Feierstunde
Festakt zum 100‑jährigen Jubiläum: Ein Abend zwischen Tradition, Identität und Zukunftsvision
Der SV Wehen hat am Donnerstag in der Silberbachhalle einen eindrucksvollen Jubiläumsabend gefeiert, der die Geschichte des Vereins ebenso würdigte wie seine Zukunftsambitionen. Mitglieder, Wegbegleiter und Ehrengäste erlebten einen Festakt, der die Entwicklung des Vereins über ein Jahrhundert hinweg lebendig machte und den Blick zugleich auf die kommenden Jahre richtete.
Fotos: SVWW / Justin Woodson
Mit einem feierlichen Festakt in der festlich geschmückten Silberbachhalle hat der SV Wehen am Donnerstag einen weiteren Höhepunkt seines Jubiläumsjahres gesetzt. Dort, wo 1926 die Wurzeln des Vereins liegen, kamen Mitglieder, Wegbegleiter, Funktionäre und Ehrengäste zusammen, um ein Jahrhundert Vereinsgeschichte zu feiern.
Markus Hankammer über Wurzeln, Identität und Verantwortung
Präsident Markus Hankammer eröffnete den Abend mit einer Rede, die persönliche Erinnerungen, historische Meilensteine und eine klare Zukunftsvision miteinander verknüpfte. Er betonte die Bedeutung der „Wehen‑Familie“, die den Verein seit 100 Jahren trägt – von den Anfängen auf dem Halberg bis zum heutigen Profifußball in Wiesbaden.
Ein zentrales Motiv seiner Rede war die Rolle mehrerer Persönlichkeiten, die den Verein über Generationen geprägt haben. Heinz Dilger, der Gründungsinitiator von 1926, Heinz Hankammer und sein Vater und langjähriger Präsident sowie Markus Hankammer, der den Verein heute in einer neuen Ära führt.
Mit Blick auf die Infrastruktur erinnerte er an den Weg vom Hartplatz auf dem Halberg bis zum Bau der BRITA‑Arena in nur 16 Wochen – ein Symbol für Mut, Zusammenhalt und Entschlossenheit. Sportliche Höhepunkte wie die DFB‑Pokal‑Duelle gegen Kaiserslautern (1988) und Dortmund (2000) sowie die Aufstiege in die 2. Bundesliga (2027, 2019, 2023) rahmten seine Rückschau ein. 2016 wurde der Abstieg aus der 3. Liga in die Regionalliga in letzter Minute durch das Tor von Alf Mintzel in der Nachspielzeit verhindert.
Nachwuchsarbeit als Herzstück der Vereinsphilosophie
Ein Schwerpunkt der Rede lag auf der Entwicklung der Jugendabteilung. Hankammer zeichnete den Weg von einer einfachen Fußballschule hin zum zertifizierten Nachwuchsleistungszentrum (NLZ) der Kategorie 1 nach – auf Augenhöhe mit Vereinen wie Bayern München oder Borussia Dortmund.
Er hob Spieler hervor, die diesen Weg erfolgreich gegangen sind, darunter Florian Hübner oder aktuell beispielweise Noah Brdar, die den Sprung in den Profikader geschafft haben. Auch die Traditionsmannschaft „Equipe Special“ würdigte er als wichtigen Bestandteil des Vereinsgefüges und als lebendiges Bindeglied zwischen Vergangenheit und Gegenwart.
Hankammer skizzierte in seiner Rede auch die Ziele für die kommenden Jahre. Der Verein will sich sportlich wie strukturell weiterentwickeln und dabei seine Werte bewahren. Am Ziel Wiederaufstieg und dauerhafte Etablierung in der 2. Bundesliga soll festgehalten werden.
Grußworte und historische Einordnung
Im Anschluss würdigten Vertreter aus Politik und Sport – darunter Beauftragte für das Sportland Hessen Ann‑Kathrin Linsenhoff, Bürgermeister von Taunusstein Joachim Reimann, Oberbürgermeister von Wiesbaden Gert‑Uwe Mende und Präsidentin des Landessportbundes Hessen Juliane Kuhlmann – die Bedeutung des SV Wehen für Sport, Jugendförderung und gesellschaftliches Miteinander in der Region.
