Verkehrsunfall
Rücksichtsloses Manöver löst Kettenreaktion auf A3 bei Wiesbaden-Medenbach aus: 11 Verletzte und Vollsperrung
Ein hochgefährliches Fahrmanöver hat am Sonntagnachmittag auf der Autobahn 3 nahe der Raststätte Wiesbaden-Medenbach für viel verbeultes Blech gesorgt. Nach einem verbotenen Rechts-Überholen krachten zunächst fünf Fahrzeuge ineinander. Im kilometerlangen Rückstau folgte wenig später die zweite Karambolage. Die Bilanz: Elf Verletzte, hoher Schaden und eine stundenlange Vollsperrung.
Fotos: Daniel Becker
Ein 54 Jahre alter Ford-Fahrer war um etwa 15:31 Uhr am Sonntag, 26. Juli, auf dem linken Fahrstreifen der Autobahn 3 von Niedernhausen kommend in Richtung Wiesbadener Kreuz unterwegs, als sich etwa einen Kilometer vor der Rastanlage Wiesbaden-Medenbach dramatische Szenen abspielten.
Illegales Schnittmanöver löst Fünffach-Kollision aus
Nach bisherigen Erkenntnissen der Autobahnpolizei Wiesbaden überholte ein bislang unbekannter Audi-Fahrer den Ford verbotswidrig von rechts. Beim anschließenden, scharfen Wiedereinscheren schnitt er den 54-Jährigen so knapp, dass dieser eine Notbremsung einleiten musste.
Eine nachfolgende 25-jährige Audi-Fahrerin konnte nicht mehr rechtzeitig reagieren und krachte auf den Ford. Drei weitere Fahrzeuge rauschten in der Folge ungebremst in die Unfallstelle. Insgesamt befanden sich 16 Personen – darunter auch mehrere Kinder – in den beteiligten Autos.
Bei der Fünffach-Kollision wurden neun Menschen verletzt. Die 54-jährige Beifahrerin im Wagen der 25-Jährigen erlitt schwere Verletzungen. Sie wurde vor Ort notärztlich versorgt und umgehend in eine Wiesbadener Klinik transportiert. Auch eine Familie in einem weiteren Fahrzeug erlitt leichte bis mittelschwere Verletzungen.
Senior übersieht Bremsmanöver
Wegen der Rettungsarbeiten und zahlreicher auf der Fahrbahn verstreuter Trümmerteile musste die Richtungsfahrbahn Würzburg voll gesperrt werden. Die Folge war ein rasch anwachsender Rückstau.
Rund zwei Kilometer hinter der ersten Unfallstelle kam es dadurch zum nächsten Crash: Ein 86-jähriger BMW-Fahrer übersah die vor ihm abbremsenden Fahrzeuge und fuhr auf seinen Vordermann auf. Ein drittes Fahrzeug krachte schließlich in den BMW des Seniors. Der 86-Jährige und seine 84-jährige Beifahrerin wurden leicht verletzt und ebenfalls ins Krankenhaus gebracht. Damit stieg die Gesamtzahl der Verletzten auf elf Personen.
Großeinsatz der Feuerwehren – Vorbildliche Rettungsgasse
Ein Großaufgebot an Rettungskräften war stundenlang gefordert: Neben der Berufsfeuerwehr Wiesbaden waren die Freiwilligen Feuerwehren Auringen und Naurod sowie Einheiten aus dem Rheingau-Taunus-Kreis und dem Main-Taunus-Kreis vor Ort. Vier Rettungswagenbesatzungen, zwei Notärzte und die Technische Einsatzleitung versorgten die Verunglückten.
Ein ausdrückliches Lob sprachen die Einsatzkräfte den Autofahrern aus: Die Rettungsgasse funktionierte vorbildlich, sodass die Notärzte ohne Verzögerung zur Einsatzstelle durchkommen konnten.
Gaffer behindern Gegenverkehr – Polizei fahndet nach Verursacher
Für Unverständnis sorgte hingegen das Verhalten auf der Gegenspur in Fahrtrichtung Köln: Zahlreiche Schaulustige verlangsamten ihre Fahrt, um Blicke auf die Unfallstelle zu werfen. Der dadurch entstandene Impactstau führte auch in Richtung Norden zu erheblichen Verkehrsbehinderungen.
Insgesamt wurden bei beiden Kollisionen acht Fahrzeuge beschädigt, vier davon mussten von Abschleppdiensten abtransportiert werden. Den Gesamtschaden schätzt die Polizei auf rund 88.000 Euro. Erst nach rund drei Stunden konnte die A3 wieder vollständig freigegeben werden. Durch frühzeitige Umleitungsempfehlungen über Niedernhausen und Idstein hielten sich die Beeinträchtigungen im Rahmen.
Die Polizei ermittelt intensiv wegen des gefährlichen Eingriffs in den Straßenverkehr und sucht dringend nach dem flüchtigen Fahrer des unbekannten, unfallauslösenden Audis. Hinweise nimmt die Autobahnpolizei entgegen.
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