Infrastrukturprojekte

Planfeststellung für Wallauer Spange neu gestartet

Wichtiger Meilenstein für die Schienenanbindung Wiesbadens. Das Planfeststellungsverfahren für die rund vier Kilometer lange "Wallauer Spange“ ist erneut angelaufen. Nachdem unvollständige Unterlagen das Projekt verzögert hatten, drückt die DB InfraGO nun aufs Tempo. Verkehrsdezernent Kowol hofft auf einen Baustart in naher Zukunft, um Wiesbaden schneller mit dem Frankfurter Flughafen und Darmstadt zu vernetzen.

Von: |Erschienen am: 30. April 2026 17:25|

Foto: DB IInfraGO AG

Es ist eines der bedeutendsten und viel diskutiertes Infrastrukturprojekte der vergangenen Jahre in der Rhein-Main-Region: Die „Wallauer Spange“. Diese kurze, aber entscheidende Neubaustrecke soll künftig die Landeshauptstadt Wiesbaden deutlich effizienter an den Fernverkehrsknoten Frankfurter Flughafen sowie an die Stadt Darmstadt anbinden. Nachdem ein erster Anlauf im Frühjahr 2024 aufgrund formaler Mängel an den Unterlagen gestoppt worden war, hat die DB InfraGO nun nachgebessert.

Zweiter Anlauf – Unterlagen liegen öffentlich aus

Am 8. April reichte die DB InfraGO die überarbeiteten Dokumente beim Eisenbahn-Bundesamt (EBA) ein. Seit dem 22. April sind diese nun offiziell veröffentlicht. Damit hat das gesetzlich vorgeschriebene Anhörungsverfahren erneut begonnen. Für Bürgerinnen und Bürger sowie Träger öffentlicher Belange bedeutet dies: Es besteht erneut die Möglichkeit, Stellungnahmen zu dem Vorhaben abzugeben und Einwendungen geltend zu machen.

Die Offenlage der Pläne läuft voraussichtlich bis Donnerstag, 21. Mai 2026. Informationen zum Verfahren und den Inhalten sind zudem online auf der Projektseite unter www.wallauer-spange.de einsehbar.

„Zügige Realisierung mit Nachdruck“

Für Wiesbadens Verkehrsdezernenten Andreas Kowol (Die Grünen) ist der Neustart des Verfahrens eine gute Nachricht, nachdem die Zurückweisung Ende 2025 für Unmut gesorgt hatte. „Die Wallauer Spange zählt zu den bedeutendsten Infrastrukturprojekten für Wiesbaden. Wir unterstützen die zügige Realisierung mit Nachdruck“, so Kowol.

Das Ziel der Stadt und der Bahn ist ambitioniert, der Planfeststellungsbeschluss – also das verbindliche Baurecht – soll nach Möglichkeit noch im Jahr 2026 erreicht werden. Sobald dieser vorliegt, steht dem offiziellen Baubeginn rechtlich nichts mehr im Wege.

Warum die Wallauer Spange so wichtig ist

Das Projekt umfasst eine etwa vier Kilometer lange Gleisverbindung, die die bestehende Strecke von Wiesbaden nach Niedernhausen mit der Schnellfahrstrecke Köln-Rhein/Main verknüpft.

  • Zeitgewinn: Reisende aus Wiesbaden erreichen den Frankfurter Flughafen und den Fernbahnhof deutlich schneller.

  • Direktverbindung: Die Schienenanbindung nach Darmstadt wird massiv verbessert.

  • Regionalverkehr: Die Strecke entlastet bestehende Knotenpunkte und schafft Kapazitäten für einen dichteren Takt im Regional- und Fernverkehr.

Das Planfeststellungsverfahren

Die Planfeststellung ist ein komplexes Genehmigungsverfahren für Großprojekte. Das Eisenbahn-Bundesamt fungiert dabei als unabhängige Prüfbehörde. Es wägt alle betroffenen öffentlichen Interessen (z.B. Naturschutz, Lärmschutz) und privaten Belange (z.B. Eigentumsrechte von Anwohnern) gegeneinander ab. Erst wenn dieser Abwägungsprozess abgeschlossen ist, wird der Beschluss gefasst, der die rechtliche Grundlage für den Baggerbiss bildet.

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