Sicheres Netz
Grünes Licht für KMW-Millionenprojekt: Neues Kraftwerk auf der Ingelheimer Aue kommt
Ein wegweisender Schritt für die Infrastruktur in der Region Wiesbaden ist getan: Die behördliche Freigabe für eine hochmoderne Großanlage auf der Ingelheimer Aue liegt vor. Der Neubau soll künftig nicht nur die Stromversorgung eines gigantischen Datenknotens absichern, sondern auch Tausenden Haushalten zugutekommen und das bundesweite Netz stabilisieren. Wie die Anlage die Transformation vorantreibt und wann die ersten Turbinen anlaufen wurde jetzt bekannt.
Foto: KMW, Fotografin: Natascha Danner
Ein zentrales Infrastrukturprojekt für die regionale und überregionale Energieversorgung hat eine entscheidende Hürde genommen: Die Struktur- und Genehmigungsdirektion Süd (SGD Süd) erteilte der Kraftwerke Mainz-Wiesbaden AG (KMW) die erforderliche immissionsschutzrechtliche Genehmigung für den Bau eines modernen Motorenkraftwerks auf der Ingelheimer Aue.
Den offiziellen Bescheid überreichten der rheinland-pfälzische Energieminister Michael Ebling und SGD-Süd-Präsident Prof. Dr. Hannes Kopf bei einem Besuch des im Bau befindlichen Rechenzentrums Green Rocks. Die Fertigstellung der Anlage ist für Dezember 2027 vorgesehen.
Bündelung von Digitalisierung, Klimaschutz und Fernwärme
Das neue Kraftwerk soll künftig die Notstromversorgung des Datenzentrums absichern und gleichzeitig die Stabilität des Verbundnetzes stärken. Nino Haase, KMW-Aufsichtsratsvorsitzender und Oberbürgermeister der Landeshauptstadt Mainz, erläutert: „Das Motorenkraftwerk ist Teil unserer Standortstrategie: digitale Infrastruktur, Fernwärme aus Abwärme plus Versorgungssicherheit.“
Zukunftssichere Infrastruktur und Arbeitsplatzsicherung
Der Mainzer Oberbürgermeister betonte weiter: „Mit der Genehmigung kann die KMW nun konsequent ihren Weg weitergehen und das nachhaltige Rechenzentrum mit der Netzersatzanlage realisieren. Vom Rechenzentrum profitieren die Bürgerinnen und Bürger durch die Nutzung der Abwärme, zugleich werden Arbeitsplätze bei der KMW langfristig gesichert. Die Stadt Mainz forciert die Transformation Energiegewinnung, Digitalisierung und Klimaschutz wirken zusammen.“
Signal für die überregionale Energiewende
Auch von landespolitischer Seite wird das Vorhaben als wichtiger Baustein für die künftige Energiearchitektur gewertet. Minister Michael Ebling betont die überregionale Bedeutung: „Rheinland-Pfalz braucht moderne, flexible und wasserstofffähige Kraftwerke, um die Versorgungssicherheit im Land und darüber hinaus zu gewährleisten.
Das Motorenkraftwerk in Mainz ist genau eine solche Anlage. Sie ersetzt dieselbetriebene Notstromtechnik durch eine Lösung, die von Beginn an auf Dekarbonisierung ausgelegt ist. So geht Energiewende in der Praxis für unsere Unternehmen in Rheinland-Pfalz.“
Gemeinsame Verantwortung der Landeshauptstädte
Aus Sicht der Unternehmensführung fügt sich die Großinvestition nahtlos in die Ausrichtung des Energieversorgers ein. KMW-Vorstand Dr. Oliver Malerius sagt dazu: „Mit dem Bau unseres H2-ready Motorenkraftwerks setzen wir unsere Strategie konsequent um. Das Kraftwerk wird zusammen mit den bestehenden Anlagen sowohl den Notstrom für unser Rechenzentrum liefern als auch komplementär zu der erneuerbaren Erzeugung die Versorgungssicherheit in Deutschland stützen. Genau das ist unsere Aufgabe als KMW und wir werden somit unserer Strategie gerecht.“
Auch die Landeshauptstadt Wiesbaden begrüßt den positiven Bescheid ausdrücklich. Gert-Uwe Mende, stellvertretender KMW-Aufsichtsratsvorsitzender und Oberbürgermeister der Landeshauptstadt Wiesbaden, ergänzt: „Wiesbaden und Mainz tragen über die KMW gemeinsam Verantwortung für eine sichere, verlässliche Energieversorgung. Diese Genehmigung ist eine gute Nachricht für die ganze Region. Sie zeigt, dass langfristige Planung und Transformation zusammengehen können.“
Technische Kennzahlen und Vorbereitung auf Wasserstoff
Die technische Konzeption sieht den Einsatz von zwölf einzelnen Gasmotoren im Motorenkraftwerk vor, die zusammen eine Gesamtleistung von 54 Megawatt zur Energieversorgung erzeugen. Neben der Notstromfunktion für das Rechenzentrum Green Rocks wird die Anlage an rund 2.000 Stunden im Jahr Strom in das deutsche Verbundnetz einspeisen.
Um künftig emissionsfrei betrieben werden zu können, ist die Technik bereits ab der Inbetriebnahme auf Wasserstoffbetrieb umrüstbar. In diesem Kontext bringt sich die KMW Mainz Wiesbaden zudem als Gründungsmitglied in das regionale Wasserstoffnetz Rh₂ein-Main Connect ein.
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