Neubau / Fotostrecke

Meilenstein für Wiesbadens Sportwelt: Richtfest am Sportpark Rheinhöhe gefeiert

Am Dienstag feierten die Landeshauptstadt Wiesbaden das feierliche Richtfest für den neuen Sportpark Rheinhöhe am Konrad-Adenauer-Ring. Wo künftig ein hochmodernes Hallenbad mit 50-Meter-Becken, eine wetterfeste Eishalle sowie eine Saunalandschaft entstehen, liegt das 153-Millionen-Euro-Projekt voll im Kostenrahmen. Oberbürgermeister Gert-Uwe Mende betonte die Bedeutung für die kommunale Daseinsvorsorge, während Zimmermann Daniel Duch das Glas zerschellen ließ. Alle Stimmen und Details im großen Überblick.

Von: |Erschienen am: 20. Oktober 2026 16:07|

Fotos: Daniel Becker

Der Bau des derzeit anspruchsvollsten Großprojekts der hessischen Landeshauptstadt schreitet mit großen Schritten voran. Am Dienstag, 20. Oktober, feierten die Stadt Wiesbaden, der städtische Bäderbetrieb mattiaqua und die SEG Stadtentwicklungsgesellschaft Wiesbaden mbH gemeinsam mit den beteiligten Bauleuten und Planern das Richtfest für den neuen Sportpark Rheinhöhe am Konrad-Adenauer-Ring.

Nach Abschluss der Rohbauarbeiten und einer sich anschließenden Phase der technischen Inbetriebnahme soll der neue Sport- und Freizeitkomplex bis Ende 2028 feierlich seine Pforten öffnen. Trotz der baukonjunkturellen Herausforderungen der vergangenen Jahre bewegen sich die Gesamtkosten des Vorhabens mit 153 Millionen Euro (netto) weiterhin verlässlich im geplanten Budgetrahmen.

 „Daseinsvorsorge ist Pflicht – kein Nice-to-have“

Wiesbadens Oberbürgermeister Gert-Uwe Mende (SPD) stellte den Respekt vor der handwerklichen Arbeit ganz an den Anfang seiner Ansprache: „Der erste Gruß gilt ganz ausdrücklich allen Handwerkerinnen und Handwerkern, allen Leuten vom Bau, allen, die dazu beitragen, dass wir einen solchen Baufortschritt heute hier feiern können mit dem traditionellen Richtfest.“

Zugleich hob das Stadtoberhaupt den immensen Stellenwert des Neubaus für die Bevölkerung hervor, der künftig das in die Jahre gekommene Freizeitbad an der Mainzer Straße und die Henkell-Kunsteisbahn vollwertig ersetzt. „Mit dem Richtfest wird sichtbar, worauf sich die Wiesbadenerinnen und Wiesbadener freuen können: auf einen Sportpark, der Raum für Bewegung, Begegnung und Erholung schafft. Hier investieren wir in die Lebensqualität unserer Stadt und in Angebote, von denen Schulen, Vereine und Familien langfristig profitieren. Schwimmbäder sind Teil der Daseinsvorsorge – das ist keine politische Kür, sondern Pflicht. Wiesbaden braucht diesen Sportpark, die Wiesbadenerinnen und Wiesbadener warten ganz besonders darauf. Wir brauchen einen Ort, an dem Kinder schwimmen lernen, an dem Familien ihre Freizeit verbringen und Vereine trainieren können“, so Mende am Dienstagmittag.

Auch zum Zeit- und Kostenplan fand der Oberbürgermeister klare Worte: „Dass wir heute Richtfest feiern können und uns weiterhin innerhalb des vorgesehenen Kostenrahmens bewegen, ist ein wichtiges Zeichen dafür, dass die Zusammenarbeit gut funktioniert. Nicht ganz im vorgegebenen Zeitrahmen sind wir leider beim Bauablauf, aber wir bemühen uns, möglichst dicht dranzubleiben – und wir wollen im Jahr 2028 dieses wunderbare Bad feierlich eröffnen.“

Baukultur, Holztragwerk und Nachhaltigkeit

Der Sportparks Rheinhöhe basiert auf eine zukunftsweisendes ökologisches Konzeption. Das Projekt zeige exemplarisch, wie die Stadtentwicklung Wiesbadens künftig aussehen solle: durch attraktive öffentliche Angebote kombiniert mit einer Architektur, die Verantwortung für Umwelt und Stadtbild übernehme. Dabei fügten sich die Baukörper nicht nur harmonisch in ihr Umfeld ein, sondern folgten einem durchgehend nachhaltigen Ansatz. Dieser reiche von der intelligenten Tageslichtnutzung über energieeffiziente Anlagentechnik bis hin zur naturnahen Gestaltung der Außenbereiche, wodurch ein Ort entstehe, an dem ökologisches Bauen und Lebensqualität direkt miteinander verschmelzen.

