Kreislaufwirtschaft

Groß-Allianz auf der Expo Real: Wiesbaden, Frankfurt, Offenbach und Hanau starten Offensive für zirkuläres Bauen

Baustoffe wiederverwerten statt wegwerfen: Auf der internationalen Immobilienmesse Expo Real in München haben die Landeshauptstadt Wiesbaden, Frankfurt, Offenbach und Hanau einen wegweisenden Schulterschluss vollzogen. Gemeinsam mit dem Branchennetzwerk „Circle“ und dem Land Hessen wurde die „Initiative Kreislaufwirtschaft FrankfurtRheinMain“ ins Leben gerufen. Ziel des Bündnisses ist es, die Metropolregion zur europäischen Modellregion für zirkuläres Bauen und ressourcenschonendes Wirtschaften auszubauen.

Von: |Erschienen am: 6. Oktober 2026 15:10|

Fotos: Stadt Wiesbaden

Ob Beton, Ziegel, Stahl oder Dämmung: Der Bau- und Immobiliensektor verschlingt weltweit gewaltige Mengen an Ressourcen. Wie aus Abbruchmaterialien und Bauabfällen wertvolle Baustoffe der Zukunft werden, wollen die vier größten Kommunen der Region künftig gemeinsam vorantreiben. Am Rande der führenden europäischen Immobilienmesse Expo Real in München unterzeichneten die Vertreter von Wiesbaden, Frankfurt, Offenbach und Hanau zusammen mit dem Land Hessen eine gemeinsame Absichtserklärung.

Mit an Bord ist das in Offenbach beheimatete Experten-Netzwerk „Circle – der Ort für zirkuläres Bauen“, dem bereits knapp 100 Partnerunternehmen und Verbände angehören.

Zur Unterzeichnung kamen Staatssekretärin Ines Fröhlich (Hessisches Ministerium für Wirtschaft, Energie, Verkehr, Wohnen und ländlichen Raum), Wiesbadens Oberbürgermeister Gert-Uwe Mende, Frankfurts Bürgermeister Dr. Nils Kößler, Offenbachs Stadtkämmerer Martin Wilhelm, Hanaus Oberbürgermeister Dr. Maximilian Bieri sowie Circle-Gründer Daniel Imhäuser zusammen.

Kurze Wege als strategischer Vorteil der Metropolregion

Die Region FrankfurtRheinMain bringt beste Voraussetzungen mit, um als europäisches Modell für Stoffkreisläufe voranzugehen: Die enorme Siedlungs- und Wirtschaftsdichte sowie die dichte Vernetzung von Industrie, Forschung und Verwaltungen ermöglichen kurze Transportwege und praxisnahe Pilotprojekte.

Zum Start konzentriert sich die Allianz gezielt auf den Bausektor. Im nächsten Schritt soll die Kreislaufwirtschaft auf weitere forschungs- und energieintensive Branchen wie die Chemie- und Pharmaindustrie ausgeweitet werden. „Circle ist heute der Ort für zirkuläres Bauen in Deutschland – getragen von fast 100 Unternehmen und Verbänden. Mit Frankfurt, Wiesbaden, Offenbach und Hanau haben wir jetzt die Chance, FrankfurtRheinMain zur Pilotregion für zirkuläres Bauen in Europa zu machen“, erklärte Circle-Initiator Daniel Imhäuser.

„Wiesbaden ist Industriestandort mit starken Recyclingbetrieben“

Wiesbadens Oberbürgermeister Gert-Uwe Mende hob den konkreten Nutzen für die Landeshauptstadt hervor. Wiesbaden sei weit mehr als eine reine Verwaltungs- und Kurstadt: „Wiesbaden ist ein Industriestandort mit hoher Bautätigkeit, leistungsstarken Recycling- und Industriebetrieben und hat deshalb beste Voraussetzungen, Baustoffe und Abbruchmaterialien konsequent als Rohstoffe der Zukunft zu nutzen. Kreislaufwirtschaft ist für mich ein wichtiger Beitrag zu einer ressourcenschonenden und nachhaltigen Stadtentwicklung und zugleich auch Standort- und Wirtschaftspolitik: Eine Region, die Know-how für zirkuläres Bauen entwickelt, kann neue Märkte erschließen und Arbeitsplätze schaffen.“

Regionale Stimmen aus Frankfurt, Offenbach, Hanau und vom Land

Stadtkämmerer Martin Wilhelm betonte, man wolle durch die Initiative „gemeinsam mit den anderen Städten die Kräfte und das Know-how unserer Standorte zu einer Allianz aus Wirtschaft, Innovation und Praxisexpertise bündeln, um unsere Region zu einer Modellregion für Kreislaufwirtschaft zu transformieren.“ Somit führe Offenbach seinen im Masterplan verankerten Weg weiter voran, dass die Stadt, die Wirtschaftsförderung sowie verschiedenste Akteure aus Politik und Privatwirtschaft gemeinsam an der Entwicklung des Wirtschaftsstandorts arbeiten – nun eben auch zur Etablierung der Kreislaufwirtschaft.

Für den neuen Oberbürgermeister von Hanau, Dr. Maximilian Bieri, „misst sich der Erfolg der ‚Initiative Kreislaufwirtschaft‘ vor allem an konkreten Projekten und funktionierenden regionalen Stoffkreisläufen und nicht an Strategiepapieren“. Er zeigte sich überzeugt, dass die neue Allianz gut zu Hanau passt. Denn Hanau sei ein starker Industrie- und Materialtechnikstandort. „Für uns geht es darum, aus Ressourcen neue Wertschöpfung zu machen und dabei unsere Stärken in Materialtechnik, Industrie und Forschung zusammenzubringen.“

Auch das Land steht hinter der Initiative der vier Städte. Ines Fröhlich bekräftigt, dass das Hessische Ministerium für Wirtschaft, Energie, Verkehr, Wohnen und ländlichen Raum (HMWVW) die Entscheidung von Frankfurt, Wiesbaden, Offenbach und Hanau unterstütze, bei der Kreislaufwirtschaft einen gemeinsamen Weg zu gehen.

Mehr aktuelle Meldungen und und Nachrichten für die Landeshauptstadt finden Sie täglich in unseren verschiedenen Rubrik auf Wiesbadenaktuell.de.

P.S.: Sind Sie bei Facebook? Dann werden Sie Fan von Wiesbadenaktuell.de und folgen Sie uns auch auf Instagram sowie auf Thread!