Impressionen vom Schiersteiner Hafenfest am Samstag, 11. Juli 2026 Teil I
Strahlender Sonnenschein, top Wetter und eine sanfte Brise am Wasser. Wer am Samstag die wunderschöne Hafenpromenade entlangschlenderte, vergaß schnell den Alltag. Bei hochsommerlichen Temperaturen fühlte sich der Besuch im Schiersteiner Hafen an wie ein Kurztrip an die französische Riviera. Die Atmosphäre am Wasser war ausgelassen, herrlich entspannt und die unzähligen Besucher genossen den perfekten Sommertag in vollen Zügen. Ob schattiges Plätzchen mit einem kühlen Wein, kulinarische Entdeckungsreisen an den Gastronomieständen oder das bunte Treiben auf der Kirmesmeile. So traumhaft das Wetter für die Besucher an Land war, so große Sorgen bereitete es im Vorfeld den Organisatoren. Die anhaltende Trockenheit und die enorme Hitze der vergangenen Wochen haben zu einem kritischen Niedrigwasser geführt – am Freitag lag der Pegelstand im Hafenbecken bei gerade einmal 16,63 Metern. Gepaart mit einer explosionsartigen Algenausbreitung im Schiersteiner Hafenbecken machte die Natur ein sicheres Befahren und sportliche Wettkämpfe unmöglich. Aus Sicherheitsgründen und zum Schutz der Athleten und des Materials mussten die Veranstalter daher kurzfristig die Reißleine ziehen. Das bedeutete für den Samstag leider herbe Verluste im Programm. Das sportliche Herzstück, die 30. Drachenbootregatta, bei dem dutzende bunt kostümierte Teams des WVS zum runden Jubiläum auf dem Wasser um die Krone kämpfen wollten, musste schweren Herzens abgesagt werden. Auch das emotionale, abendliche Lichter-Spektakel auf dem Wasser, das sonst Tausende Romantiker an die Uferpromenade zum illuminierten Bootskorso lockte viel dem Niedrigwasser zum Opfer. Trotz des leicht angepassten Programms, bewies das Schiersteiner Hafenfest am Samstag seine Qualitäten als erstklassiges Volksfest. Auf dem Rummelplatz sorgten die großen Fahrgeschäfte für leuchtende Augen und den nötigen Nervenkitzel. Während das riesige Riesenrad den Fahrgästen einen atemberaubenden Panoramablick über das glitzernde Hafenbecken und den Rhein bot, sorgte die große Wildwasserbahn für die dringend benötigte, spritzige Abkühlung an diesem heißen Tag. Auch das neue Konzept für den Kinderschutz ging voll auf: Das in den Vorjahren viel diskutierte Ponyreiten wurde vom Verschönerungsverein in diesem Jahr bewusst gestrichen. Stattdessen tobten und hüpften die kleinen Besucher völlig begeistert auf dem großen Trampolin und in den abenteuerlichen Wasserbällen in der Kleinaustraße. Am Nachmittag verwandelte sich die Söhnlein-Anlage beim traditionellen Kindernachmittag in ein Spieleparadies. Neben Kinderschminken und bunten Mitmachangeboten wartete hier ein ganz besonderes Highlight auf die kleinen und großen Fußballfans: Das offizielle Maskottchen des Drittligisten SV Wehen Wiesbaden stattete dem Hafenfest einen Besuch ab und stand geduldig für unzählige Erinnerungsfotos bereit. Als der Samstagabend hereinbrach, flanierten die Menschen bis tief in die laue Sommernacht hinein unter den Lichtern der Promenade – ein rundum gelungener Festtag, der trotz der fehlenden Action auf dem Wasser gezeigt hat, wie sehr die Wiesbadener ihr maritimes Herzstück lieben.