Statistik
Arbeitslosigkeit in Wiesbaden sinkt leicht – Ausbildungsmarkt unter Druck
In Wiesbaden hat die Arbeitslosigkeit im Mai geringfügig abgenommen. Trotz stabiler Beschäftigung zeigt der Stellenmarkt Zurückhaltung, während der Ausbildungsmarkt von einem deutlichen Ungleichgewicht zwischen offenen Stellen und Bewerbern geprägt bleibt.
Archivfoto
Der Arbeitsmarkt im Bezirk der Agentur für Arbeit Wiesbaden hat sich im Mai 2026 leicht entspannt. In der Stadt Wiesbaden und im Rheingau-Taunus-Kreis waren insgesamt 18.371 Menschen arbeitslos gemeldet. Das sind 351 Personen beziehungsweise 1,9 Prozent weniger als im April.
Rückgang trotz Jahresanstieg
Im Vergleich zum Vorjahresmonat liegt die Zahl jedoch um 203 Personen oder 1,1 Prozent höher. Die Arbeitslosenquote sank um 0,2 Prozentpunkte auf 6,9 Prozent. Vor einem Jahr hatte sie 6,8 Prozent betragen.
Die Entwicklung zeigte sich sowohl im Bereich der Arbeitslosenversicherung als auch in der Grundsicherung positiv. Im Rechtskreis SGB III wurden 5.621 Arbeitslose registriert, 160 weniger als im Vormonat. Im Bereich SGB II verringerte sich die Zahl um 191 auf 12.750 Personen. Rund 69 Prozent aller Arbeitslosen wurden durch die Jobcenter betreut.
Mehr Abgänge als Zugänge
Im Verlauf des Monats meldeten sich 2.718 Menschen arbeitslos, darunter 1.084 Personen unmittelbar aus einer Beschäftigung heraus. Gleichzeitig konnten 3.066 Menschen ihre Arbeitslosigkeit beenden. Für 993 von ihnen führte der Weg direkt in eine neue Erwerbstätigkeit.
Die Bilanz zeigt damit, dass deutlich mehr Menschen den Arbeitsmarkt wieder verlassen konnten, als neu arbeitslos wurden.
Stellenmarkt gewinnt an Dynamik
Auch auf dem Stellenmarkt zeigte sich eine positive Entwicklung. Im Mai wurden 656 neue Arbeitsstellen gemeldet. Das entspricht einem Zuwachs von 166 Stellen gegenüber April und von 193 Stellen im Vergleich zum Vorjahresmonat.
Besonders gefragt waren Arbeitskräfte in den Bereichen wirtschaftliche Dienstleistungen, Gesundheits- und Sozialwesen, wissenschaftliche und technische Dienstleistungen, Handel und Kfz-Service, öffentliche Verwaltung sowie im Verarbeitenden Gewerbe. Insgesamt verfügte die Arbeitsagentur zum Monatsende über einen Bestand von 2.205 offenen Stellen.
Beschäftigung legt weiter zu
Die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten entwickelte sich ebenfalls positiv. Zum Stichtag 30. November 2025 waren im Agenturbezirk Wiesbaden 200.116 Menschen sozialversicherungspflichtig beschäftigt.
Gegenüber dem Vormonat entspricht dies einem Anstieg um 504 Personen. Im Vergleich zum Vorjahr wurden 1.768 zusätzliche Beschäftigungsverhältnisse gezählt, was einem Plus von 0,9 Prozent entspricht.
Ausbildungsmarkt
Während die Zahl der Ausbildungsinteressierten weiter steigt, geht das Angebot an Ausbildungsplätzen zurück. Bis Mai waren bei der Berufsberatung 2.164 Bewerberinnen und Bewerber für eine Ausbildung oder ein duales Studium registriert. Das sind 192 Personen beziehungsweise 9,7 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Aktuell suchen noch 1.116 junge Menschen aktiv nach einer Ausbildungs- oder Studienmöglichkeit. Die übrigen haben bereits einen Platz gefunden oder sich für alternative Wege entschieden.
Die Unternehmen der Region meldeten bislang 1.460 Ausbildungs- und duale Studienplätze. Damit liegt das Angebot um 521 Stellen beziehungsweise 26,3 Prozent unter dem Vorjahreswert. Rechnerisch kommen auf 100 Ausbildungsplätze 149 Bewerber. Noch unbesetzt sind 638 Stellen, insbesondere im Einzelhandel, im Bankwesen, im Versicherungs- und Finanzbereich sowie im Büromanagement.
