Denkmalpflege

Spuren der Vergangenheit unter dem künftigen BKA-Campus: Archäologische Großgrabungen im Ostfeld starten

Auf dem Weg zum neuen Bundeskriminalamt-Campus im Wiesbadener Ostfeld fällt der Startschuss für das nächste Großkapitel. In den kommenden Tagen beginnen umfangreiche archäologische Grabungen. Das Landesamt für Denkmalpflege historische Funde im Boden führt umfangreiche arbeiten durch.

Von: |Erschienen am: 11. September 2026 13:43|

Symbolfoto

Die Vorbereitungen für das größte städtebauliche Zukunftsprojekt der hessischen Landeshauptstadt nehmen weiter Fahrt auf. Im Ostfeld beginnen im September weitere wichtige Maßnahmen für die geplante Ansiedlung des Bundeskriminalamts (BKA). Auf dem vorgesehenen Baufeld nördlich der Autobahn A66 und westlich des Stadtteils Erbenheim starten im südlichen Teilabschnitt großflächige archäologische Grabungen.

Gesteuert und koordiniert wird das Großvorhaben von der Stadtentwicklungsgesellschaft Wiesbaden mbH (SEG), die als Entwicklungsträger und Treuhänder für die gesamte Städtebauliche Entwicklungsmaßnahme (SEM) Ostfeld verantwortlich zeichnet.

Hessenarchäologie sichert Bodendenkmäler bis 2029

Die wissenschaftlichen Untersuchungen liegen in den Händen ausgewiesener Experten: Das Landesamt für Denkmalpflege Hessen (Abteilung Hessenarchäologie) übernimmt die Leitung vor Ort. Ziel ist es, historische Bodenfunde sorgfältig freizulegen, millimetergenau zu dokumentieren und für spätere Auswertungen zu bergen, damit wertvolle Zeugnisse früherer Epochen vor Beginn der eigentlichen Hochbauarbeiten dauerhaft für die Nachwelt erhalten bleiben.

Aufgrund der enormen Dimension des Areals sind die Ausgrabungen langfristig angelegt. Sie werden nach aktuellen Planungen voraussichtlich bis ins Jahr 2029 andauern.

Kampfmittelfreiheit und strenger Schutz für Feldlerche und Reptilien

Die Arbeiten starten nicht unbedacht: Die Grabungen erfolgen streng abschnittsweise und ausschließlich auf Flächen, die im Vorfeld bereits lückenlos sondiert und von etwaigen Kampfmitteln geräumt wurden. Zur Abwicklung wird auf dem Baufeld eine zentrale Baustelleneinrichtungsfläche geschaffen.

Gleichzeitig genießt die Natur höchste Priorität:

  • Fokus Artenschutz: Alle Arbeiten werden kontinuierlich von einer ökologischen sowie einer bodenkundlichen Fachbegleitung überwacht.

  • Gefährdete Arten im Blick: Ein besonderes Augenmerk richten die Naturschutzbeauftragten auf den Schutz der örtlichen Populationen der Feldlerche sowie verschiedener heimischer Reptilienarten.

„Wichtige Voraussetzungen für den neuen BKA-Campus“

Wiesbadens Oberbürgermeister Gert-Uwe Mende (SDP) unterstreicht die doppelte Bedeutung des Grabungsstarts: „Ich freue mich, dass die archäologischen Grabungen auf dem zukünftigen BKA-Baufeld in enger und kooperativer Zusammenarbeit durch die Hessenarchäologie durchgeführt werden. So können die wertvollen Zeugnisse der Vergangenheit fachgerecht dokumentiert und gesichert werden. Gleichzeitig schaffen wir damit wichtige Voraussetzungen für die weitere Entwicklung des neuen BKA-Campus.“

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