Fußball
Jochen Seitz ist neuer Cheftrainer beim SV Wehen Wiesbaden: Neustart nach Fehlstart
Die Trainerfrage beim SV Wehen Wiesbaden ist geklärt. Nach der bitteren 1:4-Heimpleite gegen den MSV Duisburg und der vorherigen Freistellung von Daniel Scherning hat der Drittligist am Mittwochnachmittag Jochen Seitz als neuen Cheftrainer präsentiert. Der 49-jährige Fußballlehrer bringt Nico Wegmann als neuen Co-Trainer mit. Bereits am 2. Oktober feiert Seitz sein Debüt an der Seitenlinie im Testspiel gegen den Karlsruher SC.
Fotos: Daniel Becker, SVWW
Das Heimspiel am Sonntagabend gegen MSV Duisburg verlor der SV Wehen Wiesbaden mit 1:4. Geschäftsführer Sport Uwe Stöver gab nach dem Spiel bekannt, dass die Cheftrainer-Position zum Anfang der langen Länderspielpause bekannt gegeben wird. Am Mittwochnachmittag, 23. September, lud der SVWW zur Pressekonferenz ein. Im Vorfeld wurden hauptsächlich die folgende Trainer disktutiert. Der 30-Jähige Tim Görner, der zuletzt den FSV Frankfurt tätig war und Markus Fiedler, 40 Jahre, der zuletzt den 1. FC Magdeburg und den VfB Stuttgart II trainierte.
Der SVWW stellte Jochen Seitz als neuen Cheftrainer vor. Der 49-jährige Fußballlehrer erhält beim SVWW einen Vertrag bis zum 30. Juni 2027 inklusive Verlängerungsoption und wird die Mannschaft ab sofort übernehmen. Der Wechsel markiert einen wichtigen Schritt nach dem Fehlstart in die neue Drittliga-Saison und der Freistellung von Daniel Scherning und dessen Co-Trainer Andreas Zimmermann.
Gemeinsam mit Seitz wechselt auch Co-Trainer Nico Wegmann auf den Halberg. Die bisherigen Co-Trainer Frank Steinmetz und Giuliano Modica bleiben weiterhin fester Bestandteil des Trainerteams und sorgen für Kontinuität im Funktionsteam.
„Aktive und mutige Spielidee, die hervorragend passt“
„Mit Jochen Seitz konnten wir einen Trainer für uns gewinnen, der in den vergangenen Jahren bewiesen hat, dass er Mannschaften erfolgreich entwickelt, stabilisiert und dauerhaft leistungsfähig macht. Seine Teams waren klar strukturiert, hatten eine erkennbare Handschrift und haben regelmäßig mehr erreicht, als viele ihnen im Vorfeld zugetraut hatten“, erklärte Uwe Stöver, Geschäftsführer Sport beim SV Wehen Wiesbaden.
„Gleichzeitig bringt er eine aktive und mutige Spielidee mit, die hervorragend zu unserer Mannschaft passt: hohe Intensität gegen den Ball, Tempo im eigenen Spiel und die klare Ausrichtung, Spiele gewinnen zu wollen. Wir sind weiterhin von der Qualität unseres Kaders überzeugt. Jetzt geht es darum, diese Qualität mit Struktur, Klarheit und Überzeugung auf den Platz zu bringen, um bis zur Winterpause die nötige Stabilität zu entwickeln und den Anschluss an das Tabellenmittelfeld herzustellen.“
„Großes Potenzial im Kader – reizvolle Aufgabe“
Der neue Chef an der Seitenlinie brennt auf seine neue Aufgabe: „Der SV Wehen Wiesbaden bringt vieles mit, was eine Aufgabe für einen Trainer attraktiv macht: ambitionierte Verantwortliche, professionelle Rahmenbedingungen und eine Mannschaft, in der großes Potenzial steckt. Die Gespräche mit den Verantwortlichen waren sehr professionell. Sie haben mich überzeugt und mir schnell ein sehr gutes Gefühl gegeben. Umso mehr freue ich mich darauf, endlich auf dem Trainingsplatz zu stehen und gemeinsam mit der Mannschaft die Arbeit aufzunehmen“, betont Jochen Seitz.
„Die Aufgabe, gemeinsam mit dem Trainerteam und der Mannschaft eine klare Struktur und Spielidee zu entwickeln und die vorhandene Qualität bestmöglich zur Geltung zu bringen, reizt mich sehr. Jetzt gilt es, die Mannschaft Schritt für Schritt zu stabilisieren, als Einheit weiterzuentwickeln und die Voraussetzungen für erfolgreiche Ergebnisse zu schaffen.“
Geballte Erfahrung – 162 Bundesliga-Spiele und Ausbildung mit Bestnote
Der gebürtige Unterfranke ist in der Region zwischen Spessart und Rhein-Main fest verwurzelt und bringt ein enormes Repertoire an Profi-Erfahrung mit. Seitz absolvierte 162 Erstliga- und 73 Zweitligapartien. Er schnürte die Schuhe unter anderem für den Hamburger SV, die SpVgg Unterhaching, den VfB Stuttgart, Schalke 04, den 1. FC Kaiserslautern und die TSG Hoffenheim. Dabei sammelte er wertvolle Einblicke unter Trainer-Ikonen wie Felix Magath, Jupp Heynckes und Ralf Rangnick. Zu seinen sportlichen Höhepunkten zählten der Bundesliga-Aufstieg mit Unterhaching 1999, die Deutsche Vizemeisterschaft mit dem VfB Stuttgart 2003 sowie der Durchmarsch von der 3. Liga bis ins Oberhaus mit Hoffenheim.
Nach ersten Stationen beim FC Bayern Alzenau formte Seitz von 2016 bis 2023 den SV Viktoria Aschaffenburg zu einer Spitzenmannschaft im bayerischen Fußball (Aufstieg in die Regionalliga Bayern 2018, Teilnahme an den Aufstiegsspielen zur 3. Liga 2021). Anschließend führte er den traditionsreichen 1. FC Lokomotive Leipzig in den Spielzeiten 2024/25 und 2025/26 jeweils souverän zur Meisterschaft in der Regionalliga Nordost. Seine Teams glänzten dabei stets mit Spitzenwerten in Offensive und Defensive.
Seine Ausbildung zum DFB-Fußballlehrer schloss Seitz im Mai 2021 mit der Traumnote 1 ab.
Debüt im Test gegen den KSC – Drittliga-Premiere in Ingolstadt
Für ein langes Einleben bleibt dem neuen Cheftrainer keine Zeit, denn bereits am Freitag, 2. Oktober, steht Seitz im Testspiel gegen den Zweitligisten Karlsruher SC erstmals als SVWW-Cheftrainer an der Linie, um sich unter Wettkampfbedingungen ein genaues Bild vom Kader zu machen.
Der scharfe Start im Ligabetrieb folgt nach der Länderspielpause: Am Sonntag, 11. Oktober, feiert Seitz sein Pflichtspiel-Debüt bei den Schanzern des FC Ingolstadt.
Auswärtsspiel in Ingolstadt am 11. Oktober
Richtig ernst wird es dann am Sonntag, 11. Oktober, 13:30 Uhr wenn der SV Wehen Wiesbaden beim FC Ingolstadt 04 antritt. Eventuell findet vorher möglicherweise noch das Hessenpokal-Achtelfinale gegen den Sechstligisten SG Bornheim Grün-Weiß statt, hier steht noch die genaue Terminierung aus. Bis dahin will der neue Coach die Mannschaft intensiv kennenlernen, erste Eindrücke sammeln und seine Spielphilosophie vermitteln.
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