Beschäftigungsstatistik

Keine Bewegung auf dem Wiesbadener Arbeitsmarkt im Juni

Die Arbeitslosenquote im Agenturbezirk Wiesbaden bleibt im Juni nahezu unverändert. Zudem verliert der Stellenmarkt an Dynamik. Gleichzeitig wächst die Bedeutung von Weiterbildung und Berufsberatung, sowohl für Beschäftigte als auch für Jugendliche auf Ausbildungssuche.

Von: |Erschienen am: 30. Juni 2026 13:24|

Symbolfoto

Im Juni zeigt sich der Arbeitsmarkt im Bezirk der Agentur für Arbeit Wiesbaden weitgehend stabil. Die Zahl der Arbeitslosen bleibt nahezu unverändert, die Arbeitslosenquote liegt weiterhin bei 6,9 Prozent.

Gleichzeitig verliert der Stellenmarkt an Dynamik, was auf eine geringere Beweglichkeit im Beschäftigungsgeschehen hinweist. Mit Blick auf die bevorstehenden Sommerferien ist erfahrungsgemäß mit einer weiteren Abschwächung der Aktivität zu rechnen.

Weiterbildung als Schlüssel

„Gerade in einer solchen Phase rückt stärker in den Blick, wie Menschen ihre beruflichen Perspektiven sichern oder weiterentwickeln können“, sagt Monika Kessler, Vorsitzende der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Wiesbaden.

Sie ergänzt: „Wenn der direkte Übergang in Beschäftigung nicht gelingt oder Menschen immer wieder von einer Tätigkeit in die nächste wechseln, ohne dass sich ihre berufliche Situation nachhaltig verbessert, kann Weiterbildung neue Wege eröffnen. Es geht dann nicht nur um den nächsten Job, sondern um eine langfristigere berufliche Perspektive.“

Qualifizierung betrifft alle Beschäftigtengruppen

Weiterbildung ist nicht nur für Menschen ohne Berufsabschluss oder ohne Beschäftigung relevant. Auch Beschäftigte müssen sich zunehmend auf veränderte Anforderungen einstellen. Wer sich weiterbildet, verbessert seine Chancen auf neue berufliche Möglichkeiten und auf eine langfristig stabile Beschäftigung.

Bildungspunkt als zentrale Anlaufstelle

Die Sommermonate bieten Gelegenheit, sich über berufliche Entwicklungsmöglichkeiten zu informieren. In Wiesbaden steht dafür der Bildungspunkt in der Karl-Glässing-Straße 8 zur Verfügung.

Dort beraten die Agentur für Arbeit, die Industrie- und Handelskammer sowie weitere Netzwerkpartner zu Qualifizierung, beruflichen Perspektiven und den nächsten Schritten. Der Bildungspunkt ist dienstags bis donnerstags von 10:00 bis 15:00 Uhr geöffnet, eine Anmeldung ist nicht erforderlich.

Ausbildungsberatung weiterhin wichtig

Auch für Jugendliche bleibt Beratung in dieser Phase entscheidend. Zwar beginnt in vielen Berufen am 1. August das neue Ausbildungsjahr, dennoch bestehen auch danach noch Chancen für diejenigen, die noch keinen Platz gefunden haben.

Das Berufsinformationszentrum und die Berufsberatung unterstützen weiterhin bei der Suche nach offenen Stellen und möglichen Alternativen.

Arbeitsmarkt im Agenturbezirk Wiesbaden

Im Juni 2026 waren im Agenturbezirk Wiesbaden, bestehend aus der Stadt Wiesbaden und dem Rheingau-Taunus-Kreis, insgesamt 18.400 Menschen arbeitslos gemeldet. Das sind 29 Personen mehr als im Mai (+0,2 Prozent) und 11 mehr als vor einem Jahr (+0,1 Prozent). Die Arbeitslosenquote lag unverändert bei 6,9 Prozent.

