Fußball

SV Wehen Wiesbaden verliert nach großem Einsatz das Verfolgerduell gegen F.C. Hansa Rostock

Das mit Spannung erwartete Verfolgerduell der 3. Liga begann am Freitagabend mit einem frühen Rückschlag für den SVWW: Nach einem Foul im Strafraum gerieten die Hessen per Elfmeter in Rückstand. Trotz zahlreicher guter Möglichkeiten gelang es dem Team von Daniel Scherning nicht, den Ausgleich zu erzielen. Hansa Rostock musste ab der 65. Minute in Unterzahl weiterspielen, doch der SVWW konnte aus der Überzahl kein Kapital schlagen. Am Ende stand eine bittere Heimniederlage, die im Aufstiegskampf schmerzt.

Von: |Erschienen am: 20. März 2026 20:59|

Foto: Andreas Volz

Nach dem torlosen Unentschieden gegen den TSV 1860 München stand am Freitagabend das nächste Verfolgerduell im Kampf um die Aufstiegsplätze an. Die formstarken Rostocker reisten mit viel Rückenwind in die BRITA-Arena, nachdem sie ihr letztes Heimspiel mit 5:1 gegen den MSV Duisburg gewonnen hatten. Der SV Wehen Wiesbaden wollte seine beeindruckende Heimserie von sieben Siegen ausbauen und den Anschluss an die oberen Tabellenränge halten.

Zwei Änderungen in der Startelf

Im Vergleich zum Auswärtsspiel in München nahm Cheftrainer Daniel Scherning zwei personelle Änderungen vor: Florian Hübner und Robin Kalem rückten in die Anfangsformation. Nicht zur Verfügung standen Torhüter Florian Stritzel sowie Simon Stehle. Anlässlich des Charity-Spieltags lief der SVWW in blauen Sondertrikots auf, die nach der Partie zugunsten eines guten Zwecks versteigert werden. Bei den Gästen fehlte Jonas Dirkner, der sich zuletzt eine Innenband-Teilruptur im Knie zugezogen hatte. Für ihn begann Kenan Fatkic.

Früher Foulelfmeter gegen den SVWW

Die Partie begann mit einem Paukenschlag. Nach einem Angriff über Krauß kam Holten zentral zum Ball, Hübner brachte den dänischen Angreifer im Strafraum zu Fall (3.). Schiedsrichter Wolfgang Haslberger zeigte sofort auf den Punkt. Fatkic verwandelte den Strafstoß sicher unten links (4.), während Keeper Noah Brdar in die andere Ecke abtauchte.

Im Anschluss übernahm der SVWW zunehmend die Kontrolle. Flotho zog nach einem schnellen Vorstoß aus gut 20 Metern ab (11.), doch Uphoff lenkte den Ball über die Latte.

SVWW verpasst den Ausgleich

Die folgende Ecke von Gözüsirin klärte Gürleyen (12.) vor dem einschussbereiten Gillekens. Kurz darauf bot sich eine Doppelchance zum Ausgleich: Mockenhaupt legte zentral auf Flotho (25.), dessen Schuss erneut von Gürleyen geblockt wurde. Den Nachschuss von Kaya klärte Schuster.

Auf der Gegenseite setzte Fatkic (29.) einen Abschluss aus 13 Metern über das Tor. Nach einer weiteren Ecke landete der zweite Ball bei Janitzek (33.), der knapp vorbeischoss. In der 45. Minute forderten die SVWW-Spieler einen Elfmeter, nachdem Carstens Hübner im Strafraum zu Boden rempelte. Haslberger ließ jedoch weiterspielen.

Carstens sieht glatt Rot

Ohne Wechsel ging es in den zweiten Durchgang, der weiterhin von vielen Zweikämpfen geprägt war. Torchancen blieben zunächst Mangelware. Mockenhaupt bediente Flotho (55.), der den Ball aber nicht mehr sauber traf.

In der 65. Minute dezimierten sich die Rostocker: Carstens stürmte in Richtung SVWW-Tor und legte sich den Ball zu weit vor, Hübner stoppte den Angriff und wurde von Carstens zu Fall gebracht. Haslberger zückte die Rote Karte, eine harte Entscheidung.

Sturmlauf auf ein Tor

Der SVWW erhöhte daraufhin den Druck. Fechner traf aus 20 Metern die Querlatte (68.)  Glück für die Gäste. Rostock versuchte trotz Unterzahl, mit schnellen Gegenstößen für Entlastung zu sorgen. Voglsammer (73.) tauchte frei vor dem Tor auf, doch Janitzek grätschte im letzten Moment dazwischen. Scherning reagierte offensiv mit insgesamt drei Stürmern und brachte Schleimer und Agrafiotis für Hübner und Fechner.

