Fußball

SV Wehen Wiesbaden bringt Heimsieg gegen VfB Stuttgart II über die Ziellinie

Zum Abschluss der Englischen Woche wollte der SVWW seine erfolgreiche Heimserie fortsetzen. Zur Pause führte das Team von Daniel Scherning mit zwei Toren. Im zweiten Durchgang konnte Stuttgarts Zweite verkürzen. Allerdings verteidigten die Hessen den knappen Sieg bis zum Abpfiff.

Von: |Erschienen am: 7. März 2026 15:58|

Archivfoto: Andreas Volz

Mitten in der Englischen Woche musste der SVWW nach dem schwachen Auftritt in Saarbrücken einen Rückschlag verkraften. Am Samstagnachmittag sollte in der BRITA‑Arena eigentlich der siebte Heimsieg in Serie her – so hatte es sich das Team von Daniel Scherning vorgenommen.

Fünf Änderungen in der Startelf

Im Vergleich zum Auswärtsspiel nahm Cheftrainer Daniel Scherning fünf personelle Veränderungen vor. Tarik Gözüsirin, Moritz Flotho, Ben Nink, Fabian Greilinger und Ryan Johansson rückten neu in die Anfangsformation. Weiterhin fehlten verletzungsbedingt Donny Bogicevic (muskuläre Probleme) sowie Robin Kalem, Ole Wohlers, Torhüter Florian Stritzel und Simon Stehle (alle Muskelfaserriss).

Frühes Freistoßtor

Bei frühlingshaften Temperaturen wurde die Partie in der BRITA‑Arena angepfiffen – und die Rot‑Schwarzen starteten mit viel Schwung. Die erste Chance hatte Flotho (3.), dessen abgefälschter Schuss knapp am linken Pfosten vorbeistrich. Kurz darauf sorgte ein direkt verwandelter Freistoß von Gözüsirin (5.) aus 18 Metern für die frühe Führung. Der Ball segelte präzise ins rechte obere Eck – sein vierter Saisontreffer.

Flotho erhöht für den SVWW

Der SVWW blieb am Drücker. Gözüsirin (13.) zog aus sechs Metern ab, verfehlte das Tor jedoch knapp. Auf der Gegenseite bot sich Darvich (16.) die große Ausgleichschance, doch Keeper Noah Brdar reagierte stark. Dann spielte Kaya einen perfekten Ball hinter die Stuttgarter Kette. Flotho (16.) setzte sich durch, blieb vor Keeper Hellstern cool und schob zum 2:0 ein.

Munteres Spiel bis zur Pause

Ein weiterer gefährlicher Freistoß des SVWW folgte kurz darauf. Gözüsirin (20.) zielte auf den kurzen Pfosten, doch ein Offensivfoul beendete die Aktion. Stuttgart suchte den Anschluss: Spalt (24.) zog aus 20 Metern ab. Auf der anderen Seite versuchte es Kapitän Kaya (27.) mit einem Drehschuss aus 13 Metern. Drei Minuten später herrschte kurz Unordnung im SVWW‑Strafraum, doch der Schiedsrichter entschied nach einem Foul auf Entlastung.

Lattentreffer in der Nachspielzeit

Kurz vor der Pause bot sich Stuttgart erneut die Chance zum 1:2. Darvich (42.) setzte sich an der Grundlinie durch, verfehlte aus fünf Metern aber knapp. In der Nachspielzeit wurde es noch einmal brenzlig: Nach einem Freistoß von Diehl landete der Ball bei Groiß, dessen Abschluss aus zehn Metern an die Querlatte klatschte – Glück für die Hessen.

Stuttgart nahm zwei Wechsel zur zweiten Hälfte vor. Die Gäste waren nun mehr aktiv. Der eingewechselte Nankishi (58.) zog nach seiner ersten Aktion direkt ab. Keeper Brdar faustete die Kugel weg. Die Rot-Schwarzen suchten über schnelle Vorstöße ihr Glück, blieben aber meist ideenlos und passiv. In der Folge gelang der Gästemannschaft der Anschlusstreffer. Darvich luchste Ati Allah den Ball ab und stürmte auf das SVWW-Tor zu und legte auf Nankishi ab. Der Eingewechselte traf aus zehn Metern ins rechte untere Eck zum 1:2.

Ampelkarte für Groiß

In der 77. Minute sah Stuttgarts Spieler Groiß nach einem Handspiel die Gelb-Rote Karte. Kurz darauf wurde der glücklose 18-Jährige Ati Allah nach einer Viertelstunde Spielzeit ausgewechselt, für ihn kam Milad Nejad in die Partie. In den Schlussminuten suchten die Hessen die Entscheidung. Stuttgart konnte mit einem Mann weniger nicht mehr viel ausrichten.

