Kommunale Partnerschaft

Neue Rathausmehrheit: PRO AUTO möchte konstruktiv mitarbeiten und kritisch bleiben

Das neue Viererbündnis im Wiesbadener Rathaus startet ohne eine formelle Festlegung von PRO AUTO – Die Bürgerlichen. Obwohl Parteichef Christian Hill keinen Koalitionsvertrag unterzeichnet hat, übernimmt er Schlüsselrollen in den städtischen Ausschüssen. Warum die Gruppierung den politischen Kurswechsel trotz klarer Meinungsverschiedenheiten unterstützt und an welchen Stellen sie harte Rote Linien zieht, erläutert Christian Hill.

Von: |Erschienen am: 14. August 2026 11:55|

Foto: Pro Auto

Die Vereinigung „PRO AUTO – Die Bürgerlichen!“ sieht in dem neu gebildeten Maracuja-Bündnis im Wiesbadener Rathaus zwar keine Liebesheirat, erachtet die Konstellation für die Landeshauptstadt derzeit jedoch als alternativlos.

Aus Sicht der Partei bietet das Bündnis die Chance für eine dringend erforderliche Neuausrichtung der Stadtpolitik. Insbesondere in den Feldern der Verkehrs-, Sicherheits-, Finanz- und Ausgabenpolitik sei eine spürbare Kurskorrektur unumgänglich.

Eigenständige Rolle und Fraktionshospitanz

Entgegen anderslautender Berichte stellt die Gruppierung klar, dass sie kein Koalitionsmitglied ist und das Abkommen auch nicht unterzeichnet hat. Eine enge Einbindung besteht dennoch über den Parteivorsitzenden und Stadtverordneten Christian Hill: Er gehört der FDP-Fraktion als Hospitant an und vertritt diese im Revisions- sowie im Mobilitätsausschuss, was aus Sicht der Partei keinen Widerspruch darstellt.

Zu seiner politischen Rolle erklärt Christian Hill: „Ich werde zwar weiter meine politische Unabhängigkeit behalten, aber in den Ausschüssen und in der Stadtverordnetenversammlung konstruktiv mit der neuen Koalition zusammenarbeiten und gestalten, ohne aber mein kritisches Auge zu verlieren. Zum Wohle unserer Stadt und ihrer Bürger.“

Inhaltliche Differenzen beim Ostfeld

Trotz der angestrebten Kooperation bestehen zwischen PRO AUTO und der neuen Ratsmehrheit, inklusive der FDP, deutliche inhaltliche Meinungsverschiedenheiten. Als zentrales Beispiel nennt die Partei das geplante Wohngebiet Ostfeld: Während die Maracuja-Koalition das Projekt weiter vorantreibt, wird die Bebauung von PRO AUTO strikt abgelehnt. Eine gemeinsame Linie sei an dieser Stelle nicht zu erwarten.

Konsens bei Steuern

Positiv bewertet die Vertretung hingegen die steuerpolitische Marschroute des Bündnisses. Der Verzicht auf Erhöhungen bei der Grund- und Gewerbesteuer wird als wesentlicher Schritt eingestuft, um den Wirtschaftsstandort Wiesbaden zu sichern und eine weitere Steigerung der Wohnnebenkosten zu verhindern.

Personelle Weichenstellungen im Rathaus

Auf personeller Ebene begrüßt PRO AUTO vor allem die Ablösung des bisherigen Verkehrsdezernenten Andreas Kowol. Diesen Schritt sieht die Partei als wichtigen ersten Impuls, um die aufgeladene verkehrspolitische Debatte in der Wiesbadener Bürgerschaft zu befrieden. Zudem wird begrüßt, dass Oberbürgermeister Mende bei der Neuverteilung der Dezernate einer pragmatischen Lösung zugestimmt hat.

Mit Blick auf die kommende Ratsperiode setzt die Parteispitze auf ein konstruktives Miteinander. Christian Hill betont abschließend: „Ich wünsche mir für die nächsten fünf Jahre eine respektvolle, erfolgreiche Zusammenarbeit im Rathaus. Das sind wir den Bürgern schuldig.“

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