Photovoltaik
Solarstrom vom eigenen Dach: 32 GWW-Haushalte im Kärntnerviertel sparen 20 Prozent Stromkosten
Die Energiewende kommt direkt auf den Dächern von Wiesbadens Mietwohnungen an. Im Kärntnerviertel versorgt eine neue Photovoltaikanlage seit Kurzem 32 Wohneinheiten der städtischen Wohnungsbaugesellschaft GWW mit sauberem Sonnenstrom. Dank einer cleveren Kooperation mit den Stadtwerken Wiesbaden und dem Mieterstrom-Spezialisten metergrid sparen die teilnehmenden Mieter rund 20 Prozent gegenüber der Grundversorgung – ganz ohne eigene Investitionskosten. Das Projekt gilt als zukunftsweisendes Modell für viele weitere Stadtquartiere.
Foto: GGW
Mehr als die Hälfte der Menschen in Deutschland lebt zur Miete im Mehrfamilienhaus – doch gerade dort gestaltete sich die Nutzung von Photovoltaik bislang bürokratisch und kompliziert. Dass es auch anders geht, beweist ein neues wegweisendes Pilotprojekt im Biebrich Kärntnerviertel. Im vierten Bauabschnitt des Quartiers fließt seit Kurzem lokal erzeugter Sonnenstrom direkt vom Hausdach in die Steckdosen von 32 Wohneinheiten der GWW.
Um das Vorhaben in die Tat umzusetzen, bündelten drei Akteure ihre Kräfte. Das kommunale Wohnungsunternehmen GWW Wiesbaden, die Stadtwerke Wiesbaden als Messstellenbetreiber und das auf Mieterstrom spezialisierte Unternehmen metergrid, das die operative Betreuung von der Mieteransprache bis zur Abrechnung übernommen hat.
Rund 150 Euro Ersparnis im Jahr – ohne Eigeninvestition
Die Fakten der Aufdachanlage können sich sehen lassen. Mit einer Leistung von 47 Kilowatt-Peak (kWp) erzeugt die Anlage pro Jahr rund 42.000 Kilowattstunden umweltfreundlichen Strom.
Für die Mieterinnen und Mieter auf dem Gräselberg lohnt sich die Teilnahme spürbar:
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Günstigerer Tarif: Der Solarstrom liegt rund 20 Prozent unter den Kosten der örtlichen Grundversorgung.
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Spürbare Entlastung: Ein teilnehmender Durchschnittshaushalt spart dadurch etwa 150 Euro im Jahr.
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Kein Aufwand: Für die Bewohner fallen weder Anschaffungs- noch Installationskosten an, die Abrechnung läuft vollautomatisch.
Bereits zum Auftakt machen rund 30 Prozent der Haushalte mit. Da das Interesse kontinuierlich wächst, steigt auch die Wirtschaftlichkeit weiter an. Aktuell liegt der Eigenverbrauchsanteil des erzeugten Stroms bei rund 40 Prozent – Tendenz steigend. Betrieben wird das Modell über die Servicegesellschaft der GWW, wodurch die Wertschöpfung direkt im kommunalen Wohnungsunternehmen bleibt.
Die größte Hürde geknackt – Smart Metering statt Abrechnungschaos
Als größte Hürde bei Mieterstrom-Modellen galt in der Vergangenheit selten die Technik auf dem Dach, sondern die hochkomplexe, bürokratische Messung und Abrechnung.
Im Kärntnerviertel setzten die Partner daher auf ein innovatives virtuelles Summenzählermodell: Intelligente Messsysteme (Smart Meter) lesen die Verbrauchsdaten sekundengenau aus der Ferne aus. metergrid führt diese Daten rechnerisch zusammen und erstellt automatisiert die transparente, EnWG-konforme Abrechnung.
„Unser Ziel ist es, unseren Mieterinnen und Mietern einen einfachen Zugang zu lokal erzeugtem und nachhaltigem Strom zu ermöglichen. Gemeinsam mit metergrid konnten wir ein Mieterstrommodell umsetzen, das die technischen und wirtschaftlichen Anforderungen berücksichtigt und den Bewohnerinnen und Bewohnern eine zusätzliche Versorgungsoption bietet“, erklärt Jürgen Schuld, Leiter Finanzen und Prokurist bei der GWW Wiesbaden.
Auch metergrid-Co-Gründer Julian Schulz zieht ein positives Fazit: „Die gemeinsame Projektarbeit hat gezeigt, dass erfolgreiche Mieterstromprojekte weit mehr brauchen als eine gute technische Idee: Entscheidend sind Umsetzungssicherheit, Datenqualität und enge Abstimmung. Besonders wertvoll war die partnerschaftliche Zusammenarbeit, in der wirtschaftliche Transparenz und technische Machbarkeit konsequent zusammengedacht wurden.“
Blaupause für weitere Quartiere – Fachforum in Frankfurt
Das Projekt im Kärntnerviertel dient als Vorbild für künftige Wohnungsbauprojekte in ganz Wiesbaden: Die GWW und metergrid planen bereits die Ausweitung des Messkonzepts auf weitere Bauabschnitte und Quartiere im Stadtgebiet.
Wer tiefer in die Materie einsteigen möchte: Das Projekt wird am Dienstag, 20. Oktober, beim „Energie-Entscheider-Forum“ im „OutOfOffice“ (Bockenheimer Landstraße 94–96) in Frankfurt der Wohnungswirtschaft präsentiert. Vor Ort stehen Jörn Knögel (GWW) und Julian Schulz (metergrid) Rede und Antwort (Anmeldung unter metergrid.de/event-ffm).
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