Die Hessen drängten weiter auf den Ausgleich. May bediente Schleimer (78.), dessen Flugkopfball links vorbeiging. Auch ein später Abschluss des Offensivmanns (85.) stellte Uphoff vor keine Probleme.

Sieben Minuten Nachspielzeit wurden angezeigt und gleich zu Beginn hätte der Ausgleich fallen müssen. Schleimer setzte den Ball aus sechs Metern freistehend am Tor vorbei. Der SVWW warf alles nach vorne, doch die Kogge rettete den knappen Auswärtssieg über die Zeit und feierte ausgelassen. Für den SVWW bedeutet die Niederlage einen Rückschlag im Aufstiegskampf, zudem reißt die Serie von sieben Heimsiegen.

Brinkmann: Big Point geholt

„Wir kommen natürlich super ins Spiel rein und haben sofort eine gewisse Kontrolle übers Spiel gehabt. Dann gehen wir durch den Elfmeter in Führung und haben die ersten 15 bis 20 Minuten richtig gut zu Auswärtsspiel gemacht. Die Rote Karte von Florian Carstens war aus meiner Sicht keine. Er hat die Beine zurückgezogen. Hier hätte man auch eine Gelbe Karte geben können. Somit mussten wir gut 30 Minuten noch zittern. Das war am Ende ein Big Point, und wir haben die schwierige Phase mit viel Hingabe und Leidenschaft überstanden“, so Hansa-Coach Daniel Brinkmann.

Scherning: Die Niederlage tut jetzt richtig weh

„Nach vier Minuten war der Matchplan komplett über den Haufen geworfen mit dem Elfmeter, danach haben wir ein bisschen gebraucht. Rostock war gut in der Struktur, Zentrum überladen und mit sehr sicherem Ballbesitz, aber ich habe schon das Gefühl, dass sie das nicht über 90 Minuten so konsequent durchhalten können. Ich finde, der Schiedsrichter hatte heute keine klare Linie, weil man den Elfmeter von Rostock geben kann, dann aber kurz vor der Pause auch unseren geben muss. Nach der roten Karte haben wir umgestellt, drei klare Stürmer gebracht und alles versucht, um das Spiel zu drehen, aber aus wenigen Metern das leere Tor nicht zu treffen, macht es natürlich schwer. Das tut jetzt richtig, richtig weh, weil die Mannschaft einen riesigen Aufwand betrieben hat und wir uns für diese Leistung nicht belohnt haben“, so der SVWW-Trainer in der Pressekonferenz.

Ostersonntag in Aachen

Nach der Länderspielpause steht das nächste Auswärtsspiel an: Am Ostersonntag (19:30 Uhr) gastiert der SV Wehen Wiesbaden bei Alemannia Aachen. Zuvor wartet am Mittwoch, 25. März, das Hessenpokal-Halbfinale beim Verbandsligisten 1. FC Germania Ober-Roden, sowie einen Tag später ein Testspiel beim Karlsruher SC.

P.S.: Sind Sie bei Facebook? Dann werden Sie Fan von Wiesbadenaktuell.de und folgen Sie uns auch auf Instagram sowie auf Threads!


InfoBox

SV Wehen Wiesbaden – F.C. Hansa Rostock 0:1 (0:1)

SV Wehen Wiesbaden: Brdar – Gillekens, Hübner (73. Schleimer), Janitzek – Mockenhaupt (84. Nink), Gözüsirin, Fechner (73. Agrafiotis), Greilinger (61. May) – Kalem (61. Johansson), Kaya (c) – Flotho.

F.C. Hansa Rostock: Uphoff – Mejdr (60. Vogelsammer), Gürleyen, Carstens, Bergh (88. Ruschke) – Schuster (c) – Dietze, Fatkic – Lebeau (67. Wallner), Krauß (60. Kunze) – Holten.

Tore:
0:1 Fatkic (4. FE)

Gelbe Karten:
Kalem, Scherning (Trainer), Gillekens / Fatkic, Dietze

Rote Karte:
Carstens (65. Grobes Foulspiel)

Schiedsrichter:
Wolfgang Haslberger

Zuschauer:
6.712

3. Liga Saison 2025/26
Halbfinale Hessenpokal Mittwoch, 25. März, 19:00 Uhr 1. FC Germania Ober-Roden – SVWW
Testspiel Donnerstag, 26. März, 14:00 Uhr Karlsruher SC – SVWW
31. Spieltag | Sonntag, 5. April, 19:30 Uhr Alemannia Aachen – SVWW
32. Spieltag | Mittwoch, 8. April, 19:00 Uhr SVWW – TSV Havelse
33. Spieltag | Samstag, 11. April, 14:00 Uhr FC Victoria Köln – SVWW
34. Spieltag | Sonntag, 19. April, 19:30 Uhr SVWW – Waldhof Mannheim