Blogger und Vereinsmitglied Gunnar Schmid (stehblog.de) präsentierte einen kompakten Überblick über „100 Jahre SV Wehen“ – von der B‑Klasse bis in den Profifußball.
Ehrungen und ein neues Gesicht der Porträtreihe
Ein emotionaler Moment des Abends war die Ehrung acht verdienter Mitglieder, die den Verein über 50 Jahre oder mehrere Jahre hinweg getragen haben. Zudem wurde das zweite Porträt der Jubiläumsserie „26 Gesichter“ enthüllt: Nach Ehrenpräsident Heinz Hankammer wurde Ludwig Anspach als prägende Persönlichkeit vorgestellt.
Spannende Einblicke
In einer lebendigen Gesprächsrunde gaben Ralf Peuckmann, Bruno Hübner, Friedl Müller, Alf Mintzel, Sascha Mockenhaupt und Jürgen Fladung Einblicke in sportliche Entwicklung, Nachwuchsarbeit und persönliche Anekdoten. In mehreren persönlichen Geschichten wird greifbar, was den Verein aus Sicht der Beteiligten ausmacht. Bruno Hübner schilderte, wie er einst skeptisch auf den kleinen Platz und die einfachen Bedingungen blickte, dann aber vom damaligen Verantwortlichen Heinz Hankammer überzeugt wurde und in Wehen eine Heimat fand – auch für seine Söhne, die von hier aus ihren Weg bis in die Bundesliga nahmen.
Alf Mintzel erzählt mit augenzwinkernder Offenheit von der Episode, in der er den Akku aus dem Tracking-Gurt nahm, um zu zeigen, dass Laufdaten ohne Kontext wenig über die tatsächliche Leistung sagen – ein Sinnbild für die Haltung, Daten als Hilfe, aber nicht als alleinige Wahrheit zu verstehen. Der anwesende Athletiktrainer Sebastian Wagener schmunzelte über die Scharmützel des ehemaligen Profispielers.
Beim Thema Infrastruktur steht die Rasenheizung auf dem Halberg auf der großen Wunschliste, gerade nach diesem schneereicheren Winter musste oft improvisiert werden.
Ehemalige Wegbegleiter
Das vierstündige Programm wurde außerdem von einem sportlichen Beitrag von TV 1873 Wehen e.V. und musikalisch von der Band Think Deep umrahmt. Neben vielen geladenen Gästen waren auch viele ehemalige Wegbegleiter vorbeigekommen. Unter anderem reiste Torschützenkönig Manuel Schäffler an, ehemaliger Trainer und Sportdirektor Christian Hock befand sich unter den Gästen. Zum Abschluss der Veranstaltung wurde gemeinsam die Vereinshymne gesungen, die anschließend in einem Get-together endete. Hier konnten noch viele Anekdoten über den Verein ausgetauscht werden.
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Weitere Höhepunkte des Jubiläumsjahres
Närrischer Auftakt Mitte Februar
Bereits zum Start des Jubiläumsjahres präsentierte sich der SV Wehen Wiesbaden farbenfroh beim großen Wiesbadener Fastnachtsumzug – mit festlich gestaltetem Wagen, Profis an Bord und einer großen Fußgruppe. Am Vortag sorgte der Nachwuchs beim Kinderfastnachtsumzug für Begeisterung entlang der Strecke.
Start der Porträtreihe „26 Gesichter“
Mit der Veröffentlichung der ersten Porträts begann Mitte Februar die Serie, die Menschen würdigt, die den Verein geprägt haben – von Gründungsmitgliedern über Funktionäre bis zu Spielern und Wegbereitern hinter den Kulissen.
Jubiläumstrikot zum Heimspiel am 28. Februar
Nur zwei Tage nach dem Festakt lief die Mannschaft im Heimspiel gegen den FC Ingolstadt in einem exklusiven Jubiläumstrikot auf. Das von Erreà gefertigte Sondertrikot verbindet Tradition und moderne Eleganz und würdigt die hundertjährige Geschichte des Vereins.
Die große Jubiläumswoche im Sommer
Der Höhepunkt des Jubiläumsjahres folgt im Sommer: Ende Juli bis Anfang August lädt der SVWW zur großen „100‑Jahre‑Woche“ ein. Geplant sind ein Fan-Fest und ein Partyabend auf dem Halberg, ein Freundschaftsspiel sowie eine festliche Gala in Wiesbaden.

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