Volleyball
Nach Stuttgart kommt der Meister: VC Wiesbaden vor emotionalem Abend gegen Schwerin
Nur drei Tage nach dem mutigen Auftritt beim Tabellenführer Allianz MTV Stuttgart wartet mit Meister SSC Palmberg Schwerin der nächste Hochkaräter auf den VC Wiesbaden. Die Partie wird zugleich zu einem besonderen Abend – mit einer außergewöhnlichen Begrüßung und einem emotionalen Abschied in der heimischen Halle.
Foto: Detlef Gottwald
Nach Stuttgart nun Schwerin: Der VC Wiesbaden hat sich innerhalb von drei Tagen mit den Schwergewichten der 1. Volleyball Bundesliga Frauen zu messen. Nach dem durchaus nicht enttäuschenden 0:3 am Mittwoch beim Tabellenführer Allianz MTV Stuttgart kommt am Samstag der amtierende Meister SSC Palmberg Schwerin in die hessische Landeshauptstadt, 7. März, 18:30 Uhr. Die Fans erleben dann auch eine Begrüßung der besonderen Art sowie einen Abschied. Hinweis: Es gilt sich bereits jetzt Tickets für das VCW-Heimspiel in den Playoffs zu sichern: Mittwoch, 25. März, 19:00 Uhr. Der Gegner steht noch nicht fest.
Sens mit den letzten Einsätzen als Co-Trainer für Schwerin
Auf Wiesbadens Bank sitzen auch am kommenden Samstag bekanntermaßen Interim-Chefcoach Benedikt Frank und die Co-Trainer Jochen Schöps und Marcel Frisch (Scout). Bei Schwerin verrichtet Paul Sens einen seiner letzten Einsätze als Co-Trainer – bevor er dann beim VC Wiesbaden seine lange, auch internationale Erfahrung als neuer Chefcoach einbringen wird.
Hallensprecher Radloff vor Abschied
Eine Spieltagkonstellation, die in der eng vernetzten Bundesliga-Community keine Alltäglichkeit und darum auch eine interessante Steilvorlage für Hallensprecher Tobias Radloff ist. Dieser wird das Publikum wieder in seiner unnachahmlichen Art mitreißen – das allerdings zu letzten Mal. Von 2005 bis 2011 und dann wieder seit 2016 gehört(e) der Radio-Mann für die Fans und wechselnde Spielerinnen als allseits beliebter „Lautsprecher“ zur VCW-Familie. Über 15 Jahre und über 180 Heimspiele – eine Bilanz, die auch in der Liga eine Besonderheit ist. Sein Abschiedsspiel am VCW-Mikro bestreitet der 39-Jährige standesgemäß gegen den noch amtierenden Deutschen Meister, einen der erfolgreichsten Clubs mit 13 Meistertiteln, acht DVV-Pokalsiegen und vier Supercup-Triumphen.
Hinspiel weitestgehend auf Augenhöhe
Kurzer Reminder: Im vorweihnachtlichen Hinspiel hatte Wiesbaden es verstanden, gegen den Deutschen Meister weitgehend auf Augenhöhe zu performen. 21:25, 21:25 und 20:25 hieß nach 74 recht kurzweiligen Minuten. Man begann in allen Sätzen stark und lag über längere Phasen hinweg sogar verdient in Führung. Wir so oft, setzte sich dann aber wieder der Favorit dank cleverer Lösungen in den entscheidenden Phasen durch. Wenn den Hessinnen eine ähnliche Performance gelänge, könnten sie zumindest am Satzgewinn kratzen. Silber-MVP wurde seinerzeit VCW-Außenangreiferin Pleun van der Pijl (Niederlande; 9 Punkte); Gold ging an Annegret Hölzig (18 Zähler), die auch in der Nationalmannschaft auf der Außenposition spielt.
(Tabellen-)Konstellation
Schwerin hat sich unterdessen wieder an die zweite Position der Tabelle (hinter Stuttgart) geschoben. Die hatte lange Zeit der frischgebackene Pokalsieger Suhl inne. Das SSC-Team von Felix Koslowksi hat es am Mittwoch geschafft, den mittlerweile sieggewohnten Südthüringerinnen beim 3:0 alle drei verfügbaren Punkte abzunehmen. Der erste Satz (37:35) dürfte dabei als einer der spannendsten in die Anekdotensammlung beider Mannschaften eingehen. Die effizientere Schweriner Spielweise mit druckvollem Aufschlagspiel, starker Blockarbeit, großer Variabilität im Angriff – und das alles bei nur wenigen Annahmefehlern – gab den Ausschlag. Es war zudem gelungen, den Suhler Punktehamster Monika Brancuská (16 Zähler) einigermaßen in Schach zu halten. Schwerins niederländische Außenangreiferin Helena Kok (16 Punkte) durfte sich die goldene MVP-Medaille umhängen.
Im internationalen Wettbewerb ist der SSC hingegen vor kurzem in den Playoffs der CEV Champions League an Zeren Spor Ankara gescheitert. Vor lautstarken Kulisse in der türkischen Hauptstadt unterlag man in drei Sätzen und musste sich damit aus der Königsklasse verabschieden.
Schwerin kann sich somit voll auf die zwei letzten Spiele der Bundesligarückrunde konzentrieren: zunächst in Wiesbaden und dann folgt noch das Top-Spiel gegen Allianz MTV Stuttgart vor heimischer Kulisse. Sechs Punkte sind für alle elf Mannschaften noch zu vergeben (keine Absteiger). Spätestens am 14.3.2026 wird dann feststehen, gegen wen der VCW in den Playoffs anzutreten hat. Der Tabellenachte (derzeit Schwarz-Weiß Erfurt; 19 Punkte) muss gegen den Ersten (Stuttgart; 53 Punkte) ran; der Siebte (derzeit der VCW; 19 Punkte) bekommt es mit dem Zweiten zu tun – das wären Schwerin (43 Punkte) oder Suhl (42 Punkte). Als derzeit Vierter kann der Dresdner SC (40 Punkte) zumindest aus eigener Kraft nicht weiter in der Tabelle klettern, hat allerdings das auf dem Papier weitaus leichteste Restprogramm gegen Erfurt und die Binder Blaubären TSV Flacht (derzeit Zehnter; 7 Punkte).
„Wir treffen nun auf den nächsten schweren Gegner. Daran kann man auch wachsen. Wir setzen alles daran, uns Chancen für den Satzgewinn zu erarbeiten und dann auch zuzuschlagen. Ziel ist wieder, unserem Publikum eine energiegeladene Perfomance zu liefern und erneut zu zeigen, dass wir uns mental und spielerisch weiterentwickelt haben“, sagt VCW-Chefcoach Benedikt Frank.
P.S.: Sind Sie bei Facebook? Dann werden Sie Fan von Wiesbadenaktuell.de und folgen Sie uns auch auf Instagram sowie auf Threads!

Wiesbaden bot am Mittwoch dem Tabellenführer lange Paroli und hatte vor allem im ersten Satz echte Chancen. Am Ende […]