Dies unterstrich auch Oberbürgermeister Mende, der auf die architektonischen Finessen verwies: „Hier entsteht ein Gebäude, das Funktionalität und anspruchsvolle Architektur mit einem klaren Anspruch an Nachhaltigkeit verbindet. Ein Tragwerk aus regionalem Holz, Photovoltaik, begrünte Dachflächen und ein durchdachtes Energiekonzept zeigen: Wir wollen nicht nur heute bauen, sondern Verantwortung für morgen übernehmen.“

Für die SEG, die als Generalübernehmerin die Fäden der Gesamtsteuerung in der Hand hält, zog Geschäftsführerin Prof. Dr. Ute Knittenberger eine Zwischenbilanz und dankte den Einsatzkräften vor Ort: „Gutes entsteht am besten zusammen, und die gemeinsame Kooperation im Stadtverbund macht Wiesbaden besonders leistungsfähig in der Bereitstellung von Infrastrukturen für unsere städtische Gemeinschaft. Was über Jahre geplant und vorbereitet wurde, nimmt jetzt Gestalt an. Diese markante Dachlandschaft, das Tragwerk, das Energiekonzept und die 15.000 Quadratmeter begrünte Dachflächen zeigen unseren Anspruch: Wir wollen nicht nur funktional, sondern verantwortungsvoll und zukunftsfähig bauen. Zudem sehen wir Baukultur als eine zentrale Aufgabe der öffentlichen Hand an.“

An die Handwerkerschaft gewandt betonte Knittenberger: „Liebe Handwerkerinnen und Handwerker, sie machen aus Zeichnungen Wirklichkeit. Sie arbeiten hier bei Wind und Wetter mit schwerem Gerät, mit Erfahrung, Präzision und handwerklichem Können. Ohne sie könnten wir heute kein Richtfest feiern.“

„Schwimmenlernen ist ein Must-have“

Wiesbadens Sportdezernentin Daniela Georgi (CDU) richtete das Augenmerk gezielt auf den Breiten-, Schul- und Leistungssport: „Für mich als Sportdezernentin liegt der Fokus naturgemäß auf denen, für die wir diese Anlage bauen: den aktiv Sporttreibenden. Wir feiern Richtfest für ein Projekt, das weit mehr ist als eine bauliche Investition – es ist eine Investition in Gesundheit, in Bewegung, in Gemeinschaft und vor allem in die Zukunft für den Sport in unserer Stadt.“

Mit Blick auf das lebensrettende Element und den Eissport führte Georgi aus, „das Schwimmenlernen ist eine lebensnotwendige Voraussetzung, es ist kein Nice-to-have, es ist ein Must-have. Aber auch die neue Eisbahn eröffnet vielfältige Möglichkeiten: Sie wird Trainings- und Wettkampfstätte, Raum für den Breitensport, aber eben auch Treffpunkt für Menschen aller Generationen. Und besonders die Überdachung bedeutet einen wesentlichen Fortschritt im Vergleich zur bisherigen Trainingsfläche: Sie macht den Eislauf wetterunabhängig und ermöglicht verlässlichere und längere Eislaufzeiten.“

Außerhalb der winterlichen Eissaison soll die überdachte Halle zudem flexibel für Rollsportarten genutzt werden können.

