Krisenvorsorge

Vorräte für 10 Tage und Notfallbeutel: Hessen ruft zum Internationalen Tag der Katastrophenvorbeugung auf

Extremwetter, großflächige Stromausfälle oder Cyberangriffe: Die Liste potenzieller Krisenszenarien ist in den vergangenen Jahren spürbar gewachsen. Anlässlich des Internationalen Tages der Katastrophenvorbeugung appelliert Hessens Heimatschutzminister Roman Poseck eindringlich an die Eigenverantwortung der Bevölkerung. Wer zu Hause für zehn Tage vorsorgt, schützt sich selbst und entlastet die Einsatzkräfte. Gleichzeitig investiert das Land massiv in Notstrom, mobile Großaggregate und ein Netz aus über 4.000 Sirenen.

Von: |Erschienen am: 13. Oktober 2026 17:05|

Symbolfoto: Canva

Ob sintflutartige Starkregenfälle, langanhaltende Hitzewellen, Waldbrände oder Sabotageakte an kritischen Infrastrukturen. Krisen kündigen sich selten mit langem Vorlauf an. Zum Internationalen Tag der Katastrophenvorbeugung, den die Vereinten Nationen 2009 ins Leben gerufen haben, ruft Hessens Heimatschutzminister Roman Poseck die Bürgerinnen und Bürger dazu auf, die persönliche Krisenvorsorge im eigenen Haushalt ernst zu nehmen und zu überprüfen.

„Vorsorge ist keine Panikmache, sondern Verantwortung für sich selbst und für andere. Der beste Zeitpunkt dafür ist immer vor der Krise. Die aktuelle Sicherheitslage erfordert von uns allen konsequente Vorbereitung auf Krisenereignisse“, betont Minister Poseck.

Resilienz beginnt im Vorratsschrank

Gut fünf Wochen nach der hessenweiten Resilienzwoche im September knüpft das Innenministerium an seine Aufklärungskampagne an. Die zentrale Botschaft: Ein gut vorbereiteter Haushalt bleibt im Ernstfall handlungsfähig.

Wer über einen Zehn-Tage-Vorrat an haltbaren Lebensmitteln und Trinkwasser, eine geordnete Hausapotheke sowie ein batteriebetriebenes Radio verfügt, kann sich und seine Familie eigenständig versorgen. Dies verschafft den Blaulicht- und Rettungskräften entscheidende Freiräume, um sich gezielt um hilfsbedürftige und verletzte Menschen zu kümmern.

Investitionsoffensive – Über 100 Millionen Euro für den Katastrophenschutz

Auch auf Landesebene wurden die Schutzmechanismen deutlich hochgefahren. Seit 2008 hat Hessen mehr als 100 Millionen Euro in die Ausrüstung investiert: Die Zahl der landeseigenen Katastrophenschutzfahrzeuge verdreifachte sich von unter 300 auf rund 900 Einheiten.

Besonderes Augenmerk liegt auf dem Szenario eines großflächigen Blackouts:

  • Mobile Großstromaggregate: Jeder Landkreis und jede kreisfreie Stadt – darunter auch Wiesbaden – verfügt über leistungsstarke Großaggregate zur Absicherung kritischer Infrastrukturen (KRITIS) sowie kleinere mobile Einheiten für den Einsatzbetrieb.

  • Notstrom für Feuerwehren: Das Land fördert gezielt die Notstromertüchtigung örtlicher Feuerwehrstützpunkte.

  • Warnung der Bevölkerung: Über 4.000 Sirenen sind landesweit bereits aktiv gemeldet; ergänzt durch Warn-Apps wie NINA und Cell Broadcast.

  • Sicherheitsrat & Runder Tisch: Ein ressortübergreifender Resilienzrat sowie ein Runder Tisch mit Betreibern kritischer Infrastrukturen stimmen Abwehrmaßnahmen gegen Sabotage und Cyberattacken ab.

„KOMPASS Resilienz“ – Kommunen machen sich krisenfest

Um auch Städte und Landkreise systematisch zu wappnen, startete im Frühjahr das Programm „KOMPASS Resilienz“. Bereits 29 Kommunen nehmen teil, ernennen eigene Resilienzbeauftragte, führen Stabsübungen durch und optimieren ihre Notfallpläne. Erfolgreiche Teilnehmer werden mit dem offiziellen „Resilienz-Siegel“ ausgezeichnet. Interessierte Kommunen können sich unter resilienz-siegel@innen.hessen.de bewerben.

Checkliste – So gelingt die private Notfallvorsorge

Das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) empfiehlt für jeden Haushalt folgende Grundausstattung:

  • Trinkwasser: Rund 2 Liter pro Person und Tag (ca. 20 Liter für zehn Tage)

  • Nahrung: Haltbare, energiereiche Lebensmittel, die auch kalt verzehrt oder ohne Strom zubereitet werden können (Konserven, Nüsse, Trockenfrüchte, Zwieback)

  • Hausapotheke: Wichtige persönliche Dauermedikation, Verbandsmaterial, Schmerzmittel, Desinfektion

  • Information & Licht: Taschenlampe, batterie- oder kurbelbetriebenes Radio, Reservebatterien, vollgeladene Powerbanks

  • Dokumententasche: Ein griffbereiter Notfallbeutel mit Ausweisen, Geburtsurkunden, Verträgen (im Original oder auf USB-Stick) und etwas Bargeld

  • Warn-Apps: NINA oder hessenWARN auf dem Smartphone installieren

Der ausführliche und kostenlose Ratgeber „Vorsorgen für Krisen und Katastrophen“ inklusive Checkliste steht unter www.bbk.bund.de/ratgeber zum Abruf bereit.

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