Fußball
SV Wehen Wiesbaden holt mit letzter Aktion Sieg gegen FC Ingolstadt
Das Team von Daniel Scherning hat sein Jubiläumsheimspiel in der BRITA‑Arena mit einem dramatischen 2:1‑Erfolg gegen den FC Ingolstadt gekrönt. Die Rot‑Schwarzen führten lange durch ein Traumtor von Lukas Schleimer, mussten kurz vor Schluss jedoch den Ausgleich hinnehmen – ehe Tarik Gözüsirin in der allerletzten Aktion des Spiels doch noch den Siegtreffer erzielte.
Archivfoto: Andreas Volz
Die Rot-Schwarzen mussten am vergangenen Spieltag ihre erste Niederlage des Jahres 2026 in Regensburg hinnehmen. Zum Jubiläumsheimspiel am Samstag sollte die starke Serie von fünf Heimsiegen in Folge fortgesetzt werden. Gegen den formstarken FC Ingolstadt 04 war das Ziel klar: drei Punkte.
Eine Änderung in der Startelf
Im Vergleich zum letzten Pflichtspiel nahm Cheftrainer Daniel Scherning eine personelle Anpassung vor. Für Ryan Johansson rückte Lukas Schleimer in die Anfangsformation. Weiterhin fehlten verletzungsbedingt Donny Bogicevic (muskuläre Probleme), Robin Kalem (Muskelfaserriss in der Wade), Ole Wohlers (Muskelfaserriss im Oberschenkel) sowie Torhüter Florian Stritzel und Simon Stehle (beide im Aufbautraining).
Schleimer mit dem Führungstreffer
Der SVWW lief anlässlich des Jubiläums in einer komplett roten Sondertrikot-Edition auf, Keeper Brdar trug Schwarz. Beim Einlaufen präsentierte die Nordtribüne eine kleine Choreografie.
In einer umkämpften Anfangsphase setzte der SVWW die ersten offensiven Akzente. Beide Teams neutralisierten sich jedoch weitgehend, klare Chancen blieben zunächst Mangelware. Nach zwei SVWW-Ecken entstand erstmals Gefahr vor dem Ingolstädter Tor.
Der Führungstreffer fiel schließlich nach einer starken Einzelaktion. Janitzek spielte den Ball nach links auf Schleimer (32.), der seinen Gegenspieler stehen ließ und aus rund 14 Metern präzise ins rechte obere Eck abschloss. Kurz darauf drängten die Hausherren auf den zweiten Treffer: Flotho (38.) zog ohne zu zögern ab, doch Keeper Kai Eisele lenkte den Ball über die Latte.
Auch Ingolstadt kam zu einer großen Möglichkeit. Costly (42.) köpfte aus fünf Metern wuchtig aufs Tor, traf jedoch nur die Latte – Glück für die Mannschaft von Daniel Scherning.
Rote Karte nach Tätlichkeit
Die zweite Hälfte startete ohne personelle Wechsel. Die Hausherren waren das spielbestimmende Team. Immer wieder gab es Drucksituationen die Ingolstadt überstehen musste. Mockenhaupt (56.) lief auf der rechten Seite durch. Allerdings fand er im zentralen Bereich keinen Abnehmer. Ab der 58. Minute musste Ingolstadt in Unterzahl spielen. Frederik Carlsen, der von Gözüsirin gefoult wurde, trat gegen den Mittelfeldspieler nach. Schiedsrichterin Fabienne Michel zeigte die Rote Karte.
Unglücklicher Ballverlust leitet Ausgleich ein
In der Folge verteidigte Ingolstadt sehr tief und ließ nur wenig zu. Mockenhaupt (76.) kam aus 18 Metern zum Flachschuss, die Kugel flog knapp am Kasten vorbei. In der Schlussphase suchte der SVWW die Vorscheidung. Agrafiotis und Johansson kamen für Flotho und Kaya in die Partie. Im Mittelfeld ruschte der eingewechselte Agrafiotis mit dem Ball weg. Ingolstadt nutzte diese Gelegenheit eiskalt aus und Max Plath (86.) traf zum 1:1 aus fünf Metern.
Gözüsirin mit dem Last-Minute-Siegtor
Die Hessen wollten sich mit dem Unentschieden in Überzahl nicht abfinden. Fünf Minuten Nachspielzeit wurden angezeigt. Es wurde noch mal hektisch. Ein Foulelfmeter nach dem Agrafiotis von Rosenlöcher (90.+2) im Strafraum zu Fall kam, gab Schiedsrichterin Michel nicht.
Mit der letzten Aktion des Spiels behauptete der eingewechselte Nikolas Agrafiotis im Strafraum den Ball. Über Justin Janitzek und Hübner gelangte die Kugel zu Gözüsirin (90.+6), der per Direktabnahme gegen die Laufrichtung von Eisele zum 2:1 vollendete. Der Jubel kannte keine Grenzen. Die Partie wurde nicht mehr angepfiffen. Mit dem sechsten Heimsieg in Folge (Vereinsrekord) rückt der SVWW auf den 5. Tabellenplatz vor und hat Anschluss an die Aufstiegsränge.
