Prozess vor Landgericht

Rolle als „spiritueller Coach“ ausgenutzt: Anklage wegen schweren sexuellen Kindesmissbrauchs in Wiesbaden

Erschütternde Vorwürfe vor dem Landgericht Wiesbaden. Die Staatsanwaltschaft hat Anklage gegen einen 64-jährigen Mann erhoben, der über Jahre hinweg zwei minderjährige Mädchen schwer sexuell missbraucht haben soll. Seine Funktion als „spiritueller Coach“ nutzte der Beschuldigte mutmaßlich gezielt aus, um Nähe zu Kindern aufzubauen. Im Sommer klickten bei einem Seminar in Wiesbaden die Handschellen. Nun hat das Landgericht das Hauptverfahren eröffnet – der Prozess beginnt im Januar 2027. Alle Hintergründe in unserem Artikel.

Von: |Erschienen am: 4. November 2026 13:50|

Symbolfoto: Canva

Es sind schwerwiegende Anschuldigungen, mit denen sich die Justiz in der hessischen Landeshauptstadt befassen muss:. Die Staatsanwaltschaft Wiesbaden hat gegen einen 64-jährigen Mann Anklage vor dem Landgericht erhoben. Dem Angeschuldigten werden mehrere Sexualstraftaten zum Nachteil zweier Mädchen vorgeworfen, die zum Tatzeitpunkt noch Kinder waren.

Wie die Staatsanwaltschaft Wiesbaden und das Polizeipräsidium Westhessen in einer gemeinsamen Erklärung am Mittwoch, 4. November, mitteilen, umfasst die Anklageschrift insgesamt 19 Fälle sexueller Handlungen, die sich über einen Zeitraum von acht Jahren zwischen 2015 und 2023 ereignet haben sollen.

In 17 Fällen Vorwurf des schweren sexuellen Missbrauchs

Besonders schwer wiegt der Vorwurf bei 17 der angeklagten Taten. Hierbei soll es sich nach juristischer Einstufung um schweren sexuellen Missbrauch von Kindern handeln.

Die beiden geschädigten Mädchen waren zu Beginn des Tatzeitraums im Jahr 2015 erst neun beziehungsweise elf Jahre alt. Die Übergriffe sollen sich laut Anklage über Jahre hinweg fortgesetzt haben.

Festnahme bei Seminar in Wiesbaden

Nach den Erkenntnissen der Ermittler soll der 64 Jahre alte Beschuldigte seine berufliche Tätigkeit gezielt als Deckmantel und Zugangsweg genutzt haben. Im Rahmen seines Auftretens als spiritueller Coach suchte er offenbar regelmäßig Kontakt zu den beiden betroffenen Mädchen sowie zu weiteren minderjährigen Kindern.

Die Ermittlungsbehörden griffen schließlich im Frühsommer zu. Im Juni 2026 wurde der Mann im Rahmen eines von ihm selbst organisierten Seminars direkt in Wiesbaden festgenommen.

Prozessauftakt im Januar

Das Landgericht Wiesbaden hat die Anklage der Staatsanwaltschaft inzwischen zur Hauptverhandlung zugelassen und das Verfahren offiziell eröffnet. Nach derzeitigem Stand soll der Prozess gegen den 64-Jährigen im Januar 2027 beginnen.

Weitere Details zum genauen Tathergang, zu den Orten oder den persönlichen Verhältnissen der Opfer und des Beschuldigten gaben die Behörden nicht bekannt: Zum Schutz der beiden betroffenen Mädchen und zur Wahrung ihrer Persönlichkeitsrechte können derzeit keine weitergehenden Auskünfte erteilt werden, erklärte ein Sprecher der Polizei.

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