Leichter Besserung in Wiesbaden
In der Landeshauptstadt Wiesbaden waren im Mai 13.183 Menschen arbeitslos gemeldet. Gegenüber April bedeutet dies einen Rückgang um 227 Personen beziehungsweise 1,7 Prozent. Im Vergleich zum Vorjahr liegt die Zahl allerdings um 131 Personen höher. Die Arbeitslosenquote sank auf 8 Prozent und lag damit 0,2 Prozentpunkte unter dem Aprilwert. Im Vergleich zum Vorjahr blieb sie unverändert.
Von den Arbeitslosen entfielen 3.726 Personen auf den Bereich SGB III und 9.457 auf den Bereich SGB II. Rund 72 Prozent aller Arbeitslosen wurden durch die Jobcenter betreut. Im Mai meldeten sich 2.004 Menschen arbeitslos, während 2.232 Personen ihre Arbeitslosigkeit beenden konnten. Für 703 von ihnen mündete dies in eine neue Beschäftigung.
Mehr offene Stellen in der Landeshauptstadt
Der Wiesbadener Stellenmarkt zeigte sich ebenfalls robust. Im Mai gingen 442 neue Stellenmeldungen ein. Das waren 125 mehr als im April und 123 mehr als im Vorjahresmonat. Insgesamt befanden sich 1.379 offene Stellen im Bestand der Arbeitsagentur.
Ausbildungsplätze deutlich rückläufig
Auf dem Ausbildungsmarkt der Landeshauptstadt waren bis Mai 1.367 Interessierte registriert. Die Zahl der Bewerberinnen und Bewerber stieg damit um 8,8 Prozent gegenüber dem Vorjahr.
Noch aktiv auf der Suche waren 692 junge Menschen. Gleichzeitig meldeten die Unternehmen lediglich 1.005 Ausbildungs- und duale Studienplätze. Das entspricht einem Rückgang um 420 Stellen oder 29,5 Prozent. Auf 100 Ausbildungsplätze kamen rechnerisch 138 Bewerber. Aktuell sind noch 460 Ausbildungs- und duale Studienplätze unbesetzt.
Rheingau-Taunus-Kreis mit stabiler Entwicklung
Auch im Rheingau-Taunus-Kreis ging die Arbeitslosigkeit im Mai zurück. Insgesamt waren 5.188 Menschen ohne Beschäftigung gemeldet. Das waren 124 Personen beziehungsweise 2 Prozent weniger als im April. Im Vergleich zum Vorjahr ergibt sich jedoch ein Anstieg um 72 Personen. Die Arbeitslosenquote lag bei 5,1 Prozent und damit 0,1 Prozentpunkte unter dem Wert des Vormonats. Vor einem Jahr hatte sie bei 5 Prozent gelegen.
Im Bereich SGB III wurden 1.895 Arbeitslose registriert, im Bereich SGB II waren es 3.293 Personen. Rund 64 Prozent aller Arbeitslosen wurden durch die Jobcenter betreut. 714 Menschen meldeten sich im Mai arbeitslos, während 834 ihre Arbeitslosigkeit beenden konnten. Für 290 Personen führte dies in eine neue Erwerbstätigkeit.
Weniger Bürgergeldempfänger
In der Grundsicherung setzte sich der rückläufige Trend fort. Die Zahl der Bedarfsgemeinschaften sank binnen eines Jahres um 208 auf insgesamt 4.538. Das entspricht einem Rückgang von vier Prozent.
Auch die Zahl der erwerbsfähigen Bürgergeldberechtigten ging zurück. Im Berichtsmonat wurden 6.602 Personen betreut, 288 weniger als ein Jahr zuvor.
Ausbildungsmarkt unter Konkurrenzdruck
Im Rheingau-Taunus-Kreis waren bis Mai 797 Bewerberinnen und Bewerber für eine Ausbildung oder ein duales Studium gemeldet. Das entspricht einem Anstieg um 82 Personen beziehungsweise 11,5 Prozent gegenüber dem Vorjahr.
Aktiv auf der Suche waren noch 424 junge Menschen. Dem standen 455 gemeldete Ausbildungs- und duale Studienplätze gegenüber. Das Angebot fiel damit um 101 Stellen oder 18,2 Prozent geringer aus als im Vorjahr. Rechnerisch kamen auf 100 Ausbildungsplätze 175 Bewerber. Zum Monatsende waren noch 178 Ausbildungs- und duale Studienplätze unbesetzt.
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