Moral gezeigt nach der Roten Karte
FCI-Trainerin Sabrina Wittmann betonte in der Pressekonferenz, dass ihre Mannschaft in der ersten Halbzeit zu viele einfache Ballverluste hatte und dadurch kaum gefährlich vors Tor kam. Nach der Roten Karte habe das Team Moral gezeigt und sich trotz Unterzahl zurück ins Spiel gekämpft. Insgesamt überwog bei ihr der Ärger über das späte Gegentor, aber auch der Stolz auf den Einsatzwillen der Spieler.
Noch an den Sieg geglaubt
SVWW-Trainer Daniel Scherning hob hervor, dass seine Mannschaft bis zur Roten Karte viel Kontrolle hatte und die meisten zweiten Bälle gewann. In Überzahl sei das Team zu vorsichtig geworden, habe den Gegner wieder aufgebaut, aber dennoch bis zum Schluss an den Sieg geglaubt. Er zeigte sich sehr zufrieden mit der Mentalität seiner Spieler und der Art, wie sie das Spiel in der Nachspielzeit noch für sich entschieden haben.
Nach der Roten Karten zu passiv agiert
Für Abwehrspieler Jordy Gillekens war es aus seiner Sicht war es ein besonderer Heimsieg, weil die Mannschaft trotz des späten Ausgleichs „aus dem Nichts“ Moral gezeigt und das Spiel noch gedreht hat. Nach der Roten Karte gegen den Gegner findet er es rückblickend ärgerlich, dass das Team es sich selbst schwer gemacht, zu passiv war und nicht früher für klare Verhältnisse gesorgt haben. Insgesamt überwiegt für ihn aber die Freude über drei wichtige Punkte und den positiven Schub für die nächsten Spiele.
Kapitän Fatih Kaya war trotz eigener Unzufriedenheit mit der eigenen Leistung glücklich über das Ergebnis. Er lobt den Teamgeist, der es ermöglichte, den Vorsprung trotz Passivität in der Schlussphase zu verteidigen. Kaya betont die ausgeglichene Liga und die Wichtigkeit von Konstanz, um am Ende beim Kampf um die Aufstiegsplätze mitzuhalten.
Mittwochabend in Saarbrücken
Es geht Schlag auf Schlag weiter. Bereits am Mittwoch, 4. März, steht das nächste Ligaspiel an. Der SVWW tritt beim 1. FC Saarbrücken an. Die Partie wird um 19:00 Uhr angepfiffen. Fehlen werden Tarik Gözüsirin und Moritz Flotho, die jeweils die fünfte Gelbe Karte im Spiel gegen Ingolstadt sahen.
Nächster Gegner im Hessenpokal Ober-Roden
Der Halbfinal-Gegner steht seit Mittwochabend fest. Der Drittligist tritt in der nächsten Runde des Hessenpokals beim 1. FC Germania Ober-Roden an. Der Verbandsligist setzte sich gegen den Regionalligisten KSV Hessen Kassel mit 2:1 durch. Die Ansetzung des Halbfinales wurde noch nicht terminiert.
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InfoBox
SV Wehen Wiesbaden – FC Ingolstadt 04 2:1 (1:0)
SV Wehen Wiesbaden: Brdar – Gillekens, Hübner, Janitzek – Mockenhaupt, Gözüsirin, Fechner, May (90.+1) – Kaya (c) (82. Johansson), Schleimer (72. Greiliner)- Flotho (82. Agrafiotis).
FC Ingolstadt: Eisele – Antzoulas, Scholz, Christensen (71. Gül), Rosenlöcher Plath, Carlsen, Costly (90.+2), Sturm (62. Kehrer) – Kügel (62. Drakulic).
Tore:
1:0 Schleimer (32.)
1:1 Plath (85.)
2:1 Gözüsirin (90.+5)
Gelbe Karten:
Gözüsirin (5. Gelbe Karte), Flotho (5. GK), Fechner / Rosenlöchner (5. GK), Kehrer
Rote Karte:
Carlsen (58. Tätlichkeit)
Schiedsrichter:
Fabienne Michel
Zuschauer:
5.278
3. Liga Saison 2025/26 – Hinrunde
Winterpause
27. Spieltag | Mittwoch, 4. März, 14:00 Uhr: 1. FC Saarbrücken – SVWW
28. Spieltag | Samstag, 7. März, 14:00 Uhr: SVWW – VfB Stuttgart II
29. Spieltag | Samstag, 14. März, 16:30 Uhr: TSV 1860 München – SVWW
30. Spieltag | Freitag, 20. März, 19:00 Uhr: SVWW – F.C. Hansa Rostock
Testspiel Donnerstag, 26. März, 14:00 Uhr: Karlsruher SC – SVWW

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