Volleyball
Aufsteiger Flacht schockt den VC Wiesbaden
Die Binder Blaubären TSV Flacht haben den favorisierten VC Wiesbaden am Sonntag besiegt und damit ihren ersten Bundesliga-Heimsieg gefeiert. Für Wiesbaden ist die Niederlage ein herber Rückschlag im Kampf um Stabilität und Selbstvertrauen nach den jüngsten Pleiten gegen Dresden und Erfurt.
Foto: Detlef Gottwald
Das Wiesbadener Team reiste nach zwei ernüchternden 0:3‑Niederlagen gegen Dresden und Erfurt mit deutlichem Druck nach Weissach. Die Hessinnen hatten sich am Sonntag fest vorgenommen, in der Rückrunde endlich die richtige Reaktion zu zeigen – zumal das Hinspiel gegen Aufsteiger Flacht klar dominiert worden war.
Fehlstart im zweiten Satz – Aufsteiger tritt mutig auf
Der VCW startete gut, Flacht kam nach und nach besser ins Spiel. Allerdings gewann Wiesbaden den ersten Satz mit 25:21. Doch im zweiten Durchgang folgte der Bruch: Wiesbaden lag früh 0:7 zurück und konnte diesen Rückstand nicht mehr aufholen. Flacht glich nach Sätzen mit 25:23 aus und übernahm anschließend das Momentum. Der Aufsteiger spielte mutig, emotional und mit wachsendem Selbstvertrauen, während Wiesbaden trotz solider Leistung der erstmals als Libera eingesetzten Dagmar Boom zunehmend den Zugriff verlor. Die Sätze drei und vier gingen mit 25:21 und 25:19 an Flacht. Die ausverkaufte Halle mit 433 Zuschauern feierte das Heimteam lautstark. Die Freude über den ersten Heimsieg in der 1. Bundesliga war groß.
Reaktion blieb aus
Für Wiesbaden war die Partie eigentlich als Reaktion auf die schwachen Auftritte der Vorwoche gedacht. Chefcoach Tigin Yağlıoğlu hatte zuvor betont, wie wichtig defensive Stabilität und mentale Klarheit seien. Doch die Mannschaft konnte die Vorgaben nicht umsetzen. Die Ausfälle von Stamm-Libera René Sain, die auch in Weissach als Unterstützung von der Seitenlinie mit vor Ort war, und die Umstellung auf Boom prägten das Spiel zusätzlich.
Flacht dagegen nutzte die Chance, setzte kämpferisch Akzente und belohnte sich für eine geschlossene Teamleistung. MVPs wurden Hanne Binkau (Flacht) und Laura Broekstra (Wiesbaden).
Zu viele individuelle Fehler
„Ein Spiel, das wir extrem verkrampft begonnen, aber dennoch dominant im ersten Satz beendet haben. Im zweiten gab es sechs Annahmefehler und nur einen Angriffsfehler – den aber zu einem heiklen Zeitpunkt zum Ende hin. Die Chancen zum Ausgleich haben wir nicht genutzt. Im dritten Abschnitt kam dann vieles zusammen: elf Angriffsfehler, einige glückliche Bälle für Flacht und Entscheidungen gegen uns. Im vierten gab es dann wieder zu viele individuelle Fehler, mit denen wir uns den Stecker gezogen haben. Flacht war im Flow. Ich hoffe, dass unser Team an Spieltagen wieder zum nötigen Selbstbewusstsein findet“, sagt VCW-Chefcoach Tigin Yağlioğlu.
„Es fällt sehr schwer, nach diesem Spiel Wort zu finden. Es tut mir leid – für unsere mitgereisten Fans, aber auch für das Trainer-Team. Wir investieren alle so viel im Training, aber schaffen es dann einfach nicht, uns dafür im Spiel zu belohnen. Es kommen jetzt einige harte Spiele auf uns zu. Wir müssen den Leuten und auch uns zeigen, dass wir es können“, so Laura Broekstra.
Schwere Aufgaben in den nächsten Wochen
Für den VCW wird die Lage nicht leichter: In den kommenden Wochen warten mit Suhl, Münster, Stuttgart und Schwerin schwere Aufgaben. Der Druck, sich für die Playoffs eine gute Ausgangsposition zu sichern, wächst weiter. Am Samstag, 14. Februar, geht es gegen den Tabellenzweiten VfB Suhl Lotto Thüringen weiter.
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InfoBox
Binder Blaubären TSV Flacht – VC Wiesbaden 3:1 (21:25, 25:23, 25:21, 25:19)
VC Wiesbaden: Zuspiel: Sanne Konijnenberg (Niederlande; 3), Hanna Weinmann – Außenangriff: Pleun van der Pijl (Niederlande; 6), Cayetana López Rey (Spanien; 13), Jovana Dordević (3) – Mittelblock: Laura Broekstra (15), Hannah Clayton (USA; 1), Marlene Rieger (6) – Diagonal: Jimena Fernández Gayoso (Spanien; 23) – Libera: Dagmar Boom (Niederlande), Lilly Bietau, Emma Burda
MVP: Laura Broekstra (VCW), Hanne Binkau (TSV)
Zuschauer: 433
Nächste Spiele:
VCW-Doppelspieltag, Samstag, 14. Februar, 17:15 Uhr VCW (Profis) – VfB Suhl Lotto Thüringen, 20:15 Uhr VCW 2 – SSC Freisen
Samstag, 21. Februar, 19:30 Uhr USC Münster – VCW
Mittwoch, 4. März, 19:30 Uhr Allianz MTV Stuttgart – VCW
Samstag, 7. März, 18:30 Uhr VCW – SSC Palmberg Schwerin
Samstag, 14. März, 18:00 Uhr ETV Hamburger Volksbank Volleys
In den anschließenden Playoffs (21. März. bis 2. Mai) wird der Deutsche Meister ermittelt.

Der VC Wiesbaden wollte am Freitag in Erfurt wichtige Punkte sammeln, um zum Abschluss in der Englischen Woche den […]

