Fußball

SV Wehen Wiesbaden vor Duell mit frisch gebackenem Aufsteiger Osnabrück

Der SV Wehen Wiesbaden empfängt am Sonntag den frisch gebackenen Zweitliga-Aufsteiger VfL Osnabrück. Cheftrainer Daniel Scherning fordert von seinem Team maximale Konsequenz. Trotz sieben siegloser Spiele glaubt der Coach fest daran, dass seine Mannschaft den Bock umstoßen kann.

Von: |Erschienen am: 2. Mai 2026 22:43|

Archivfoto: Andreas Volz

Am 36. Spieltag der 3. Liga wartet auf den SV Wehen Wiesbaden ein echtes Brett. Der Tabellenführer und seit Samstagabend feststehende Aufsteiger VfL Osnabrück gastiert in der BRITA-Arena am Sonntag, 16:30 Uhr. Für SVWW-Cheftrainer Daniel Scherning ist es ein besonderes Spiel sportlich wie emotional.

Mehrere Ausfälle, ein wichtiger Rückkehrer

Niklas May fehlt nach seiner Gelb-Roten Karte gegen Aue gesperrt. Weiterhin nicht einsatzbereit sind Gino Fechner (Muskelfaserriss), Florian Hübner (Gehirnerschütterung), Ryan Johansson (Adduktorenprobleme) und Orestis Kiomourtzoglou (muskuläre Probleme). Dafür steht mit Simon Stehle ein Spieler vor seinem Comeback, der dem SVWW laut Scherning „eine Komponente gibt, die uns über viele Wochen gefehlt hat“ wie Tiefgang, Tempo, Wucht und die Fähigkeit, die letzte Linie konstant zu bedrohen.

Scherning über Rückschläge

Das 2:2 gegen Aue war für den Coach ein Paradebeispiel dafür, wie eng die Spiele derzeit laufen. „Wir gehen zweimal in Führung, halten sie aber nicht. Aue macht aus wenig viel, wir haben 15 Ecken und erzielen daraus nur ein Tor. Dagegen müssen wir uns stemmen. Dazu braucht es Glaube, Haltung und Konsequenz“, so Scherning im Spieltagsinteriew. Gleichzeitig betont er, wie wichtig es sei, der Mannschaft trotz Kritik ein gutes Gefühl zu geben.

Besonderes Wiedersehen mit dem Ex-Klub

Für Scherning ist das Duell mit Osnabrück mehr als ein normales Ligaspiel. Der VfL war der Verein, der ihm den Sprung vom Co- zum Cheftrainer ermöglichte. „Ich habe eine sehr gute Verbindung zu Osnabrück und gönne ihnen den Erfolg“, sagt er und stellt klar: „Am Sonntag stehen die Spieler im Mittelpunkt, nicht ich.“

Aufstieg bereits am frühen Samstagabend perfekt

Osnabrück reist mit über 4.000 Fans an und kann völlig befreit aufspielen. Durch das 1:6 von Verfolger Essen in Großaspach bei VfB Stuttgart II steht der Aufstieg seit dem späten Samstagnachmittag bereits fest. Nach Ankunft im Teamhotel feierten die Mannschaft und der Staff ausgelassen. Der Gäste-Coach will dennoch am Sonntagmorgen eine schlagkräftige Mannschaft aufstellen.

Im Vorfeld zum Spiel steht am Sonntag, um 13:30 Uhr, das Verfolgerduell zwischen Duisburg und Cottbus an. Der SVWW hatte den Gästefans eine Leinwand-Übertragung vor dem Stadion angeboten. Durch den vorzeitigen Aufstieg ist das Spiel für Osnabrück nur noch wenig von Bedeutung. Sollte Cottbus die Partie im Vorfeld verlieren, wäre sogar die 3. Liga-Meisterschaft perfekt, ebenso bei einem eigenen Auswärtssieg.

Gute Balance zwischen Angriff und Restverteidigung

Der SVWW will gegen den Tabellenführer mutig, aber kontrolliert auftreten. „Wir brauchen eine gute Balance zwischen Angriff und Restverteidigung. Es wird darauf ankommen, die wenigen Chancen konsequent zu nutzen“, so der Coach. Scherning erwartete zum Zeitpunkt des Interviews eine enorme Wucht sportlich wie atmosphärisch. Dass der VfL bereits aufgestiegen ist, spielt für Scherning keine Rolle. „Wir sollten einen hohen Anspruch an unsere Leistung haben unabhängig davon, was beim Gegner passiert.“ Nach sieben sieglosen Spielen will der SVWW endlich wieder ein Erfolgserlebnis.

SVWW und Empty Stands machen auf ME/CFS aufmerksam

Parallel zum sportlichen Geschehen nutzt der SV Wehen Wiesbaden den Spieltag, um auf die schwere Multisystemerkrankung ME/CFS aufmerksam zu machen. Die Initiative Empty Stands, gegründet von an ME/CFS, Long COVID und Post-Vac erkrankten Fußballfans, macht sichtbar, wie viele Betroffene aufgrund ihrer Erkrankung aus ihrem früheren Leben und damit auch aus den Stadien verschwinden.

ME/CFS führt zu schwerer Fatigue, kognitiven Einschränkungen, starken Schmerzen und einer ausgeprägten Reizempfindlichkeit. Das Leitsymptom ist die Post-Exertionelle Malaise (PEM), eine teils drastische Verschlechterung nach geringer körperlicher oder geistiger Belastung. In Deutschland sind über 650.000 Menschen betroffen.

Im Stadion informieren Vertreterinnen und Vertreter von Empty Stands an einem Infostand über die Erkrankung. Zudem werden Schals und T-Shirts zugunsten der Forschung angeboten, Spenden gesammelt und über eine Spendenliga besteht außerdem die Möglichkeit, sich im Namen der „Wehener“ an der Unterstützung zu beteiligen.

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