Fußball

SV Wehen Wiesbaden vor Doppelaufgabe: Liga‑Druck bei den Profis, Pokalchance für die U19

Trotz sieben Gegentoren zum Auftakt bleibt Daniel Scherning vor dem Duell am Samstag mit Rot‑Weiss Essen klar und entschlossen: Der SVWW soll kompakter, mutiger und zielstrebiger auftreten. Neue Optionen im Kader sollen helfen, die dringend benötigte Stabilität zurückzugewinnen. Im Vorlauf zum Heimspiel will die U19 im DFB-Pokal gegen den Hamburger SV im Helmut-Schön-Sportpark die nächste Überraschung schaffen und hofft auf breite Unterstützung der Fans.

Von: |Erschienen am: 28. August 2026 17:06|

Foto: Andreas Volz

Der SV Wehen Wiesbaden steht vor dem nächsten Heimspiel in der BRITA-Arena und nach zwei Niederlagen zum Auftakt ist die Ausgangslage klar. Trainer Daniel Scherning ordnet den schwachen Start in der 3. Liga ein und betont, dass trotz sieben Gegentoren kein Grund zur Unruhe besteht. „Sieben Gegentore sind zu viel. Aber nach zwei Spieltagen ist nicht der Zeitpunkt, alles infrage zu stellen. Wir müssen ruhig bleiben und die richtigen Schlüsse ziehen.“

Kompaktheit als Schlüssel

Scherning macht deutlich, dass die Defensivprobleme nicht nur die letzte Linie betreffen, sondern das gesamte Mannschaftsgefüge. Die erste Halbzeit im Pokalspiel gegen Leverkusen dient ihm als Referenz wie es funktionieren kann: „Wir waren sehr gut organisiert und haben eine Topmannschaft kaum zu klaren Chancen kommen lassen“, so der Coach im Spieltagsinterview.  Diese Kompaktheit und Geschlossenheit sollen nun auch gegen Essen die Basis bilden.

Konsequenz und Präsenz im Strafraum

Auch offensiv sieht der Trainer klare Ansatzpunkte. Die Chancen waren da, wurden aber nicht genutzt. Er fordert mehr Zielstrebigkeit, mehr Präsenz im Strafraum und eine höhere Wachheit beim zweiten Ball: „Wir müssen konsequenter im gegnerischen Sechzehner werden. Auch bei Standards hatten wir gute Aktionen, aber der letzte Punch hat gefehlt“, erklärt Scherning.

Hübner zurück, Hercher fraglich, Karweina verletzt

Im Pokalspiel überzeugte Keeper Noah Brdar mit einer starken Leistung. Ein Torwartwechsel in der Liga wollte Scherning, jedoch nicht öffentlich diskutieren. „Wir wissen, dass wir zwei gute Torhüter haben. Das hat auch das Spiel wieder bestätigt und alles andere bleibt intern, alles andere wird intern besprochen. Die Überzeugung für beide Torhüter ist absolut da“.

Innenverteidiger Florian Hübner, der zum Saisonauftakt fehlte, hat die gesamte Woche ohne Probleme trainiert und steht bereit für einen möglichen Einsatz. Philipp Hercher, der wegen muskulären Problemen fehlte, absolvierte sein erstes Mannschaftstraining, sein Einsatz entscheidet sich kurzfristig. Sinan Karweina fällt mit einer Muskelverletzung aus.

Massimo und Müller sofort einsatzbereit

Mit Roberto Massimo und Marcus Müller standen zwei Neuzugänge erstmals mit der Mannschaft auf dem Platz. Beide sind laut Scherning direkt eine Option für Samstag. Er beschreibt ihre Profile klar: „Marcus bringt Wucht und Präsenz im Strafraum, Roberto Tempo und Zielstrebigkeit im Eins-gegen-Eins.“

Essen mit hoher individueller Qualität

Gegner Rot-Weiss Essen hat sich gezielt verstärkt und verfügt über eine starke Offensive. Scherning hebt besonders Semir Telalovic, Marek Jansen, Marvin Obuz und Dickson Abiama hervor. Spieler, die Partien jederzeit entscheiden können. Dazu kommt die Wucht der Essener Fans, die nach dem Pokalerfolg gegen Zweitligist St. Pauli wohl zahlreich anreisen werden.

Auf die Frage nach einer möglichen Drucksituation bleibt Scherning gelassen. „Druck gehört dazu. Wichtig ist, ruhig und klar zu bleiben und sich auf die Arbeit mit der Mannschaft zu konzentrieren“, so der Trainer.

U19 empfängt HSV im Helmut-Schön-Sportpark

Die U19 des SV Wehen Wiesbaden trifft am Samstag, 29. August, 11:00 Uhr, im Helmut‑Schön‑Sportpark in der 2. Hauptrunde des DFB‑Pokals der Junioren auf den Hamburger SV. Im Vorfeld zum 3. Liga-Spiel hat das U19-Team die Möglichkeit in die nächste Runde einzuziehen. Der Eintritt ist frei. Zugelassen ist ausschließlich Fankleidung des SVWW, des HSV oder neutrale Kleidung. Der SVWW hofft auf zahlreiche Unterstützung der eigenen Fans.

Der HSV reist mit Rückenwind an: Nach einer Auftaktniederlage im Derby gegen St. Pauli (1:3) folgten Siege gegen Werder Bremen (3:1) und Holstein Kiel (2:0). Im Pokal setzte sich Hamburg in der 1. Runde nach Verlängerung mit 4:2 beim 1. FC Nürnberg durch.

Der SVWW qualifizierte sich durch ein starkes 5:0 gegen den SV Sandhausen und will nun vor heimischer Kulisse die nächste Überraschung schaffen. U19‑Trainer Chris Khayyer betont die Bedeutung des Wettbewerbs und die besondere Motivation seiner Mannschaft: Die Woche sei intensiv genutzt worden, man wolle mutig auftreten, die eigenen Inhalte auf den Platz bringen und die Erfahrungen aus den Ligaspielen einfließen lassen. Die Vorfreude auf das Duell mit dem HSV ist groß.

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