Plenarsitzung
Hessen stärkt Feuerwehren: Weniger Bürokratie, bessere Ausstattung, mehr Nachwuchs
Innenminister Roman Poseck hat am Donnerstag im Hessischen Landtag die Bedeutung leistungsfähiger Feuerwehren hervorgehoben und umfassende Maßnahmen zur weiteren Stärkung angekündigt. Der Fokus liegt auf Bürokratieabbau, moderner Ausstattung und einer nachhaltigen Nachwuchsgewinnung.
Archivfoto
Der Hessische Innenminister Roman Poseck hat am Donnerstag in der Plenarsitzung den Entschließungsantrag der CDU- und SPD-Fraktionen „Feuerwehren zukunftsfähig aufstellen – Bürokratie verringern, Ausstattung verbessern, Nachwuchs gewinnen“ begrüßt und die bereits erreichten Fortschritte im Brand- und Katastrophenschutz hervorgehoben. Hessen sei in diesem Bereich „hervorragend aufgestellt“, betonte Poseck, und dankte den rund 70.000 ehrenamtlichen Kräften in den Freiwilligen Feuerwehren sowie den hauptamtlichen Einsatzkräften für ihren täglichen Einsatz.
Land Hessen investiert in den Katastrophenschutz
In den vergangenen Jahren habe das Land den Bevölkerungsschutz konsequent gestärkt. Seit 2008 investierte Hessen über 100 Millionen Euro in den Katastrophenschutz und erhöhte die Zahl der Landesfahrzeuge von 278 auf mehr als 900. Auch im kommunalen Brandschutz wurden in den letzten zehn Jahren rund 200 Millionen Euro für Fahrzeuge und bauliche Maßnahmen bereitgestellt. Für 2026 rechnet das Innenministerium erneut mit einer Bewilligungsquote von nahezu 100 Prozent, da ausreichend Ausgabereste und Rücklagen aus der Feuerschutzsteuer zur Verfügung stehen.
Abbau von bürokratischer Hürden
Ein zentraler Schwerpunkt bleibt der Abbau bürokratischer Hürden. Poseck verwies auf eine von Hessen initiierte Bund-Länder-Initiative zur Überprüfung entbehrlicher Standards im Bundesrecht sowie auf eine Zielvereinbarung mit der Unfallkasse Hessen, die die Prüfung von Feuerwehrhäusern durch den Technischen Prüfdienst erleichtert. Bereits abgeschafft wurde die Pflicht zur jährlichen Vorlage von Fahrtenbüchern für Katastrophenschutzfahrzeuge. Zudem ermöglicht das neue KommFlex-Gesetz Modellvorhaben zur Erprobung innovativer Technologien und hebt die Altersgrenze für Feuerwehrangehörige von 65 auf 67 Jahre an.
Musterfeuerwehrhaus Hessen entwickelt
Als weiteres Instrument zur Entlastung der Kommunen stellte Poseck das „Musterfeuerwehrhaus Hessen“ heraus. Der Leitfaden bietet standardisierte Raumprogramme und Grundrisse, die Planungsprozesse vereinfachen und Kosten senken sollen. Seit der Veröffentlichung im Oktober 2025 habe das Innenministerium bereits über 20 Beratungsanfragen erhalten.
Auch die Digitalisierung schreitet voran: Das Antragsverfahren für die Förderung von Feuerwehrhäusern und Einsatzfahrzeugen wird vollständig digitalisiert. Nach einer erfolgreichen Pilotphase in fünf Landkreisen soll das Verfahren im Sommer landesweit eingeführt werden, um Kommunen ein schnelleres und transparenteres Arbeiten zu ermöglichen.
Schwerpunkt Nachwuchsgewinnung
Ein weiterer Schwerpunkt ist die Nachwuchsgewinnung. Die Hessische Landesfeuerwehrschule wird zu einem modernen Aus- und Fortbildungszentrum ausgebaut, während Jugendfeuerwehren und Projekte zur Mitgliedergewinnung gezielt gefördert werden. Poseck zeigte sich erfreut über den kontinuierlichen Zuwachs insbesondere im Jugendbereich.
Deutlich positionierte sich der Innenminister zudem gegen Angriffe auf Einsatzkräfte. Diese seien „inakzeptabel“ und müssten härter bestraft werden. Hessen hatte bereits 2024 eine Initiative zur Erhöhung des Mindeststrafmaßes in den Bundesrat eingebracht. Künftig soll bei tätlichen Angriffen eine Mindestfreiheitsstrafe von sechs Monaten gelten, bei Hinterhalten sogar von einem Jahr.
Zum Abschluss dankte Poseck den Kommunen für ihre Investitionen in die Gefahrenabwehr trotz angespannter Haushaltslagen. Das Land werde sie weiterhin bestmöglich unterstützen, um den Brandschutz in Hessen nachhaltig zu stärken.
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