Entscheidung

Wallau hält an Gewerbegebiet Ost III fest – Verkehrsinfrastruktur muss mitwachsen

Der Ortsbeirat Wallau hat sich mehrheitlich dafür ausgesprochen, die Planungen für das Gewerbegebiet Wallau Ost III weiterzuverfolgen. CDU und FWG betonen, dass wirtschaftliche Entwicklung nur dann verantwortbar ist, wenn Infrastruktur, Lebensqualität und nachhaltiger Nutzen gleichermaßen berücksichtigt werden.

Von: |Erschienen am: 28. Juni 2026 21:22|

Foto: © Petra Schumann

In einer Sondersitzung am Mittwoch, 24. Juni, hat der Ortsbeirat Wallau das Verkehrsgutachten zum geplanten Gewerbegebiet Wallau Ost III beraten und anschließend mehrheitlich beschlossen, die Entwicklung grundsätzlich weiter voranzutreiben. Die gemeinsame Beschlussvorlage von CDU und FWG erhielt sechs Stimmen. Vertreter von SPD und Bündnis 90/Die Grünen lehnten das Vorhaben ab.

Verantwortungsvolle Weiterentwicklung

CDU und FWG sehen in der Entscheidung ein klares Signal für eine verantwortungsvolle Weiterentwicklung des Wirtschaftsstandorts Wallau. Gleichzeitig betonen beide Fraktionen, dass eine Umsetzung nur unter klar definierten Voraussetzungen erfolgen könne. Wirtschaftliche Perspektiven und der Schutz der Lebensqualität müssten dabei gleichrangig behandelt werden.

Die Fraktionen weisen darauf hin, dass Wallau Ost III weder allein unter wirtschaftlichen Gesichtspunkten noch ausschließlich unter dem Aspekt des Flächenverbrauchs bewertet werden könne. Vielmehr gelte es, die unterschiedlichen Interessen sorgfältig abzuwägen. Dazu gehöre auch die Anerkennung, dass dauerhaft landwirtschaftlich genutzte Flächen verloren gehen. Ein solcher Eingriff sei nur dann vertretbar, wenn ihm ein nachvollziehbarer und nachhaltiger Nutzen für die Stadt Hofheim gegenüberstehe.

Zusätzliche Gewerbeflächen bringen Einnahmen

Zugleich stehe Hofheim vor erheblichen finanziellen Herausforderungen. Die jüngst erhöhte Grundsteuer B belaste Eigentümer und Mieter gleichermaßen, hinzu kämen steigende Energie- und Lebenshaltungskosten. Eine langfristig tragfähige Finanzierung kommunaler Aufgaben könne daher nicht allein auf steigenden Belastungen der Bürgerinnen und Bürger beruhen. Vor diesem Hintergrund betrachten CDU und FWG zusätzliche Gewerbeflächen als wichtigen Baustein einer nachhaltigen Stadtentwicklung, allerdings mit klarer qualitativer Ausrichtung.

Ansiedlung reiner Logistikbetriebe soll ausgeschlossen bleiben

Die Ansiedlung reiner Logistikbetriebe soll weiterhin ausgeschlossen bleiben. Bereits 2025 hatte der Ortsbeirat einstimmig festgelegt, Lager-, Transport- und Speditionslogistik im Plangebiet nicht zuzulassen. CDU und FWG halten an dieser Linie fest. Ziel sei die Ansiedlung wertschöpfender Unternehmen aus produzierendem Gewerbe, Handwerk, Technologie und Innovation, die qualifizierte Arbeitsplätze schaffen und einen nachhaltigen Beitrag zur wirtschaftlichen Entwicklung leisten. Logistikstandorte verursachten häufig hohen Verkehr und Schwerlastaufkommen, ohne einen vergleichbaren Mehrwert für die Kommune zu bieten.

Vier Maßnahmen für die Verkehrsinfrastruktur

Das Verkehrsgutachten zeigt zugleich, dass die Anschlussstelle Wallau Nord bereits heute stark ausgelastet ist. CDU und FWG sehen deshalb die Notwendigkeit, die Verkehrsinfrastruktur parallel zur Gewerbeentwicklung auszubauen. Eine reine Verkehrslenkung von Wallau nach Diedenbergen sei aus ihrer Sicht keine tragfähige Lösung.

Der vom Ortsbeirat beschlossene Antrag von CDU und FWG umfasst vier konkrete Maßnahmen:

  • Ausweisung einer Querspange zwischen dem Gewerbegebiet „In der Lach“ und der K785 zur Entlastung der Anschlussstelle Wallau Nord und Diedenbergen,
  • Erneuerung der Lichtsignalanlagen entlang der L3017, um die Leistungsfähigkeit der Verkehrswege bereits vor Inbetriebnahme sicherzustellen,
  • Berücksichtigung der geplanten Wallauer Spange in den Verkehrsprognosen, damit zukünftige Infrastrukturmaßnahmen vollständig einfließen,
  • verbindliches Verkehrsmonitoring nach Inbetriebnahme des Gewerbegebiets, um tatsächliche Verkehrsströme zu erfassen und bei Bedarf nachzusteuern.

Wirtschaftliche Entwicklung und Lebensqualität sollen nicht gegeneinander ausgespielt werden

Mit diesen Maßnahmen wollen CDU und FWG sicherstellen, dass wirtschaftliche Entwicklung und Lebensqualität nicht gegeneinander ausgespielt werden. Wallau Ost III solle nur dann realisiert werden, wenn Infrastruktur und Planung Hand in Hand gehen und die Auswirkungen transparent überprüfbar bleiben.

Beide Fraktionen sind überzeugt, dass Wallau Ost III nur dann ein Gewinn für Hofheim sein kann, wenn hochwertige Unternehmen angesiedelt werden, die den kommunalen Haushalt stärken, qualifizierte Arbeitsplätze schaffen und gleichzeitig die Lebensqualität in Wallau und Diedenbergen sichern. Wirtschaftliche Entwicklung müsse sich an Qualität und Nachhaltigkeit orientieren, nicht an der bloßen Größe neuer Gewerbeflächen.

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