Volleyball

VC Wiesbaden vor entscheidendem Hauptrunden‑Finale in Hamburg

Der VC Wiesbaden will am letzten Spieltag am Samstag seinen siebten Tabellenplatz sichern und damit ein schweres Playoff‑Duell mit Spitzenreiter Stuttgart vermeiden. Trotz klarer Favoritenrolle mahnt das Team zur Vorsicht – der Tabellenletzte Hamburg hat mit Routinier Kathleen Weiß zuletzt spürbar an Stabilität gewonnen.

Von: |Erschienen am: 14. März 2026 11:30|

Foto: Detlef Gottwald

Am letzten Spieltag der Hauptrunde der 1. Volleyball Bundesliga Frauen wird es nochmal spannend: Bis auf den Spitzenreiter Allianz MTV Stuttgart (55 Punkte) und die ETV Hamburg Volksbank Volleys am Ende der Statistik (Elfter, 5 Punkte) können sich auf den anderen neun Rängen noch Verschiebungen ergeben, die dann für den Start in die Playoffs um die Deutsche Meisterschaft ausschlaggebend sind. Der VC Wiesbaden (Siebter; 19 Punkte) will seinen Platz mit einem Sieg am Samstag (14.3.2026, 18:00 Uhr) in der CU Arena in Hamburg-Neugraben behaupten.

Kampf um Platz 7

Der Siebte wird in den Playoffs gegen den Tabellenzweiten antreten – dafür kommen der SSC Palmberg Schwerin (46 Punkte) und der VfB Suhl Lotto Thüringen (45) in Frage – rein rechnerisch auch noch der Dresdner SC (43), Überraschungen vorausgesetzt. Der VCW hat auf dem Papier in Hamburg die leichtere Aufgabe als der Tabellenachte Schwarz-Weiß Erfurt (ebenfalls 19 Punkte). Die Thüringerinnen treten beim USC Münster an. Wer am Ende auf dem achten Platz steht, hat sich dann in der ersten Playoff-Runde mit Stuttgart auseinanderzusetzen.

Mit Rückenwind nach Hamburg

Der VC Wiesbaden reist mit ordentlich Rückenwind zu den Volksbank Volleys. Seit dem überzeugenden 3:2-Sieg in Münster und den zwei starken Auftritten gegen die hohen Favoriten Stuttgart (0:3) und zuletzt Schwerin (1:3) zeigte die Leistungskurve stetig nach oben. Das System ist stabil. Dennoch wird man die Aufgabe beim Tabellenletzten nicht auf leichte Schultern nehmen – die Erinnerung an die Niederlage Anfang Februar gegen den damaligen Letzten, die Binder Blaubären Flacht (inzwischen Vorletzter mit zehn Punkten), war ein Warnschuss. Das seitdem neuformierte Trainer-Team um Interim-Chefcoach Benedikt Frank und die Co‘s Jochen Schöps und Marcel Frisch (Scout) bereitet die Mannschaft entsprechend auf die letzte Hauptrundenbegegnung vor.

Zwei Hamburger Siege gegen Mitaufsteiger

Während der VCW es bei 19 Spielen auf sieben Siege gebracht hat, konnte der Aufsteiger aus Hamburg bisher zweimal jubeln: bei den Mitaufsteigern Skurios Volleys Borken (3:1) und Flacht (3:2). Bei der 0:3-Niederlage in Wiesbaden am 27. Dezember hielten die Hanseatinnen zumindest im letzten Satz gut mit (24:26). Als beste Spielerinnen wurden damals VCW-Libera Rene Sain (Gold-MVP) und Hamburgs Mittelblockerin Anna Hartig mit Silber ausgezeichnet. Punktbeste waren am Tag nach Weihnachten die Außenangreiferinnen Lina Köster (ETV; 11) und Pleun van der Pijl (VCW; 10).

Top Scorerinnen

Anna Hartig hat es mittlerweile auf sechs MVP-Auszeichnungen gebracht, darunter war eine goldene. Im Liga-Ranking der Top Scorerinnen (alle Elemente) rangiert sie auf dem 21. Platz. Beim VCW tat sich in den vergangenen Wochen Mittelblockerin Laura Broekstra hervor. Sie wurde fünfmal zur MVP gekürt (eine Medaille in Gold) – und das seit dem 1. Februar in Flacht fünfmal in Folge! Drei Goldene kann Wiesbadens Diagonale Jimena Fernández Gayoso (Spanien) vorweisen. Bei den Top Scorerinnen rangieren Broekstra auf Platz 13 und Fernández Gayoso auf Position 16.

Interessant ist auch eine weitere Personalie: Mit Kathleen Weiß verstärkt eine ehemalige deutsche Nationalspielerin und vielfache Landesmeisterin (u.a. mit Schwerin, in Tschechien und in den Niederlanden) den hanseatischen Kader im Zuspiel. Sie agierte auch in Bulgarien, Italien und Polen und bringt Erfahrung aus 311 Länderspielen ein. Ihr vorerst letztes Match bestritt die gebürtige Schwerinerin in der Saison 2022/2023 in der 2. Bundesliga Nord für die Wildcats Stralsund bestritten – das Team wurde Meister und Kathleen Weiß als MVP der Saison geehrt. Im Dezember 2025 konnte der ETV die zweifache Vize-Europameisterin (2011, 2013) für ein Comeback im Hamburger Zuspiel überzeugen. Seitdem wurde die im Februar 42 Jahre alt gewordene zweifache Mutter dreimal als Silber-MVP ausgezeichnet, darunter im Match gegen den deutschen Meister Schwerin. Am ETV-Trainingsbetrieb kann die Hauptkommissarin indes nur eingeschränkt teilnehmen. Bleibt abzuwarten, ob Polizistin Weiß am kommenden Samstag gegen den VCW mit ihren sportlichen Kolleginnen die Lage im Griff behalten kann.

Frank: Hamburg hat mehr an Stabilität gewonnen

„Hamburg macht es im ersten Jahr im Oberhaus vernünftig, hatte dabei aber logischerweise Aufs und Abs. Mit Kathleen Weiß hat die Mannschaft deutlich mehr Stabilität gewonnen. Man merkt dem Team an, dass es Spaß an der ersten Liga hat. Der ETV bestreitet jetzt sein letztes Spiel in der Saison daheim, das wird nochmal Energie freisetzen. Wir haben uns als Favorit gut darauf vorbereitet, werden konsequent agieren und wollen dann auch ein gutes Gefühl mit in die Playoffs nehmen“, sagt VCW-Chefcoach Benedikt Frank.

Pleun van der Pijl (Außenangriff): „Die Busfahrt nach Hamburg ist anstrengend. Wir reisen darum schon einen Tag vorher an, damit wir am Spieltag gut auf den Gegner vorbereitet sind. Unser Plan ist klar definiert. Wir haben uns seit dem tollen Sieg in Münster gut weiterentwickelt und spielen besser zusammen als zuvor. Mit meiner Performance bin ich noch nicht ganz zufrieden, da geht noch mehr. Ich hoffe, dass ich am Samstag und in den Playoff-Spielen entscheidende Ausrufezeichen setzen kann.“

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