 „Das Eis ist schon da“

Als künftiger Betreiber blickt der Eigenbetrieb mattiaqua mit Vorfreude auf das Ensemble, in dem auch die neue Unternehmenszentrale ihren Platz finden wird. Betriebsleiter Thomas Baum erinnerte an die Anfänge: „Wenn man mir vor zehn Jahren gesagt hätte, als wir das Projekt gestartet haben, dass wir 2026 hier gemeinsam stehen und das Richtfest für ein 150-Millionen-Projekt begehen, dann hätte ich sicherlich ungläubig mit dem Kopf geschüttelt. Aber die entscheidende Frage ist nicht allein, was dieser Sportpark kostet – entscheidend ist, was er den Menschen in Wiesbaden zukünftig bringt.“

Detailliert erläuterte Baum die Wasser- und Eiswelten: „Wir werden hier im Sportpark ein Schwimmbad mit einem wettkampfgerechten Sportschwimmbecken von 50 mal 25 Metern vorfinden – mit der Möglichkeit, auf Kurz- und Langbahn zu schwimmen –, dazu ein wettkampfgerechtes Eisfeld von 30 mal 60 Metern und beide Anlagen mit jeweils 200 Zuschauerplätzen. Ganz besonders liegt uns jedoch am Herzen, unsere Allerkleinsten an das Medium Wasser gewöhnen zu können. Deshalb verfügt das Bad über ein Lehrschwimmbecken mit Hubboden, einen Nichtschwimmerbereich mit Strömungskanal und Massagedüsen, einen Planschbereich und für die ganz Mutigen auch über zwei Action-Rutschen.“

Zur ganzjährigen Verlässlichkeit der Eishalle ergänzte Baum mit einem Augenzwinkern: „Ab 2028 werden wir endlich witterungsunabhängige Angebote schaffen. Denn während man anderenorts noch hofft, dass der Winter kalt genug wird, werden wir in Wiesbaden ganz entspannt sagen können: Das Eis ist schon da“, so Baum abschließend.

Ergänzt wird der Komplex durch eine Saunalandschaft mit drei Saunen, Dampfbad, Whirlpool, Außenbecken und Saunagarten sowie ein zentrales, verbindendes Eingangsfoyer.

Zimmermannsspruch – Segen, Reime und zerschelltes Glas

Den traditionellen Höhepunkt der Feierlichkeiten bildete der Richtspruch aus luftiger Höhe. Zimmermann Daniel Duch sprach in Versform zu den Gästen:

„Hier stehen wir nun, es ist vollbracht, wir haben geschuftet bei Tag und bei Nacht. Mit Schweiß auf der Stirn, mit Kraft in den Armen, entstand hier ein Bauwerk mit echtem Charme. Das Familienbad, das schon fertig ist, da planschen bald Groß und Klein ganz beherzt. Das Sportbad hingegen, das steht erst zur Hälft‘, doch auch hier beweisen wir Können und Kräfte. Und dann die Fachwerkträger, gewaltig und lang, bis 42 Meter – da wurde man bang! Was andere kaum glauben, das schaffen wir schon: mit schwerem Gerät und viel Präzision.“

Mit dem traditionsgemäßen Zerschellen des Glases auf dem Betonboden war der symbolische Meilenstein besiegelt – nun beginnen die umfangreichen Gewerke des Innenausbaus und der Haustechnik.

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Eine Fotostrecke zu dem Richtfest sowie ein Eindrücke von dem Neubau gibt es unter: 


InfoBox

Der Sportpark Rheinhöhe im kompakten Überblick:

  • Projekt: Neubau Sportpark Rheinhöhe (Kombibad, überdachte Eishalle, Saunalandschaft, mattiaqua-Zentrale)

  • Standort: Konrad-Adenauer-Ring 57, Wiesbaden-Südost.

  • Kostenrahmen: rund 153 Millionen Euro netto (voll im Budget)

  • Beteiligte: Landeshauptstadt Wiesbaden, SEG Wiesbaden mbH (Generalübernehmer), mattiaqua (Betreiber & Bauherr)

  • Ausstattung Schwimmen: 50 x 25 m Sportbecken (Kurz-/Langbahn, 200 Tribünenplätze), Lehrschwimmbecken mit variabler Wassertiefe (Hubboden), Nichtschwimmerbereich mit Strömungskanal, Kleinkinderplanschbecken, 2 Action-Rutschen

  • Ausstattung Eis & Wellness: 30 x 60 m überdachtes Eisfeld (200 Plätze, im Sommer Rollsport), Saunawelt mit 3 Saunen, Dampfbad, Whirlpool, Außenpool und Saunagarten

  • Nachhaltigkeit: Weitgespannte Holzfachwerkträger (bis 42 m), 15.000 m² Gründächer, Photovoltaikanlagen, Tageslichtnutzung

  • Eröffnung: Ende 2028.

  • Infos: www.sportpark-rheinhoehe.de