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Rhinos stürmen ins EuroCup‑1‑Finale: Unbesiegt nach Sardinien

Das Wiesbadener Team hat in Frankreich ein perfektes Wochenende hingelegt und sich ungeschlagen für das EuroCup‑1‑Finale qualifiziert. Mit vier Siegen aus vier Spielen setzte das Team aus Wiesbaden ein eindrucksvolles Ausrufezeichen im europäischen Wettbewerb.

Von: |Erschienen am: 8. Februar 2026 01:12|

Fotos: Melodie Gagneux

Die Rhine River Rhinos schreiben ihre internationale Erfolgsgeschichte weiter. Ein Jahr nach dem Triumph im EuroCup 2 hat die Mannschaft aus der hessischen Landeshauptstadt erneut einen historischen Schritt vollzogen: Mit einer makellosen Bilanz von vier Siegen aus vier Spielen qualifizierten sich die Rhinos im französischen Le Puy‑en‑Velay souverän für das Final Four des EuroCup 1. Vom 23. bis 26. April kämpfen sie im italienischen Sassari (Sardinien) nun um die europäische Krone.

Das Wochenende in der Auvergne wurde zur eindrucksvollen Demonstration des vielzitierten „Rhinos Spirit“ – geprägt von taktischer Reife, mannschaftlicher Geschlossenheit und bemerkenswerter Nervenstärke in den entscheidenden Momenten.

Samstag: Ein Auftakt nach Maß

Schon am ersten Turniertag machten die Rhinos deutlich, dass sie in Frankreich mehr wollten als nur ein gutes Ergebnis. Ein offensives Feuerwerk gegen CTH de Lannion (93:58) legte den Grundstein, ehe das Team im zweiten Spiel des Tages gegen das spanische Topteam Fundación Aliados Valladolid seine mentale Stärke unter Beweis stellte. Der 66:60‑Arbeitssieg bedeutete die Tabellenführung – und die Gewissheit, dass die schwersten Aufgaben erst noch folgen würden.

Sonntag: Charaktertest und Nervenkrimi

Der zweite Turniertag forderte die Mannschaft von Headcoach Chris Huber physisch wie mental. Gegen die 8TF FlinkStones Graz geriet der Rhinos‑Motor zunächst ins Stottern. Durch rotierende Line‑ups, um Kräfte zu schonen, fehlte der Rhythmus, und zur Halbzeit lagen die Wiesbadener überraschend 34:35 zurück. Doch nach der Pause zeigte das Team seine ganze Klasse: Die Defense stand, das Tempo stimmte, und ein starkes drittes Viertel (24:13) ebnete den Weg zum verdienten 75:64‑Erfolg. Herausragend: Mojtaba Kamali (30 Punkte, 10 Rebounds) und Kei Akita (17 Punkte, 10 Rebounds) mit Double‑Doubles sowie Spielmacher Nico Dreimüller (12 Punkte, 7 Assists).

Der Showdown im Hexenkessel

Am Abend wartete der ultimative Härtetest: Gastgeber Les Aigles du Velay, unterstützt von 1.100 lautstarken Fans. Die Rhinos starteten furios und setzten im zweiten Viertel mit einem 11:0‑Lauf ein Ausrufezeichen. Fast sieben Minuten lang blieb der Gegner ohne Korb, zur Halbzeit stand eine komfortable 32:19‑Führung.

Doch die Franzosen gaben nicht auf. Angetrieben vom Publikum kämpften sie sich Punkt für Punkt heran, bis der Vorsprung 90 Sekunden vor Schluss auf 58:57 geschmolzen war. In dieser Phase, in der Spiele oft kippen, blieben die Rhinos eiskalt. Trotz Foulproblemen von Kamali übernahmen andere Verantwortung: Lowpointer Jim Palmer glänzte mit 12 Punkten, und die Japaner Kei Akita sowie Takuya Furusawa verwandelten in der Schlussphase nervenstark ihre Freiwürfe. Der 63:59‑Sieg bedeutete: ungeschlagen ins Finale.

Zwei Rhinos im All‑Star‑Team

Die individuelle Klasse der Wiesbadener wurde zusätzlich gewürdigt: Mojtaba Kamali und Nico Dreimüller wurden in das All‑Star‑Team des Turniers gewählt – ein starkes Zeichen für die Qualität und Konstanz des Duos.

„Wir können stolz auf uns sein. In vier sehr harten Spielen haben wir mit Herz und Rhinos‑Mentalität Wege gefunden, um zu gewinnen. Jeder Einzelne hat seinen Teil beigetragen – und trotzdem haben wir noch Luft nach oben“, so Headcoach Chris Huber. „Ich bin unfassbar stolz auf unsere Mannschaft. Vor über 1.000 Fans gegen Le Puy zu bestehen, zeigt, wie sehr wir gewachsen sind. Jetzt geben wir alles für das Finale“, sagt Nico Dreimüller. Center Mojtaba Kamali: „Diese Qualifikation macht mich unglaublich stolz. Die Wahl ins All‑Star‑Team ist eine große Ehre – aber vor allem ein Erfolg des gesamten Teams.“

Einzug EuroCup-1-Finale kein Zufallsprodukt

Geschäftsführer Mirko Korder und Sportlicher Leiter Marvin Malsy:  „Im Namen des gesamten Management-Teams möchten wir Danke sagen: aus tiefstem Herzen. Dieser wichtige Erfolg und der Einzug ins EuroCup-1-Finale sind kein Zufallsprodukt, sondern das Ergebnis eines unglaublichen Zusammenhalts. Ein solcher Meilenstein wäre ohne unsere treuen Wegbegleiter schlichtweg nicht möglich gewesen. Unser Dank gilt jedem Einzelnen, der Teil der Rhinos-Familie ist: Unseren treuen Fans, jedem einzelnen Funktionär und vor allem den vielen ehrenamtlichen Helfern und Kooperationspartnern, die unermüdlich im Hintergrund arbeiten. Ein ganz besonderer Dank geht an unseren Hauptsponsor, die R+V Versicherung und deren gesamte Belegschaft – die uns unglaublich unterstützt –, an die Landeshauptstadt Wiesbaden und vor allem an jene, die sich am Crowdfunding beteiligt haben. Es ist genau diese Summe der Teile, die uns stark macht. Wir sind unglaublich stolz und dankbar, euch und Wiesbaden in Europa repräsentieren zu dürfen – dieser Sieg gehört jedem Einzelnen von euch!“

Mission Sardinien

Mit dem Ticket für das Final Four hat das Wiesbadener Team sein internationales Saisonziel bereits übertroffen. Doch der Hunger ist groß. Bis zum Turnier in Sassari gilt der Fokus der Bundesliga – und dem Ziel, den Schwung aus Frankreich mitzunehmen. Denn eines hat dieses Wochenende erneut gezeigt: You can’t stop a running Rhino.

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