Gesundheit

Aufatmen in der Innenstadt: Abkochgebot für Trinkwasser mit sofortiger Wirkung aufgehoben

Große Erleichterung für Anwohner, Gastronomie und Gewerbe in der Wiesbadener Innenstadt. Das seit Ende September bestehende vorsorgliche Abkochgebot für Leitungswasser wurde am Samstag, mit sofortiger Wirkung aufgehoben. Nach intensiven Spülungen, technischen Anpassungen und drei aufeinanderfolgenden, vollkommen unauffälligen Beprobungen entspricht das Wasser wieder vollständig den strengen Standards der Trinkwasserverordnung. Was das Gesundheitsamt mitteilt und worauf Bürger jetzt achten sollten.

Von: |Erschienen am: 17. Oktober 2026 13:34|

Symbolfoto: Canva

Die wochenlange Geduldsprobe für zahlreiche Bürgerinnen, Bürger und Gewerbetreibende in der Wiesbadener Innenstadt hat ein erfreuliches Ende: Das vorsorgliche Abkochgebot für das Trinkwasser wurde am heutigen Samstag, 17. Oktober, mit sofortiger Wirkung durch das städtische Gesundheitsamt offiziell aufgehoben. Das Leitungswasser kann ab sofort im gesamten bisher betroffenen Gebiet wieder uneingeschränkt direkt aus dem Hahn zum Trinken, Kochen und zur Mundhygiene genutzt werden.

Die Entscheidung fiel, nachdem auch die allerletzten Laboranalysen aus der vorgeschriebenen Kontrollserie ohne jeden bakteriellen Befund blieben.

Drei fehlerfreie Testreihen sichern die Freigabe

Die Hürden für die Rücknahme einer behördlichen Abkochanordnung sind hoch: Das Infektionsschutzrecht schreibt vor, dass mindestens drei aufeinanderfolgende Beprobungen im Abstand von jeweils mindestens zwei Tagen einwandfreie Laborergebnisse aufweisen müssen.

Die letzte Testserie dieser Reihe war am Donnerstag, 15. Oktober, an mehreren Stellen im Netz entnommen worden. Die finalen Befunde trafen am Samstagmorgen ein – alle Proben entsprachen ausnahmslos den strengen Grenzwerten der deutschen Trinkwasserverordnung.

Leitungen gespült, Abschnitte abgetrennt: Ursachenbekämpfung seit September

Der Aufhebung ging ein massiver technischer Großeinsatz voraus: Seit Freitag, 25. September, liefen bei den Wasserversorgungsbetrieben der Landeshauptstadt Wiesbaden (WLW) gemeinsam mit der ESWE Versorgungs AG umfangreiche Sanierungs- und Forschungsmaßnahmen auf Hochtouren.

Um Verunreinigungen restlos zu beseitigen, wurden weite Teile des städtischen Leitungsnetzes unter hohem Druck gespült und engmaschig beprobt. Zudem tauschten die Techniker gezielt potenziell belastete Leitungsabschnitte und Bauteile aus oder trennten verdächtige Verästelungen vollständig vom Hauptnetz ab. Das Gesundheitsamt begleitete jeden Schritt im Rahmen der kontinuierlichen Trinkwasserüberwachung.

Kowol dankt Bürgern: „Gesundheitsschutz hat oberste Priorität“

Wiesbadens Umwelt- und Gesundheitsdezernent Andreas Kowol (Die Grünen) zeigte sich erleichtert über die erfolgreiche Bereinigung des Netzes: „Die Trinkwasserqualität in Deutschland ist aufgrund der regelmäßigen Testungen und Meldepflichten äußerst hoch. Hinweise auf mögliche Verunreinigungen nehmen wir sehr ernst. Entsprechend haben wir auch in Wiesbaden unmittelbar gehandelt und die erforderlichen Maßnahmen ergriffen, denn der Gesundheitsschutz der Bevölkerung hat für uns oberste Priorität. Uns ist bewusst, dass die Situation der vergangenen Tage mit erheblichen Einschränkungen im Alltag der Menschen im betroffenen Gebiet verbunden war. Wir bedanken uns herzlich für das Verständnis und die Geduld der Bevölkerung.“

Allein im Wiesbadener Verteilnetz der ESWE Versorgung werden turnusmäßig jedes Jahr weit über tausend Wasserproben gezogen und mikrobiologisch analysiert, um eine lückenlose Qualitätskontrolle zu garantieren.

Stadt rät zur privaten Notfallvorsorge

Die Vorkommnisse der vergangenen drei Wochen nimmt die Landeshauptstadt zum Anlass, noch einmal grundlegend an die Eigenvorsorge jedes Haushalts zu appellieren. Bei unvorhergesehenen Krisenlagen – ob bei Trinkwassereinschränkungen, Unwetterlagen oder Stromausfällen – können Einsatzkräfte unmöglich allen Haushalten und Betrieben sofort zeitgleich zur Seite stehen.

Empfohlen wird daher das Anlegen eines Notvorrats an Mineralwasser, haltbaren Lebensmitteln und Hygieneartikeln. Praktische Handlungsempfehlungen und Checklisten stellt die Stadt online unter www.wiesbaden.de/notfallvorsorge bereit.

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