Volleyball

Neues Kapitel beginnt in Münster: VC Wiesbaden startet in die Bundesliga-Saison

Mit einem neuen Trainer an der Seitenlinie startet der VC Wiesbaden am Sonntag in die Saison der Volleyball-Bundesliga. Beim USC Münster möchte das Team von Paul Sens nach einer gelungenen Vorbereitung direkt die ersten Punkte einfahren.

Von: |Erschienen am: 10. Oktober 2026 10:40|

Foto: Detlef Gottwald

Für den VC Wiesbaden beginnt am Sonntag, 11. Oktober,  die neue Spielzeit in der Volleyball-Bundesliga mit einem Auswärtsspiel beim USC Münster. Um 16:00 Uhr schlägt das Team von Cheftrainer Paul Sens in der traditionsreichen Sporthalle Berg Fidel auf. Nach einem Sommer des Umbruchs wollen die Wiesbadenerinnen zum Auftakt gleich ein Zeichen setzen.

Sens übernimmt an der Seitenlinie

Mit Sens steht dabei ein neuer Mann an der Seitenlinie. Der 39-Jährige wechselte nach elf Jahren beim deutschen Rekordmeister Schwerin nach Wiesbaden und soll dem VCW neue Impulse geben. Gemeinsam mit seinem Trainerteam Co-Trainer Jochen Schöps und Scout Marcos Fernández arbeitete er in den vergangenen Wochen daran, die zahlreichen neuen Spielerinnen zu einer schlagkräftigen Einheit zu formen.

Zahlreiche Neuzugänge

Verändert hat sich das Gesicht der Mannschaft vor allem durch mehrere Neuzugänge. Neu im VCW-Team sind die ukrainische Diagonalangreiferin Marharyta Geiko, die kanadische Außenangreiferin Julia Murmann, die serbische Außenangreiferin Sara Pustahija sowie die niederländische Mittelblockerin Roos Wessels. Zudem haben mit Mittelblockerin Kathi Breitenbach und Libera Emma Burda zwei Talente aus dem eigenen Bundesliga-Süd-Team den Sprung in den Erstliga-Kader geschafft. Gemeinsam mit den erfahrenen Kräften um Kapitänin Rachel Gomez und Libera Rene Sain sollen sie dem VCW zusätzliche Qualität verleihen.
Mit seiner langfristigen Strategie „Home for Female Professionals“ verfolgt der VCW weiterhin den Anspruch, sportliche Entwicklung und persönliche Förderung seiner Spielerinnen eng miteinander zu verbinden. Erst in dieser Woche präsentierte der Verein mit der Aareal Bank einen neuen strategischen Partner für dieses Konzept.

Testspiele verliefen positiv

Die ersten Eindrücke mit dem neuen Team fielen dabei positiv aus. Acht Testspiele absolvierte der VCW seit September, fünf davon im Ausland. Gegen den amtierenden deutschen Meister VfB Suhl Lotto Thüringen setzte es zwar eine 1:3-Niederlage, doch insbesondere Neuzugang Marharyta Geiko wusste mit 20 Punkten zu überzeugen. Noch erfolgreicher verliefen die Vergleiche in Tschechien, wo der VCW den Meister und Pokalsieger VK Šelmy Brno mit 3:1 bezwang und Vizemeister VK Dukla Liberec sogar mit 3:0 besiegte. Gegen den Europapokal-Teilnehmer VK Lvi Praha fiel die Entscheidung erst im Tiebreak.

Anschließend wartete in Frankreich mit Champions-League-Teilnehmer Levallois Paris Saint-Cloud ein echter Härtetest. Nach einem 0:4 im ersten Vergleich steigerte sich der VCW deutlich und erreichte im zweiten Aufeinandertreffen ein 2:2. Zum Abschluss der Vorbereitung traf die Mannschaft zweimal auf den SSC Palmberg Schwerin, den ehemaligen Arbeitgeber von Trainer Paul Sens. Beim 2:2 und einer knappen 1:4-Niederlage zeigte Wiesbaden über weite Strecken eine starke Leistung gegen einen der Topklubs der Liga.

Entsprechend zufrieden fällt das Fazit von Trainer Paul Sens aus. Die Mannschaft habe sich während der Vorbereitungsphase sichtbar entwickelt, wisse aber zugleich, in welchen Bereichen noch Verbesserungsbedarf bestehe. Die Partien gegen Münster und Aachen seien nun ein erster Gradmesser im Kampf um wichtige Punkte gegen direkte Konkurrenten.

Größere Verletzungssorgen bleiben aus

Besonders erfreulich verlief die Vorbereitung aus personeller Sicht. Größere Verletzungssorgen blieben aus, sodass Wiesbaden nahezu mit voller Kapelle in die neue Spielzeit gehen kann. Das erleichtert die Arbeit für den neuen Trainer, der möglichst früh Stabilität und Automatismen in sein Spiel bringen möchte.

Enge Duelle gegen Münster in der Vergangenheit

Zum Auftakt wartet mit Münster jedoch ein unangenehmer Gegner. Die „Green Kalinen“ schlossen die vergangene Saison als Tabellenfünfter ab und liebäugeln nun mit dem Einzug ins Playoff-Halbfinale. In der Vorbereitung überzeugte das Team von Trainer Matthias Pack unter anderem gegen Aachen, Borken, Hamburg und den belgischen Meister Beveren. Gleichzeitig muss der USC personelle Rückschläge verkraften: Zuspielerin Carla Fuchs fällt nach einer Schulteroperation bis Jahresende aus, Außenangreiferin Amelie Strothoff (Knie-OP) sogar die gesamte Saison.

Die jüngste Vergangenheit zeigt zudem, wie eng die Duelle zwischen beiden Vereinen verlaufen. In der vergangenen Saison setzte sich der VC Wiesbaden in beiden Begegnungen erst im Tiebreak durch. Auch diesmal dürfte ein Spiel auf Augenhöhe zu erwarten sein, bei dem Kleinigkeiten über Sieg oder Niederlage entscheiden.

Erfolgreicher Start für weitere Entwicklung wichtig

Für den VCW geht es dabei nicht nur um die ersten Punkte der Saison. Nach dem personellen Umbruch und dem Trainerwechsel wäre ein erfolgreicher Start ein wichtiger Baustein für die weitere Entwicklung der Mannschaft. Viel Zeit zum Durchatmen bleibt ohnehin nicht: Bereits wenige Tage später steht mit dem Heimspiel am Mittwoch, 14. Oktober, gegen die Ladies in Black Aachen die nächste Aufgabe auf dem Programm, sowie am darauffolgenden Samstag, 17. Oktober, 17:15 Uhr ein Heimspiel gegen Skurios Volleys Borken (Doppelspieltag VCW 2 – Pink Crew München 20:15 Uhr).

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