Feuerwehreinsatz / Fotostrecke / Video
Wohnhaus in Medenbach in Flammen – Nachbarn und Feuerwehr retten zehn Menschen
Dichte Rauchschwaden und meterhohe Flammen. Großalarm für die Rettungskräfte in Wiesbaden-Medenbach. Am Freitagmorgen stand ein Wohngebäude in Flammen. Während eine moderne Feuerwehr-Drohne aus der Luft Live-Bilder lieferte, spielten sich am Boden dramatische Szenen ab. Dank der geistesgegenwärtigen Reaktion von Nachbarn, einem engagierten Passanten und den anrückenden Wehren gelangten alle zehn Bewohner rechtzeitig ins Freie. Das Gebäude ist akut einsturzgefährdet und unbewohnbar.
Fotos: Daniel Becker
Großalarm für die Rettungskräfte im Wiesbadener Ortsteil Medenbach. Am Freitagvormittag, 9. Oktober, schrillten um 9:47 Uhr bei der Berufsfeuerwehr, mehreren Freiwilligen Wehren und dem Rettungsdienst der Alarm. Über den Notruf 112 ging die Meldung über einen Wohnungsbrand im Kreuzungsbereich Fritz-Erler-Straße Ecke Hockenbergstraße ein.
Bereits vor dem Eintreffen der ersten Einsatzfahrzeuge lieferte moderne Technik einen entscheidenden Vorsprung: Die derzeit im Probebetrieb befindliche Feuerwehr-Drohne stieg auf und übermittelte Live-Aufnahmen direkt an die Zentrale Leitstelle. Darauf war eine massive Brandausbreitung zu sehen, sodass Einsatzleiter Tom Lukas Theis die Alarmstufe unmittelbar anpassen und den Kräfteansatz auf „Feuer 2 mit Menschenleben in Gefahr“ erhöhen konnte.
Bewohner flüchten – Nachbarn und Ersthelfer packen an
Vor Ort bot sich den Einsatzkräften ein dramatisches Bild. Das Feuer tobte im ersten Obergeschoss, und Flammen schlugen an mehreren Gebäudeseiten heraus. In dem Gebäudekomplex – bestehend aus Vorder- und Hinterhaus – sind insgesamt 13 Personen gemeldet. Zum Zeitpunkt des Brandes befanden sich zehn Bewohner im Inneren.
Dass Schlimmeres verhindert wurde, ist dem blitzschnellen Handeln aller Beteiligten zu verdanken. Ein Teil der Bewohner konnte sich selbstständig ins Freie retten. Weitere Personen wurden durch aufmerksame Nachbarn sowie einen zufällig vorbeikommenden Passanten – der selbst bei der Feuerwehr aktiv ist bzw. war – gewarnt und zusammen mit den ersten Einheiten der Freiwilligen Feuerwehr Medenbach zügig aus dem Gefahrenbereich gebracht.
Parallel zur Brandbekämpfung durchsuchten weitere Atemschutztrupps das verrauchte Gebäude, um sicherzustellen, dass sich niemand mehr in den Räumen befand. Das Aufatmen vor Ort war groß. Alle zehn Bewohner wurden unverletzt gerettet.
Betreuung im ESWE-Bus und seelsorgliche Hilfe
Die geretteten Personen wurden sofort vor Ort in Obhut genommen. Die Schnelleinsatzgruppe Betreuung des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) übernahm zusammen mit der Seelsorge in Notfällen (SiN) die Versorgung der Menschen.
Um den Betroffenen im kühlen Oktoberwetter einen geschützten Raum zu bieten, wurde kurzfristig ein Linienbus von ESWE Verkehr der an der Haltestelle Kirschenbergstraße Straße stand zur Betreuungsstelle. Die weitere längerfristige Unterbringung der Menschen organisierte anschließend die Polizei.
Großeinsatz für Wehren der Region – Decke einsturzgefährdet
Den Brand selbst bekämpften die Wehrleute von mehreren Seiten. Zwei Trupps gingen unter Atemschutz im Innenangriff vor, während ein weiterer Trupp das Feuer von außen bekämpfte. Zudem wurde die Dachhaut über eine Drehleiter von außen geöffnet, um versteckte Glutnester abzulöschen. So konnte der Brand zügig unter Kontrolle gebracht werden.
Bei den anschließenden Kontrollen zeigte sich jedoch das ganze Ausmaß der Zerstörung. Die historische Holzbalkendecke zwischen dem Erdgeschoss und dem ersten Obergeschoss ist massiv einsturzgefährdet. Das Gebäude darf nicht mehr betreten werden und ist bis auf Weiteres vollständig unbewohnbar.
Straße voll gesperrt – Hoher Sachschaden
Während der Einsatzmaßnahmen musste die Fritz-Erler-Straße im Bereich der Einsatzstelle voll gesperrt werden. Neben der Berufsfeuerwehr Wiesbaden standen die Freiwilligen Wehren aus Medenbach und Auringen im Löscheinsatz. Die Freiwillige Feuerwehr Naurod besetzte währenddessen die Wache, um den Grundschutz für das Stadtgebiet sicherzustellen. Der Rettungsdienst der Landeshauptstadt Wiesbaden, der von einem Organisatorischen Leiter geführt wurde, erhielt zusätzliche Unterstützung durch Einsatzkräfte aus dem benachbarten Main-Taunus-Kreis.
Die genaue Brandursache ist derzeit noch Gegenstand polizeilicher Ermittlungen, nach den Nachlöscharbeiten werden sich Experten der Kripo Wiesbaden den Brandort genau anschauen und die Bewohner befragen. Einsatzleiter Lukas hatte den Sachschaden am Vormittag vorläufig auf mehrere Hunderttausend Euro geschätzt.
In dem Haus kam es in den rund zwölf Monaten immer wieder zur kleinen Bränden, sowie Polizeieinsätze, wie Nachbarn berichteten.
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Dramatische Szenen am Freitagmorgen im Wiesbadener Stadtteil Medenbach. In einem Wohnhaus brach ein Feuer aus, das […]