Im Rechtskreis SGB III, Leistungen aus der Arbeitslosenversicherung, wurden 5.701 Arbeitslose registriert, 80 mehr als im Vormonat und 572 mehr als im Vorjahr. Im Rechtskreis SGB II (Bürgergeld) waren 12.699 Menschen arbeitslos gemeldet, 51 weniger als im Mai und 561 weniger als vor einem Jahr. Rund 69 Prozent aller Arbeitslosen wurden durch das Jobcenter betreut.

Zugänge und Abgänge

Im Juni meldeten sich 2.683 Menschen arbeitslos, darunter 1.043 Personen direkt aus Erwerbstätigkeit. Gleichzeitig beendeten 2.656 Personen ihre Arbeitslosigkeit, 842 davon nahmen eine neue Beschäftigung auf.

Stellenmarkt mit deutlichem Rückgang

390 neue Stellen wurden gemeldet, das sind 266 weniger als im Mai und 129 weniger als im Vorjahr. Insgesamt befanden sich 2.125 offene Stellen im Bestand der Arbeitsagentur. Besonders gefragt waren Fachkräfte in den Bereichen:

  • wirtschaftliche Dienstleistungen
  • Gesundheits- und Sozialwesen
  • freiberufliche, wissenschaftliche und technische Dienstleistungen
  • Handel, Instandhaltung und Reparatur von Kfz
  • Verarbeitendes Gewerbe
  • öffentliche Verwaltung, Verteidigung, Sozialversicherung

Beschäftigtenzahlen

Zum Stichtag 31.12.2025 waren im Agenturbezirk Wiesbaden 199.325 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte tätig – 791 weniger als im Vormonat, aber 1.920 mehr als im Vorjahr (+1,0 Prozent).

Ausbildungsmarkt im Agenturbezirk

Bis Juni wurden 2.264 Bewerber für Ausbildungsstellen oder duale Studiengänge registriert, 167 mehr als im Vorjahr (+8 Prozent). 1.494 Ausbildungs- und duale Studienplätze wurden gemeldet, ein Rückgang um 567 Stellen (-28 Prozent). Rechnerisch kommen damit auf 100 Stellen 153 Bewerber.

517 Plätze waren noch unbesetzt, vor allem in den Berufen:

  • Kaufmann/-frau im Einzelhandel
  • Verkäufer/in
  • Kaufmann/-frau für Versicherungen/Finanzanlagen
  • Bankkaufmann/-frau
  • Kaufmann/-frau für Büromanagement

Arbeitsmarkt Stadt Wiesbaden

In Wiesbaden stieg die Zahl der Arbeitslosen im Juni auf 13.251 Personen (+68 gegenüber Mai). Die Arbeitslosenquote lag bei 8,1 Prozent. 3.797 Menschen waren im Rechtskreis SGB III arbeitslos, 9.454 im Rechtskreis SGB II.

271 neue Stellen wurden gemeldet, insgesamt standen 1.337 offene Stellen zur Verfügung.

Ausbildungsmarkt

1.439 Jugendliche waren in der Landeshauptstadt als Bewerber registriert, darunter 433 mit Migrationshintergrund. 601 suchten aktiv nach einer Ausbildungsstelle. 1.029 Ausbildungs- und duale Studienplätze wurden gemeldet. Das sind  440 weniger als im Vorjahr (-30 Prozent). 371 Plätze waren noch frei.

Arbeitsmarkt Rheingau-Taunus-Kreis

Anders als in Wiesbaden sank die Arbeitslosigkeit im Rheingau-Taunus-Kreis im Juni auf 5.149 Personen (-39 gegenüber Mai). Die Quote lag bei 5,1 Prozent. Beim Stellenmarkt wurden 119 neue Stellen gemeldet, insgesamt standen 788 offene Stellen zur Verfügung.

Ausbildungsmarkt

825 Jugendliche waren als Bewerber im Rheingau-Taunus-Kreis registriert , 71 mehr als im Vorjahr (+9 Prozent). 372 suchten aktiv nach einer Ausbildungsstelle. 465 Ausbildungs- und duale Studienplätze wurden gemeldet, das sind 127 weniger als im Vorjahr (-21 Prozent). 146 Plätze waren noch frei.

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