Sieben Minuten Nachspielzeit wurde angezeigt. Der Stuttgarter Torwart war weit vorgerückt. Schleimer (90.+5) versuchte die Situation auszunutzen, ohne Erfolg. Der VfB wollte bis zum Schluss den Ausgleich, vergeblich. Am Ende freuten sich die Spieler über den knappen Heimerfolg gegen die jungen Schwaben.

Willig: Verschlafener Spielbeginn

VfB Stuttgart II Trainer Nico Willig kritisierte den verschlafenen Spielbeginn seiner Mannschaft scharf und merkte ironisch an, sein Team sei erst um 14:20 Uhr statt um 14:00 Uhr auf dem Platz gewesen. Die körperliche Präsenz und das schnelle Umschaltspiel des SVWW hätten seine Spieler überrascht, was folgerichtig zum frühen 0:2-Rückstand führte. In der zweiten Halbzeit zeigte er sich jedoch zufrieden mit der Energie und den frühen Wechseln (vier Wechsel bis zur 57. Minute), die beinahe noch zum Ausgleich geführt hätten, bevor eine Gelb-Rote Karte den Schwung nahm.

Scherning: Naive Entscheidung und mangelende Entlastung nach der Pause

SVWW-Coach Daniel Scherning zeigte sich trotz des Sieges nur bedingt zufrieden und sprach von einer „schlechten zweiten Halbzeit“ seiner Mannschaft. Während er die Effizienz, das Standardtor zum 1:0 und den Konter zum 2:0 in der ersten Hälfte lobte, kritisierte er die naiven Entscheidungen und mangelnde Entlastung nach der Pause. Er betonte, dass man sich in den verbleibenden zehn Saisonspielen deutlich steigern müsse, um weiterhin an den obereren Plätzen dabei zu sein.

Gözüsirin: Mit Intensität, Power und den Fans im Rücken eine echte Macht

„Wir waren heute viel aktiver als am Mittwoch, haben gut gearbeitet, uns früh mit dem 2:0 belohnt und insgesamt nicht viel zugelassen. Gegen so eine spielstarke Mannschaft musst du auch mal leiden, aber zuhause mit unserer Intensität, der Power und den Fans im Rücken sind wir aktuell eine echte Macht mit sieben Heimsiegen in Folge. Jetzt freuen wir uns auf ein Topspiel gegen 1860, zwei formstarke Mannschaften auf Augenhöhe, und wollen auch dort die drei Punkte mitnehmen“, sagte Tarik Gözüsirin nach dem Spiel.

Auswärtsspiel in München

Am Samstag, 14. März, steht das nächste Auswärtsspiel an. Der SVWW tritt beim TSV 1860 München an. Die Partie wird um 16:30 Uhr angepfiffen. Fehlen wird Florian Hübner, der die fünfte Gelbe Karte beim Heimspiel gegen Stuttgart sah.

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InfoBox

SV Wehen Wiesbaden – VfB Stuttgart II 2:1 (2:0)

SV Wehen Wiesbaden: Brdar – Gillekens, Hübner, Janitzek – Nink (62. Mockenhaupt), Gözüsirin, Fechner, Greilinger – Johansson (62. Ati Allah (78. Nejad)), Flotho (89. Agrafiotis) – Kaya (c) (62. Schleimer).

VfB Stuttgart II: Hellstern – Olivier (84. Lüers), Groiß, Nothnagel (c), Spalt – di Benedetto, Catovic (46. Ouro-Tagha), Penna (46. Sessa), Darvich, Diehl (57. Nankishi) – Sankoh (57. Freßle).

Tore:
1:0 Gözüsirin (5.)
2:0 Flotho (16.)
2:1 Nankishi (66.)

Gelbe Karten:
Hübner (5. GK), Janitzek, Nejad / Olivier, von der Felsen (Bank)

Gelb-Rote Karte:
Groiß (76. Handspiel)

Schiedsrichter:
Felix Wagner

Zuschauer:
2.744

3. Liga Saison 2025/26
29. Spieltag | Samstag, 14. März, 16:30 Uhr TSV 1860 München – SVWW
30. Spieltag | Freitag, 20. März, 19:00 Uhr SVWW – F.C. Hansa Rostock
Halbfinale Hessenpokal Mittwoch, 25. März, 19:00 Uhr 1. FC Germania Ober-Roden – SVWW
Testspiel Donnerstag, 26. März, 14:00 Uhr Karlsruher SC – SVWW