Fußball

Dritter Streich in sechs Tagen? SV Wehen Wiesbaden will in Regensburg die Bilanz aufpolieren

Zwei Spiele, zwei Siege: Unter Jochen Seitz hat der SV Wehen Wiesbaden die Wende eingeleitet. Zum Ende der englischen Woche geht es am Samstag zum SSV Jahn Regensburg, wo die Rot-Schwarzen seit mehr als 16 Jahren nicht mehr gewonnen haben.

Von: |Erschienen am: 17. Oktober 2026 08:52|

Archivfoto: Andreas Volz

Das 4:2 in Ingolstadt und das 3:0 gegen Alemannia Aachen haben dem SV Wehen Wiesbaden Luft verschafft. Mit elf Punkten steht der SVWW auf Rang 13. Cheftrainer Jochen Seitz verweist aber selbst auf die Tabelle: „Wir waren natürlich schon unter einem gewissen Druck und sind es nach wie vor.“ Die Länderspielpause habe sein Team für Analysen genutzt, um herauszufinden, was am besten zum vorhandenen Kader passt. „Ich glaube, das hat ganz gut funktioniert, auch mit dem Umschaltspiel und defensiv kompakter zu stehen. Die Jungs nehmen das super an.“ Über Belohnungen für die Mannschaft will er erst nach den englischen Wochen reden.

Einige Positionsveränderungen angegangen

Trotz des klaren Siegs gegen Aachen war ihm der tiefe Block in der ersten Halbzeit zu tief. „In der zweiten Halbzeit sind wir das offensiver und aggressiver angegangen, haben kaum noch etwas zugelassen und bessere Umschaltmöglichkeiten bekommen“, sagt Seitz. Seine Mannschaft müsse lernen, wann sie tief verteidigt und wann sie ins Pressing geht: „Das ist ein Prozess. Es ist klar, dass noch nicht alles perfekt läuft.“ Auch die neuen Rollen sollen kein Experiment bleiben. Gino Fechner spielt offensiver auf der Acht, Lukas Schleimer auf der Zehn, Fabian Greilinger ist von links nach rechts gewechselt. „Wichtig ist, dass jeder auf seiner Position weiß, was er zu tun hat. Es wird einen klaren Matchplan geben.“

Nink wieder eine Option – Wechsel in der Startelf nicht ausgeschlossen

Beim Personal kann Seitz wieder auf Ben Nink zurückgreifen, der nach einem Magen-Darm-Infekt in den Kader zurückkehrt. Weiter fehlen Jordy Gillekens (muskuläre Probleme), Tarik Gözüsirin (letztes Spiel seiner Sperre), Sinan Karweina (Muskelverletzung im Oberschenkel), Simon Stehle (Kreuzbandzerrung) und David Suárez (Knöchelverletzung). Bei Gillekens hofft der Trainer „mit ein bisschen Glück“ auf ein Comeback in der kommenden Woche. Es ist das dritte Spiel in sechs Tagen, doch Seitz sieht die Belastung vor allem im Kopf: „Regensburg hat ebenfalls eine englische Woche hinter sich. Die Jungs müssen sich durchbeißen.“ Wechsel in der Startelf schließt er nicht aus: „Wir werden auf jeden Fall eine Elf auf den Platz bringen, die von Anfang an Gas geben kann. Die Jungs, die reinkommen, müssen das dann nahtlos fortsetzen.“

Regensburg gibt 2:0 in Verl her

Der Jahn steht mit neun Punkten auf Platz 17, ist aber in Form gekommen. Nach knappen Heimniederlagen feierte die Mannschaft von Sascha Hildmann am vergangenen Samstag mit dem 5:0 gegen Havelse den ersten Sieg im eigenen Stadion. In Verl führte sie am Mittwoch zur Pause durch Lucas Hermes und Oscar Schönfelder mit 2:0, ehe Dennis Waidner mit zwei Toren noch das 2:2 erzielte. Bis auf die Langzeitverletzten Florian Dietz, Davis Asante, Robin Ziegele, Benedikt Saller und Felix Strauß sind alle Spieler an Bord. Auch Hildmann macht die Aufstellung von der Fitness abhängig: „Ich hoffe, dass wir nach all den Strapazen noch mal alle Körner freilegen können. Fakt ist, dass wir da auf die Spieler hören müssen.“

Seitz erwartet ähnliches Spiel wie gegen Aachen

Seitz erwartet ein ähnliches Spiel wie gegen Aachen, mit hohem Pressing des Gegners, und will selbst über Konter zuschlagen: „Wir haben ein sehr gutes Umschaltspiel und viel Geschwindigkeit in der vorderen Reihe.“ Hinten zählen für ihn eine stabile Restverteidigung und die Arbeit gegen den Ball: „Wichtig ist, die tiefen Laufwege des Gegners aufzunehmen, damit wir dort nichts anbieten.“

Regensburg liegt in der Statistik vorne

Die Geschichte spricht klar für den Jahn. Von 29 Duellen gewann Regensburg 15, zuletzt im Februar mit 2:1 im eigenen Stadion. Von den letzten acht Heimspielen gegen Wiesbaden entschied der Jahn sechs für sich. Der letzte Wiesbadener Sieg in Regensburg datiert vom April 2010 und gelang noch im alten Jahnstadion. Unvergessen ist in Regensburg auch die Relegation im Mai 2024, die dem Jahn den Aufstieg in die 2. Bundesliga brachte. „Statistiken interessieren mich in diesem Fall überhaupt nicht“, sagt Seitz und fügt mit einem Lächeln an: „Es wird aber Zeit, dass wir die Statistik ein bisschen beschönigen.“ Ein Wiedersehen gibt es für Philipp Hercher: Der Außenbahnspieler war von 2006 bis 2011 im Jahn-Nachwuchs.

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