Kulturtrend

Taylor Swift „Ophelia“-Hype beschert Museum Wiesbaden Rekordjahr

Ein Jubiläum, starke Ausstellungen und ein völlig unerwarteter Popkultur-Moment haben das Museum Wiesbaden im vergangenen Jahr in neue Sphären katapultiert. Was genau hinter dem Besucheransturm steckt und welche Rolle ein Jugendstilgemälde dabei spielt zeigt die Bilanz, die das Haus jetzt gezogen hat.

Von: |Erschienen am: 15. Januar 2026 15:28|

Foto: Christoph Boeckheler

Das Museum Wiesbaden blickt auf eines der erfolgreichsten Jahre seiner jüngeren Geschichte zurück. 130.986 Menschen besuchten 2025 das Hessische Landesmuseum für Kunst und Natur, so viele wie seit rund 25 Jahren kaum zuvor.

Damit verzeichnete das Haus rund 20.000 Gäste mehr als im Vorjahr und erreichte das zweitbeste Ergebnis seit dem Jahr 2000.

Jubiläum und freier Eintritt als Publikumsmagnet

Besonders stark frequentiert war der April. Anlässlich des 200-jährigen Jubiläums bot das Museum an den Wochenenden des Geburtstagsmonats freien Eintritt, ermöglicht durch eine Förderung des Hessischen Ministeriums für Wissenschaft und Forschung, Kunst und Kultur.

Direktor Andreas Henning betont die Bedeutung dieses Angebots: „Das Museum Wiesbaden wurde aus bürgerlichem Engagement heraus gegründet. Dank der Unterstützung durch Herrn Staatsminister Timon Gremmels konnten wir unseren Gästen 2025 etwas zurückgeben. Ohne die Bürgerinnen und Bürger Wiesbadens gäbe es unser Haus nicht, das wollten wir mit allen im Jubiläumsmonat feiern und der Eintrittspreis durfte dabei keine Hürde für einen Besuch darstellen.“

Vielfältiges Programm und prominente Gäste

Der Jubiläumsmonat wurde gemeinsam mit zahlreichen Kooperationspartnern gestaltet. „Es war eine echte Freude, mit unseren Kooperationspartnern wie Caligari Filmbühne, Fasanerie, Schlachthof, Schloss Freudenberg oder Hessisches Staatstheater Wiesbaden den Jubiläumsmonat zu bespielen und ganz besondere Gäste wie Barbara Klemm, Maria Furtwängler oder Hanns Zischler zu begrüßen.

Unser Dank gilt darüber hinaus allen Förderern und Sponsoren, die dieses Jubiläumsjahr möglich gemacht haben“, so Henning.

Freier Zugang für junge Besucher

Auch die eintrittsfreien Samstage, die in Zusammenarbeit mit den Freunden des Museums Wiesbaden e.V. angeboten wurden, stießen auf große Resonanz. Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren sowie Begleitpersonen pädagogischer Gruppen haben grundsätzlich freien Eintritt.

„Mehr als 1.000 pädagogische Gruppen mit jungen Menschen haben das Museum Wiesbaden im Jubiläumsjahr besucht“, berichtet Henning. „Das ist ein neuer Rekord. Wir danken der Nassauischen Sparkasse für ihre großzügige Förderung als Bildungspartner im Jubiläumsjahr.“

Sammlungen mit internationaler Strahlkraft

Das Museum Wiesbaden bleibt auch überregional ein bedeutendes Ziel für Kunst- und Kulturinteressierte. Die weltweit wichtigste Jawlensky-Sammlung sowie die renommierte Jugendstilsammlung Ferdinand Wolfgang Neess ziehen Besucher aus dem In- und Ausland an.

Das Jubiläumsjahr bot zudem zahlreiche Ausstellungshöhepunkte, von der Doppelausstellung zur Biene in Kunst und Natur bis zu Präsentationen moderner und zeitgenössischer Kunst, etwa von Sven Drühl oder Louise Nevelson. Die Schau „Feininger, Münter, Modersohn-Becker… oder wie Kunst ins Museum kommt“ läuft noch bis zum 26. April 2026 und zählt zu den Publikumslieblingen.

Popkultureller Schub durch Taylor Swift

Für zusätzliche Aufmerksamkeit sorgte zum Jahresende ein unerwarteter Impuls aus der Popkultur. Im Musikvideo „The Fate of Ophelia“ greift Taylor Swift das Jugendstilgemälde „Ophelia“ von Friedrich Heyser auf und stellt es in der Eröffnungssequenz nach.

Viele junge Menschen, die zuvor kaum Berührungspunkte mit Museen hatten, wurden dadurch auf das Werk aufmerksam. Die Sängerin wurde so, gewollt oder nicht, zur Kulturvermittlerin und führte Tausende von Swifties ins Museum, die neben „Ophelia“ auch die übrigen Sammlungen für sich entdeckten. Den Fans wurde sogar eigens eine Swiftie-Tour angeboten.

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