Erinnerung / Mahnung
Gegen das Vergessen: Gedenkveranstaltung am Michelsberg erinnert an die Novemberpogrome 1938
Ein Mahnmal gegen das Vergessen und für die Menschlichkeit. Am Montag, 9. November, jährt sich die Zerstörung der Großen Synagoge am Michelsberg zum 88. Mal. Die Landeshauptstadt Wiesbaden lädt gemeinsam mit der Jüdischen Gemeinde und der Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit zu einer zentralen Gedenkstunde ein. Neben einer Ansprache von Stadtverordnetenvorsteher Dr. Gerhard Obermayr gestalten Schülerinnen und Schüler das Gedenkprogramm mit historischen Beiträgen und dem Entzünden von sechs Kerzen für die Opfer der Schoah.
Archivfotos
Es ist ein Tag des Innehaltens, der Trauer und der unmissverständlichen Mahnung. Am Montag, 9. November, jähren sich die nationalsozialistischen Pogrome von 1938 zum 88. Mal. Auch in Wiesbaden markierte dieses Datum die systematische Vernichtung jüdischen Lebens: In der Nacht vom 9. auf den 10. November 1938 wurde die prachtvolle Große Synagoge am Michelsberg von NS-Horden geschändet, in Brand gesteckt und zerstört.
Um an die Schrecken der Pogromnacht und das Schicksal der ermordeten Wiesbadener Jüdinnen und Juden zu erinnern, laden die Landeshauptstadt Wiesbaden, die Jüdische Gemeinde Wiesbaden sowie die Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit Wiesbaden die gesamte Bevölkerung zu einer gemeinsamen Gedenkstunde ein.
Die Veranstaltung beginnt um 19:00 Uhr direkt an der Gedenkstätte für die ermordeten Wiesbadener Juden am Standort der ehemaligen Synagoge am Michelsberg.
Ansprache und Beiträge von Jugendlichen
Die offizielle Ansprache für die Landeshauptstadt Wiesbaden hält Stadtverordnetenvorsteher Dr. Gerhard Obermayr.
Einen zentralen Schwerpunkt der Gedenkfeier bildet das Engagement der jüngeren Generation, die die Erinnerungskultur lebendig hält.
-
Historische Sequenzen zum 9. November 1938: Unter dem Leitgedanken „Wir erinnern an …“ tragen Schülerinnen und Schüler des Leistungskurses Geschichte (Q3) der Carl-von-Ossietzky-Schule unter der Leitung von Studiendirektor Nils Kohlhaas eigene Texte und Recherchen vor.
-
Mut in dunkler Zeit: Schülerinnen und Schüler des schulübergreifenden Oberstufenkurses „Jüdische Religion“ sowie Jugendliche des Jugendzentrums „Oz“ der Jüdischen Gemeinde stellen die bewegende Geschichte von Ruth und Jonas Tiefenbrunner und deren mutige Rettung jüdischer Kinder vor.
-
Sechs Gedenkkerzen für die Schoah: Im Anschluss an diesen Beitrag entzünden die Jugendlichen symbolisch sechs Kerzen im Gedenken an die sechs Millionen ermordeten jüdischen Menschen.
Religiöses Gedenken und Gebete
Den feierlichen und traditionsreichen religiösen Rahmen gestalten Vertreter der Jüdischen Gemeinde Wiesbaden. Dr. Martin Pam trägt den Psalm 23 vor. Dr. Jacob Gutmark spricht das traditionelle jüdische Totengebet, das Kaddisch. Zum Abschluss intoniert Dr. Martin Pam das Gebet „El Male Rachamim“ (Gott voller Erbarmen).
Alle Wiesbadenerinnen und Wiesbadener sind herzlich eingeladen, durch ihre Anwesenheit am Michelsberg ein klares Zeichen gegen Antisemitismus, Hass und das Vergessen zu setzen.
Mehr aktuelle Nachrichten aus Wiesbaden, zur Erinnerungskultur und Termine des städtischen Lebens finden Sie täglich in unseren Rubriken auf wiesbadenaktuell.de.
P.S.: Sind Sie bei Facebook? Dann werden Sie Fan von Wiesbadenaktuell.de und folgen Sie uns auch auf Instagram sowie auf Threads!
InfoBox
Die Gedenkveranstaltung im Überblick:
-
Ereignis: Gedenkstunde zur Erinnerung an die Novemberpogrome 1938 und die Zerstörung der Großen Synagoge
-
Datum & Uhrzeit: Montag, 9. November 2026, Beginn um 19:00 Uhr
-
Ort: Gedenkstätte für die ermordeten Wiesbadener Juden (ehemaliger Standort der Synagoge), Am Michelsberg, 65183 Wiesbaden
-
Veranstalter: Landeshauptstadt Wiesbaden, Jüdische Gemeinde Wiesbaden, Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit Wiesbaden
-
Mitwirkende: Stadtverordnetenvorsteher Dr. Gerhard Obermayr, Schüler der Carl-von-Ossietzky-Schule, Oberstufenkurs „Jüdische Religion“, Jugendzentrum „Oz“, Dr. Martin Pam, Dr. Jacob Gutmark
-
Teilnahme: Öffentlich für alle Bürgerinnen und Bürger


