Rollstuhlbasketball
Mitreißend bis zum Schluss: Rhinos scheitern knapp in den Halbfinalplayoffs und wachsen dennoch über sich hinaus
Die Rhine River Rhinos haben nach einem emotionalen Playoff-Wochenende den Einzug ins Finale verpasst. Trotz der bitteren Niederlage im entscheidenden dritten Spiel am Sonntag bleibt eine Saison, die sportlich wie menschlich ein starkes Ausrufezeichen setzt.
Foto: Ana Sasse
Die Saison der Rhine River Rhinos ist beendet und doch wird sie in Wiesbaden noch lange nachhallen. Nach einem leidenschaftlichen Playoff-Wochenende unterlagen die Rhinos im dritten Halbfinalspiel dem Rekordmeister RSV Lahn-Dill mit 52:62 und verpassten damit knapp den Einzug ins Finale. Zuvor hatten sie am Samstag mit einem beeindruckenden 56:45-Erfolg überhaupt erst ein Entscheidungsspiel erzwungen. „Mit Herz gekämpft“, heißt es im Dokument – und genau das beschreibt dieses Wochenende treffend.
Spiel 2: Ein Abend, der die Halle beben ließ
Mit dem Rücken zur Wand lieferten die Rhinos am Samstag eine der intensivsten Leistungen der Saison. Von Beginn an entwickelte sich ein physisches, defensiv geprägtes Duell, in dem Wiesbaden kaum einfache Würfe zuließ. Ein starker Start brachte eine 19:10-Führung, zur Halbzeit lag das Team mit 30:23 vorne. Mojtaba Kamali, Nico Dreimüller, Tim Diedrich und Kei Akita setzten offensiv wichtige Akzente, während die Verteidigung Lahn-Dill immer wieder zu schwierigen Würfen zwang. Auch als der Favorit im dritten Viertel zurückkam, behielten die Rhinos die Kontrolle und gingen mit 39:33 ins Schlussviertel. Dort entwickelte sich ein Playoff-Fight, der die Halle elektrisierte. Wiesbaden stemmte sich mit Leidenschaft gegen die Routine des Rekordmeisters und belohnte sich mit einem 56:45-Sieg, der die Serie auf 1:1 stellte.
Spiel 3: Frühe Hoffnung, später die Routine des Rekordmeisters
Keine 24 Stunden später stand das alles entscheidende dritte Spiel an. Wieder starteten die Rhinos mutig, bewegten den Ball gut und fanden Lösungen gegen die kompakte Defensive der Gäste. Kamali, Dreimüller und James Palmer sorgten für eine frühe Führung.
Doch Lahn-Dill brachte seine enorme Erfahrung aufs Parkett. Thomas Böhme, Rose Hollermann und Michael Paye übernahmen Verantwortung, wenn Wiesbaden Druck machte. Die Rhinos blieben dennoch dran, kämpften sich immer wieder zurück und hielten die Partie bis ins vierte Viertel offen. „Wir wussten, dass wir absolut in der Lage gewesen wären, die finalen Playoff-Runden zu erreichen“, sagt Hannah Dodd nach dem Spiel.
Am Ende setzte sich jedoch die Routine des Rekordmeisters durch. Während Wiesbaden um jeden Punkt kämpfen musste, traf Lahn-Dill in den entscheidenden Momenten eiskalt. Das 52:62 bedeutete das Aus, aber auch den Abschluss einer bemerkenswerten Saison.
Ein Jahr voller Entwicklung, Leidenschaft und Zusammenhalt
Trotz der Enttäuschung über das verpasste Finale überwiegt der Stolz. Die Rhinos haben sich in dieser Saison endgültig unter den Topteams der Liga etabliert, schwierige Phasen überstanden und sich mit Teamgeist und Intensität bis ins Halbfinale gekämpft. Headcoach Chris Huber betont: „Ein sehr intensives Basketball-Wochenende liegt hinter uns, das erneut gezeigt hat, dass die Rhinos zu den besten Mannschaften Deutschlands gehören.“
Auch Geschäftsführer Mirko Korder findet klare Worte: „Ich will gar nicht erst versuchen, diese Niederlage in schöne PR-Phrasen zu verpacken: Das tut einfach verdammt weh. Der Schmerz wird vergehen, der Stolz auf diese Truppe bleibt“, so Korder.
Fans, Helfer, Sponsoren – ein Verein wächst zusammen
Die Atmosphäre in der Halle, besonders am Samstag, war ein entscheidender Faktor. Die Fans trugen das Team, die Ehrenamtlichen arbeiteten im Hintergrund unermüdlich, die Sponsoren standen eng an der Seite des Clubs. Die Rhinos haben die Sensation knapp verpasst, aber sie haben gezeigt, dass sie bereit sind, dauerhaft an der Spitze mitzuspielen. Die Saison endet, doch der Hunger auf einen nationalen Titel wächst.
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