Infrastruktur / Sprechstunde

Rhein-Main-Link wird konkret: Wo die Erdkabel verlaufen und wie Bürger jetzt mitreden können

Die Planungen für eine der wichtigsten Stromtrassen der Energiewende biegen in die nächste Phase ein. Für den Abschnitt des sogenannten Rhein-Main-Links zwischen Eppstein im Main-Taunus-Kreis und Riedstadt im Kreis Groß-Gerau liegen die detaillierten Planfeststellungsunterlagen ab sofort öffentlich aus. Damit steht der konkrete Trassenvorschlag für die Erdkabelverbindung fest. Die geplante Erdkabeltrasse berührt dabei unmittelbar das Wiesbadener Stadtgebiet und die Region. Bürgerinnen und Bürger haben bis Dezember Zeit, Stellungnahmen bei der Bundesnetzagentur einzureichen. Um offene Fragen direkt zu klären, bietet der Netzbetreiber Amprion im November digitale Einzel-Sprechstunden an.

Von: |Erschienen am: 6. Oktober 2026 13:36|

Foto: Amprion GmbH Frank Peterschröder

Das Megaprojekt „Rhein-Main-Link“ soll künftig gewaltige Mengen an Windstrom von der Nordsee direkt in den energiehungrigen Ballungsraum Rhein-Main transportieren. Für den regionalen Streckenabschnitt zwischen dem Main-Taunus-Kreis und Südhessen wird es nun ernst: Der Übertragungsnetzbetreiber Amprion hat die offiziellen Planfeststellungsunterlagen bei der Bundesnetzagentur eingereicht.

Der Einreichung vorausgegangen waren monatelange Voruntersuchungen. Mit dem vorliegenden Trassenvorschlag liegt nun ein detaillierter Entwurf auf dem Tisch, der metergenau beschreibt, wo und wie die Hochleistungs-Erdkabel zwischen der Stadt Eppstein und der Stadt Riedstadt im Kreis Groß-Gerau im Boden verlegt werden sollen.

Trassenverlauf berührt Wiesbadener Osten und Nachbarorte

Besonders relevant ist die Veröffentlichung für Grundstückseigentümer, Landwirte und Anwohner im Wiesbadener Osten und den angrenzenden Nachbarkommunen. Nach den aktuellen Planungsunterlagen verläuft der Trassenkorridor von Eppstein kommend an mehreren Ortsteilen und Nachbargemeinden vorbei.

 Die Trassenführung tangiert die landwirtschaftlichen Flächen und Gemarkungsgrenzen von Breckenheim, Medenbach und Delkenheim. Auch der unmittelbar an Breckenheim grenzende Main-Taunus-Ort Wallau liegt im Nahbereich des geplanten Leitungsstrangs.

Weiter südlich steuert die Leitungskorridor-Planung in Richtung Rhein-Main-Mündung und passiert den Bereich Kostheim sowie Hochheim auf ihrem Weg über den Main gen Kreis Groß-Gerau und Riedstadt.

Öffentliche Auslegung – Einwände bis Dezember möglich

Mit der Veröffentlichung der Dokumente auf der Website der Bundesnetzagentur hat zeitgleich das formelle gesetzliche Beteiligungsverfahren für die Öffentlichkeit begonnen.

Betroffene Grundstückseigentümer, Anwohner, Kommunen und Umweltverbände haben die Möglichkeit, die umfangreichen Pläne detailliert zu prüfen. Gesetzliche Einwendungen und Stellungnahmen zum vorgeschlagenen Trassenverlauf können bis einschließlich Freitag, 4. Dezember , direkt bei der Bundesnetzagentur eingereicht werden.

Online-Bürgersprechstunden – 15-minütige Einzeltermine mit Experten

Da die technischen und umweltfachlichen Unterlagen hochkomplex sind, bietet Amprion persönliche Beratungstermine im Netz an. An zwei Tagen schaltet der Übertragungsnetzbetreiber digitale Bürgersprechstunden frei:

  • Montag, 2. November 2026 (10:00 bis 18:00 Uhr) – Anmeldeschluss: 1. November

  • Dienstag, 10. November 2026 (10:00 bis 18:00 Uhr) – Anmeldeschluss: 9. November

In jeweils 15-minütigen individuellen Einzelgesprächen beantworten Fachleute von Amprion konkrete Fragen zum Trassenverlauf, zu Abständen, zu Bodenbelastungen oder zum Bauablauf auf einzelnen Grundstücken. Für die Teilnahme an den Videosprechstunden ist eine vorherige Online-Registrierung zwingend erforderlich.

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InfoBox

Die Fakten zum Beteiligungsverfahren im Überblick:

  • Projekt: Rhein-Main-Link (Erdkabel-Gleichstromverbindung)

  • Betroffener Abschnitt: Eppstein (Main-Taunus-Kreis) bis Riedstadt (Kreis Groß-Gerau)

  • Vorhabenträger: Amprion GmbH

  • Zuständige Behörde: Bundesnetzagentur (BNetzA)

  • Frist für Stellungnahmen: Bis Freitag, 4. Dezember 2026

  • Online-Bürgersprechstunden:

    • Mo., 02.11.2026 (10:00 – 18:00 Uhr) – Anmeldung bis 01. November

    • Di., 10.11.2026 (10:00 – 18:00 Uhr) – Anmeldung bis 09. November

  • Einsichtnahme & Anmeldung: Über das Beteiligungsportal der Bundesnetzagentur sowie die Amprion-Projektwebsite