Zeitumstellung
Richtig reagieren bei Wild auf der Fahrbahn
Mit der Umstellung auf die Winterzeit nimmt das Risiko von Wildunfällen auf Hessens Straßen wieder deutlich zu. Das Land Hessen, der ADAC Hessen-Thüringen und der Landesjagdverband Hessen starten deshalb eine Informationskampagne mit praktischen Verhaltenstipps für Autofahrer.
Foto: HUK Coburg
Rehe, Wildschweine oder Hirsche auf der Fahrbahn, besonders in den Wochen nach der Zeitumstellung steigt die Gefahr von Wildunfällen. Viele Berufspendler sind morgens und abends wieder häufiger in der Dämmerung unterwegs, genau dann, wenn Wildtiere besonders aktiv sind. Um Autofahrer für die Risiken zu sensibilisieren, haben das Hessische Ministerium für Wirtschaft, Energie, Verkehr, Wohnen und ländlichen Raum, der ADAC Hessen-Thüringen und der Landesjagdverband Hessen die Kampagne „Wildunfälle verhindern – Tierleid vermeiden“ gestartet.
Vom 26. Oktober bis 4. November werden entsprechende Hinweise als Verkehrstipps auf Hit Radio FFH ausgestrahlt. Ergänzend informieren die Partner über ihre Social-Media-Kanäle über das richtige Verhalten bei Wildwechsel und nach Wildunfällen.
Aufmerksamkeit an Wald- und Feldrändern
Nach Angaben der Initiatoren sollten Autofahrer insbesondere auf Landstraßen sowie entlang von Wald- und Feldrändern besonders aufmerksam fahren. Dort sei die Wahrscheinlichkeit am größten, plötzlich auf querendes Wild zu treffen. Empfohlen werden eine angepasste Geschwindigkeit, ausreichend Sicherheitsabstand und ein aufmerksamer Blick auf die Fahrbahnränder.
Hessens Wirtschafts- und Verkehrsminister Kaweh Mansoori betont, dass bereits wenige Stundenkilometer weniger und eine erhöhte Aufmerksamkeit wertvolle Reaktionszeit schaffen können. Dies erhöhe die Sicherheit für Menschen und Tiere gleichermaßen.
Bremsen statt ausweichen
Kommt es dennoch zu einer kritischen Situation, raten die Experten zu einem klaren Verhalten. Beide Hände am Lenkrad lassen, stark abbremsen und in der eigenen Fahrspur bleiben. Riskante Ausweichmanöver seien häufig gefährlicher als der Zusammenstoß mit dem Tier selbst.
„Dieser kurze Gedanke vor der Fahrt kann im Ernstfall entscheidend sein“, erklärt Jürgen Ellenberger, Präsident des Landesjagdverbandes Hessen. Gerät ein Fahrzeug beim Ausweichen in den Gegenverkehr, von der Straße ab oder gegen einen Baum, drohten oftmals deutlich schwerere Folgen als bei einer Kollision mit Wild.
Auch der ADAC Hessen-Thüringen verweist darauf, dass Fahrer jederzeit bremsbereit sein sollten. Wer ein Tier am Straßenrand entdeckt, sollte die Geschwindigkeit kontrolliert reduzieren, das Fernlicht ausschalten und gegebenenfalls hupen. Zudem müsse stets mit weiteren Tieren gerechnet werden.
So verhalten sich Betroffene nach einem Wildunfall
Lässt sich ein Zusammenstoß nicht vermeiden, sollte zunächst die Unfallstelle abgesichert werden. Dazu gehören das Einschalten der Warnblinkanlage, das Anlegen der Warnweste und das Aufstellen eines Warndreiecks. Anschließend sollte die Polizei über den Notruf 110 informiert werden. Sind Personen verletzt, ist die 112 zu wählen.
Von verletzten Tieren sollten Unfallbeteiligte Abstand halten. Die Tiere könnten in Panik geraten und eine Gefahr für sich selbst und andere Verkehrsteilnehmer darstellen. Geflüchtete Tiere werden von den Behörden an den zuständigen Jagdpächter gemeldet.
Für die Schadensregulierung empfehlen die Initiatoren zudem, sich eine Wildunfallbescheinigung von Polizei oder Jäger ausstellen zu lassen. Tote Tiere sollten wegen möglicher Infektionsgefahren niemals ohne Schutzhandschuhe berührt werden. Wer ein verletztes oder getötetes Wildtier mitnimmt, macht sich nach Angaben der Kampagnenpartner möglicherweise strafbar.
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InfoBox
Die wichtigsten Regeln auf einen Blick
- Geschwindigkeit in Wald- und Feldbereichen reduzieren
- Fahrbahnränder aufmerksam beobachten
- Bei Wild auf der Straße: stark bremsen, Spur halten
- Nicht riskant ausweichen
- Nach einem Unfall die Unfallstelle absichern
- Polizei verständigen und Wildunfall bescheinigen lassen
- Abstand zu verletzten Tieren halten


