Gesundheit

Keine Entwarnung vor Mittwoch: Abkochgebot in der Wiesbadener City bleibt vorsorglich bestehen

Geduldsprobe für Anwohner und Betriebe in Teilen der Wiesbadener Innenstadt: Das nach dem Fund des Bakteriums „Pseudomonas aeruginosa“ im Kurhaus-Umfeld verhängte Abkochgebot bleibt vorerst in Kraft. Wie die Wasserversorgungsbetriebe der Landeshauptstadt Wiesbaden und das Gesundheitsamt am Montag mitteilen, ist eine abschließende Bewertung noch nicht möglich. Neue, belastbare Untersuchungsergebnisse werden erst für Mittwoch oder Donnerstag erwartet. Sieben zusätzliche Kontrollproben in der City und angrenzenden Straßen brachten immerhin unauffällige Befunde.

Von: |Erschienen am: 28. September 2026 16:30|

Symbolfoto

Die vorsorglichen Schutzmaßnahmen für das Trinkwasser im Wiesbadener Innenstadtbereich müssen verlängert werden. Nachdem am Freitag, 25. September, im Leitungsnetz der näheren Umgebung des Kurhauses eine Belastung mit dem Umweltkeim Pseudomonas aeruginosa festgestellt worden war, laufen die Analysen und Gegenmaßnahmen auf Hochtouren. Eine allgemeine Entwarnung für die betroffenen Straßenzüge kann zum Wochenstart jedoch noch nicht gegeben werden.

Wie die Verantwortlichen am Montag mitteilten, ist eine abschließende Beurteilung der mikrobiologischen Lage derzeit noch nicht möglich. Mit den nächsten belastbaren Laborbefunden rechnen die Behörden und der Versorger voraussichtlich erst am Mittwoch, 30. September, oder Donnerstag, 1. Oktober. Bis diese Ergebnisse vorliegen, bleibt das vorsorgliche Abkochgebot für das betroffene Kerngebiet uneingeschränkt bestehen.

Sieben weitere Kontrollstellen bakteriologisch unauffällig

Um festzustellen, ob sich der Keim über das Kurhaus-Umfeld hinaus ausgebreitet hat, hatten die Wasserversorgungsbetriebe der Landeshauptstadt Wiesbaden (WLW) bereits am vergangenen Freitag an sieben weiteren, strategisch wichtigen Entnahmestellen im Stadtgebiet zusätzliche Trinkwasserproben gezogen. Beprobt wurden unter anderem:

  • Marktplatz

  • Kirchgasse

  • Langgasse

  • Platter Straße

  • Friedrich-Ebert-Allee

  • Mississippistraße

  • Flachstraße

Die erfreuliche Nachricht: Alle diese Proben waren bakteriologisch unauffällig. Dennoch mahnen die Fachleute zur Besonnenheit. Da sich diese Tests ausschließlich auf die jeweiligen konkreten Entnahmestellen beziehen, reichen sie für eine fundierte Freigabe des gesamten Netzes noch nicht aus.

Großspülungen laufen weiter – Entscheidung ab Wochenmitte

Der städtische Wasserversorger führt in den betroffenen Leitungsabschnitten weiterhin intensive Spülungen durch und entnimmt parallel fortlaufend neue Kontrollproben.

Erst auf Grundlage der für Mitte der Woche erwarteten Laborwerte wird das Gesundheitsamt Wiesbaden gemeinsam mit den WLW über das weitere Vorgehen und eine mögliche, schrittweise Aufhebung des Abkochgebots entscheiden.

Hoher Informationsbedarf: Über 100 Bürgeranfragen am Wochenende

Wie groß die Verunsicherung in der Bevölkerung ist, zeigte sich am Wochenende beim Gesundheitsamt Wiesbaden: Das Krisenteam war auch am Samstag und Sonntag besetzt und beantwortete mehr als 100 telefonische und schriftliche Bürgeranfragen zu Hygieneregeln, Gefahren für Risikopatienten und praktischen Alltagstipps. Das Gesundheitsamt dankte den Bürgerinnen und Bürgern ausdrücklich für ihr besonnenes Verhalten, ihr Verständnis und die Beachtung der Schutzmaßnahmen.

Bis zur offiziellen Entwarnung gilt für die betroffenen Straßen weiterhin die Grundregel: Wasser zum Trinken, Kochen, Zähneputzen und zur Wundreinigung sprudelnd aufkochen und mindestens zehn Minuten abkühlen lassen.

 

Neue Karten zum Herunterladen: Abkochgebot Wiesbaden 

Liste mit den Straßenbereichen zum Herunterladen: Trinkwasser Liste Der Betroffenen Gebiete

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