Christopher Street Day in Wiesbaden am Samstag, 30. Mai 2026
Lautstark, bunt und absolut entschlossen: Bei schwülwarmen Temperaturen hat die queere Community am Samstag den Christopher Street Day (CSD) in der Wiesbadener Innenstadt gefeiert. Unter dem kraftvollen Motto „Kein Schritt zurück“ setzten tausende Teilnehmer in der Landeshauptstadt ein unübersehbares Zeichen für Vielfalt, Akzeptanz und Gleichberechtigung. Ein riesiges, wogendes Meer aus Regenbogenfahnen, bunten Outfits und glücklichen Gesichtern prägte das Stadtbild. Menschen unterschiedlichster Herkunft, Identitäten und Lebensweisen kamen zusammen, um gemeinsam das Leben zu feiern und gleichzeitig politische Kante zu zeigen. Besonders beeindruckend und das unbestrittene Fotomotiv des Tages war eine gigantische Regenbogenfahne, die von den Teilnehmern auf den Stufen des Wiesbadener Rathauses ausgerollt wurde. Das riesige Symbol für Toleranz und Offenheit fügte sich perfekt in die Kulisse ein – nur wenige Meter entfernt von der am Vortag frisch angelegten, blühenden Regenbogen-Staudenfläche des Grünflächenamtes. Doch neben aller Partystimmung und ausgelassenen „Happy Pride!“-Rufen, die immer wieder lautstark über den Marktplatz hallten, kam der ernste Kern der Veranstaltung zu keinem Zeitpunkt zu kurz. In leidenschaftlichen Redebeiträgen wurde das diesjährige Motto „Kein Schritt zurück“ immer wieder wie ein Mantra betont. Die Redner machten unmissverständlich deutlich, dass die mühsam erkämpften Rechte der queeren Community in Zeiten spürbarer gesellschaftlicher Rollbacks verteidigt werden müssen und man keinen Millimeter weichen wird. Auch vonseiten der Stadtpolitik gab es maximale Rückendeckung. Wiesbadens Bürgermeisterin Christiane Hinninger fand auf der Bühne klare und emotionale Worte für die Anwesenden: „Der blühende Regenbogen steht dafür, dass wir in Wiesbaden unsere Vielfalt wertschätzen und für gegenseitigen Respekt und Akzeptanz stehen“, so die Rathaus-Chefin. Sie betonte unter dem Applaus der Menge, dass in einer modernen Landeshauptstadt wie Wiesbaden schlichtweg niemand Angst davor haben dürfe, so zu leben und zu lieben, wie er oder sie ist. Nach einer ersten vorläufigen Schätzung nahmen zwischen 3.000 bis 4.000 Menschen an der Parade teil.