Klarstellung

Kein Verzicht auf U3-Betreuung: Stadt Wiesbaden hält fest am Ausbau von Krippenplätzen in Igstadt

Aufregung um die Kinderbetreuung im Wiesbadener Osten: Nach hitzigen Diskussionen und Verunsicherung bei den Eltern stellt die Landeshauptstadt Wiesbaden nun unmissverständlich klar, dass weiterhin Betreuungsplätze für Kinder unter drei Jahren in Igstadt entstehen sollen. Sozialdezernent Andreas Kowol und Ortsvorsteher Joerg Benecke treten Spekulationen über einen Planungsstopp entschieden entgegen. Alle Hintergründe auf wiesbadenaktuell.de.

Von: |Erschienen am: 30. Oktober 2026 15:54|

Archivfoto

Nach den jüngsten politischen Debatten und wachsender Sorge unter den betroffenen Eltern schafft das Rathaus nun Fakten: Die Landeshauptstadt Wiesbaden hält verbindlich an ihrem Vorhaben fest, Betreuungsplätze für Kinder unter drei Jahren (U3) im Stadtteil Igstadt einzurichten. Gerüchte über einen Verzicht auf das Angebot wies Wiesbadens Sozialdezernent Andreas Kowol (Die Grünen) am Freitag, 30. Oktober, mit deutlichen Worten zurück.

Die einzige Kindertagesstätte in Igstadt betreut bislang ausschließlich Kinder ab dem dritten Lebensjahr bis zum Schuleintritt. Wer für jüngeren Nachwuchs einen Krippenplatz benötigt, muss zwangsläufig auf Einrichtungen in benachbarten Stadtteilen oder im weiteren Stadtgebiet ausweichen – eine spürbare Belastung für viele ortsansässige Familien.

Ziel bleibt unverändert – Umsetzung wird geprüft

Angesichts der öffentlichen Diskussion stellte Sozialdezernent Kowol klar: „Wir müssen zwei Dinge klar voneinander unterscheiden: Unser Ziel, Krippenplätze in Igstadt zu schaffen, und die Frage, wie wir dieses Ziel umsetzen. An unserem Ziel hat sich nichts geändert. Familien sollen ihre Kinder künftig auch in ihrem eigenen Stadtteil von klein auf betreuen lassen können. Deshalb ist es entscheidend, die angrenzenden Flächen zu sichern, damit wir sowohl die notwendigen Außenspielflächen als auch die Möglichkeit einer baulichen Erweiterung erhalten. Wie die Krippenplätze konkret geschaffen werden, prüfen wir anhand des tatsächlichen Bedarfs.“

Planungen, die U3-Betreuung in Igstadt aufzugeben, habe es zu keinem Zeitpunkt gegeben. Die aktuelle Bedarfsprüfung betreffe lediglich die Form der Umsetzung.

Kirchengemeinde verkaufsbereit – Grundstücksflächen im Fokus

Ein zentraler Knackpunkt für den Ausbau sind die baulichen Vorgaben – allen voran gesetzlich vorgeschriebene Ruheräume für Kleinkinder und adäquate Außenspielflächen. Eine Lösung zeichnet sich direkt neben der bestehenden Kita ab: Die örtliche Kirchengemeinde hat ihre Bereitschaft signalisiert, unmittelbar angrenzende Grundstücke an die Stadt zu veräußern.

Vom Sozialdezernat heißt es dazu ausdrücklich, dass dieses Areal zwingend erforderlich sei: Sowohl für zusätzliche Spielflächen im Freien als auch für potenzielle bauliche Erweiterungsmaßnahmen müssen alle Optionen gesichert bleiben.

Sinkende Geburtenzahlen erfordern flexible Konzepte

Parallel untersucht das Amt für Soziale Arbeit die langfristige demografische Entwicklung. Angesichts allgemein rückläufiger Geburtenzahlen im gesamten Stadtgebiet wird ermittelt, welches Modell zukunftsfähig ist:

  • Option A: Einrichtung einer komplett neuen, zusätzlichen Krippengruppe.

  • Option B: Umwandlung von Teilen des bestehenden Platzkontingents in U3-Plätze.

Heike Richter, kommissarische Leiterin des Amtes für Soziale Arbeit, erläutert die Hintergründe: „Die Entwicklung der Kinderzahlen müssen wir bei unseren Planungen berücksichtigen. Diese fachliche Prüfung ist keine Entscheidung gegen Krippenplätze in Igstadt. Entscheidend ist, dass wir ein bedarfsgerechtes Angebot schaffen, das auch langfristig Bestand hat. Unabhängig davon, für welche Lösung wir uns entscheiden, benötigen wir zusätzliche Flächen.“

Ortsvorsteher Benecke sieht konstruktiven Dialog

Auch Igstadts Ortsvorsteher Joerg Benecke (CDU) unterstreicht den gemeinsamen Schulterschluss in der Sache: „Wir stehen in einem guten und konstruktiven Austausch mit den zuständigen Dezernaten. Für die Familien in Igstadt ist entscheidend, dass die Erweiterungsmöglichkeiten der Kita erhalten bleiben und die Schaffung von Krippenplätzen weiterverfolgt wird. Dafür setzen wir uns seit Jahren ein. Jetzt kommt es darauf an, gemeinsam die nächsten Schritte anzugehen und eine dauerhafte Lösung für unseren Stadtteil zu schaffen.“

Zum Abschluss appellierte Wiesbadens Sozialdezernent an eine Versachlichung der Diskussion: „Mir ist wichtig, dass wir die berechtigten Erwartungen der Familien und des Ortsbeirats ernst nehmen. Unser Ziel ist klar: Wir wollen Krippenplätze in Igstadt schaffen und die nächsten Schritte im engen Austausch mit allen Beteiligten angehen. Die aktuelle Diskussion hat verständlicherweise Fragen und Unsicherheit ausgelöst. Umso wichtiger ist es, bei den Fakten zu bleiben. Unzutreffende Darstellungen über einen angeblichen Verzicht auf Krippenplätze schüren unnötige Verunsicherung und helfen niemandem weiter – am wenigsten den Familien in Igstadt. Deshalb stelle ich ausdrücklich klar: Es gab und gibt keine Pläne, auf Krippenplätze in Igstadt zu verzichten.“

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