Aktion Schutzschild
Starker Kinderschutz im Vereinssport: Polizei schult Trainer und Verantwortliche
Hinschauen, zuhören und beherzt handeln: Sport- und Freizeitvereine sind für den Nachwuchs wichtige Orte der Gemeinschaft und des Vertrauens. Damit Kinder dort bestmöglich geschützt sind, lud das Polizeipräsidium Westhessen in Wiesbaden am Donnerstag zur Präventionsveranstaltung „Aktion Schutzschild“ ein. Unter dem Leitsatz „Abpfiff, kein Spielraum für Missbrauch“ vermittelten Fachleute aus Polizei, Sportjugend und Traumatherapie Trainerinnen, Trainern und Vereinsverantwortlichen essenzielle Handlungssicherheit im Umgang mit Grenzverletzungen und Verdachtsfällen.
Foto: Polizeipräsidium Westhessen
Sportvereine und Jugendgruppen bilden das Herzstück einer lebendigen Gemeinschaft. Doch überall dort, wo Vertrauen und Nähe entstehen, braucht es auch wache Augen und klare Strukturen: Unter dem Motto „Abpfiff, kein Spielraum für Missbrauch“ fand am Donnerstag, 22. Oktober, im Polizeipräsidium Westhessen am Konrad-Adenauer-Ring in Wiesbaden die Präventionsveranstaltung „Aktion Schutzschild“ statt.
Organisiert von der Präventionsabteilung des Präsidiums, richtete sich der Fachtag gezielt an Vereinsverantwortliche, Übungsleitende, Trainerinnen und Trainer sowie ehrenamtlich Engagierte, die im Alltag engen Kontakt zu Kindern und Jugendlichen pflegen.
„Prävention beginnt mit Mut und klaren Regeln“
Ziel der Initiative ist es, Vereinsaktiven fundierte Handlungssicherheit zu vermitteln, Warnsignale frühzeitig zu erkennen und bestehende Beratungsnetzwerke engmaschig zu verknüpfen.
Polizeipräsident Björn Gutzeit unterstrich die Dringlichkeit der Aufklärungsarbeit: „Der Schutz von Kindern und Jugendlichen ist nicht verhandelbar. Mit unserer Aktion wollen wir die wichtige Arbeit in den Vereinen unterstützen und diese darin stärken, ihre Verantwortung in diesem Bereich noch wirkungsvoller wahrnehmen zu können. Denn Kinder müssen sich überall dort sicher fühlen können, wo sie ihre Freizeit verbringen oder gemeinsam Sport treiben. Prävention beginnt mit Aufmerksamkeit, klaren Regeln und dem Mut, auch bei ersten Anzeichen nicht wegzusehen. Dazu braucht es eine klare Haltung, Wissen und verlässliche Strukturen. Gemeinsam mit den Vereinen wollen wir so dafür sorgen, dass Kinderschutz überall selbstverständlich ist und bleibt.“
Breites Bündnis aus Polizei, Sportjugend und Fachberatung
Um das komplexe Thema ganzheitlich zu beleuchten, brachten Experten aus unterschiedlichen Disziplinen ihre Expertise ein: Polizeioberkommissar Leopold Klemm, Jugendkoordinator der Polizeidirektion Hochtaunus, beleuchtete die polizeilichen Abläufe bei Verdachtsfällen.
Doreen Buse von der Sportjugend Hessen zeigte konkrete Präventionskonzepte für den Trainings- und Spielbetrieb auf. Rosina Zekarias vom Institut für Traumabearbeitung und Weiterbildung Frankfurt am Main gab wertvolle Einblicke in psychologische Aspekte und professionelle Interventionswege.
Musikalisch und inhaltlich begleitet wurde der Tag von Pascal Blenke, dem musikalischen Botschafter des Deutschen Präventionstages.
Neben Vorträgen stand vor allem der direkte Austausch im Fokus: Teilnehmerinnen und Teilnehmer nutzten die Gelegenheit, konkrete Praxisfragen zu diskutieren, Hemmschwellen abzubauen und direkte Kontakte zu Ansprechpartnern der Polizei und Fachberatungsstellen zu knüpfen.
Teil der Kampagne „Brich Dein Schweigen“
Die „Aktion Schutzschild“ ist unter der Teilmarke „Gemeinsam sicher für Kinder und Jugendliche“ ein elementarer Baustein der hessenweiten Kampagne „Brich Dein Schweigen“, die von der Hessischen Polizei gemeinsam mit dem Netzwerk gegen Gewalt getragen wird.
Die Initiative zielt darauf ab, das gesellschaftliche Bewusstsein für sexualisierte Gewalt zu schärfen, Betroffene zu ermutigen und dem Umfeld das nötige Werkzeug an die Hand zu geben, um bei Auffälligkeiten nicht zu schweigen, sondern frühzeitig professionelle Hilfe hinzuzuziehen.
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