatte der SVWW erstmals wieder sieben Tage Zeit bis zum nächsten Spiel. Dass die Mannschaft nach dem 7:1 abhebt, befürchtet Seitz nicht: „Wenn man auf die Tabelle schaut, weiß man, wie eng es ist. Grund zum Abheben gibt es nicht.“ Die zusätzlichen Tage habe man genutzt, um sich intensiver auf Verl vorzubereiten. „Wir haben einen guten Matchplan und drücken die Daumen, dass die Mannschaft ihn auf dem Platz perfekt umsetzt“, so der Coach.

Verl setzt auf Ballbesitz

Den Gegner beschreibt Seitz als „sehr spielstarke Mannschaft, die alles spielerisch lösen will, auch von hinten heraus“. Den vielen Ballbesitz der Ostwestfalen sieht er gelassen: „Ich glaube, auch Großaspach hatte gefühlt mehr Ballbesitz als wir.“ Auch das Mann-gegen-Mann-Verteidigen der Verler sei nichts Neues, weil die letzten Gegner ebenfalls stark über Angriffspressing kamen. „Da wird es Lösungen und Räume geben, die wir bespielen wollen. Das war diese Woche Schwerpunkt im Training“, so der Trainer.

Späte Gegentore als Verler Schwäche?

Verl steht mit zwölf Punkten auf Rang 15 und ist seit vier Spielen sieglos. Zuletzt gab das Team von Orest Shala bei Viktoria Köln eine 1:0-Führung noch aus der Hand. Dass Verl zu Beginn der Saison auch gegen Aachen und Duisburg späte Führungen verspielt hat, nimmt Seitz zur Kenntnis, überbewerten will er es aber nicht. „Es heißt im Umkehrschluss, dass wir immer bis zum Schluss daran glauben können, etwas mitzunehmen. Aber es heißt nicht automatisch, dass Verl jede Führung abgibt. Jedes Spiel beginnt bei 0:0 und wir hoffen, dass wir gar nicht erst in Rückstand geraten.“

Verl zu Hause gegen den SVWW ungeschlagen

Die Statistik spricht eher für Verl: Seit 2020 hat der SC kein Drittliga-Heimspiel gegen den SVWW verloren. Im letzten Duell in Verl führte der SVWW bereits mit 2:0, am Ende stand es 2:2. Dafür sind die Hessen seit vier Partien ungeschlagen und haben in den letzten drei Ligaspielen nur ein Gegentor kassiert.

Bogicevic fällt aus

Neu fällt Donny Bogicevic mit einer leichten Muskelverletzung aus. Außerdem fehlen weiterhin Jordy Gillekens, Sinan Karweina, Simon Stehle und David Suárez. Bei Verl fallen Kapitän Niko Kijewski und Joshua Eze aus. Felix Vogler und der Ex-SVWW’ler Dominik Martinovic sind noch bei Verl im Aufbau nach Verletzung.

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