Mobilitätswende
Theodor-Heuss, Kaiser- oder Schiersteiner Brücke? Große Zählung enthüllt, wo Wiesbadens Radler wirklich langfahren
Wie pendelt die Region mit dem Fahrrad über den Rhein? Vier Monate lang standen die Theodor-Heuss-Brücke, die Kaiserbrücke und die Schiersteiner Brücke im Fokus einer beispiellosen Datenerhebung. Mit dem Abschluss des Projekts „Brückenschlag Mainz-Wiesbaden“ liegen nun erstmals exakte Nutzungszahlen und Fahrtrichtungen vor. Die gesammelten Daten bilden das Fundament für die geplante Radschnellverbindung zwischen beiden Landeshauptstädten und sind ab sofort für alle Bürgerinnen und Bürger im städtischen Fahrrad-Dashboard sowie im Digitalen Zwilling einsehbar.
Symbolfoto
Die Überquerung des Rheins ist für Pendlerinnen und Freizeitradelnde zwischen Wiesbaden und Mainz ein zentrales Nadelöhr. Wie viele Menschen steigen tatsächlich aufs Rad, welche Routen bevorzugen sie, zu welchen Uhrzeiten rollt der meiste Verkehr und welche der Rheinquerungen trägt die Hauptlast?
Antworten auf diese Fragen liefert der erfolgreiche Abschluss des Projekts „Brückenschlag Mainz-Wiesbaden“: Vom 31. Mai bis zum 30. September wurden die Radverkehrsströme auf den drei Rheinübergängen erstmals lückenlos erfasst und digital ausgewertet.
Dreiklang der Rheinquerungen im Visier
Untersucht wurden alle drei wesentlichen Flussquerungen der Doppelstadt-Region:
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Theodor-Heuss-Brücke: Die direkte Verbindung zwischen Mainz-Kastel und der Mainzer Innenstadt.
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Kaiserbrücke: Die kombinierte Eisenbahn- und Fuß-/Radwegbrücke weiter stromabwärts.
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Schiersteiner Brücke: Die Autobahnbrücke der A643 mit beidseitig angegliederten Geh- und Radwegen.
Initiiert wurde das wegweisende Vorhaben im Rahmen des „World Design Capital Frankfurt RheinMain 2026“ (WDC) von der Wiesbadener Kreativagentur Scholz & Volkmer mit breiter Unterstützung der Städte Wiesbaden und Mainz. Unter dem internationalen WDC-Leitthema „Design for Democracy. Atmospheres for a better life“ sollte demonstriert werden, wie datengestützte Bürgerbeteiligung eine lebenswerte, nachhaltige Infrastruktur formt.
Smarte Datenerhebung: Zählgeräte kombiniert mit App-Tracking
Um verlässliche Daten zu generieren, setzten die Projektverantwortlichen auf einen zweigleisigen Ansatz aus stationärer Messtechnik und digitaler Schwarmintelligenz:
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Mobile Zählgeräte: Wurden temporär an den Rampen und Wegen der Brücken installiert, um exakte Frequenzen unabhängig von App-Nutzern zu registrieren.
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DB Rad+ App & Brückenschlag-Challenge: Radbegeisterte Bürgerinnen und Bürger trackten ihre Fahrten aktiv. Nach einer vierwöchigen Test- und Vergleichsphase während des diesjährigen Wiesbadener Stadtradelns lief vom 16. August bis 13. September 2026 die offizielle „Brückenschlag-Challenge“, bei der tausende Kilometer erradelt wurden.
„Wertvolle Wissensgrundlage für Mobilität der Zukunft“
Für Maral Koohestanian, Wiesbadens Dezernentin für Smart City, Europa und Ordnung, beweist das Projekt das Potenzial moderner Bürgerbeteiligung: „Das Projekt zeigt, wie Bürgerinnen und Bürger mithilfe digitaler Lösungen aktiv in die Gestaltung ihrer Stadt einbezogen werden können. Durch die Beteiligung der Radfahrenden und die gemeinschaftliche Erhebung von Daten entsteht eine wertvolle Wissensgrundlage, die anschließend wieder der Öffentlichkeit zugänglich gemacht wird. Diese Daten helfen dabei, die Radinfrastruktur in Wiesbaden gezielt weiterzuentwickeln und nachhaltige Entscheidungen für die Mobilität der Zukunft zu treffen.“
Die Daten fließen direkt in die Detailplanung der dauerhaften Radschnellverbindung Wiesbaden–Mainz ein, die in den kommenden Jahren schrittweise realisiert werden soll.
Daten für alle – Fahrrad-Dashboard und 3D-Stadtmodell freigeschaltet
Die Ergebnisse der Zählungen werden nicht hinter verschlossenen Rathaustüren verwahrt, sondern transparent aufbereitet. Interessierte Bürgerinnen, Verkehrsplaner und Datenbegeisterte können die Auswertungen ab sofort interaktiv erkunden:
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Fahrrad-Dashboard Wiesbaden: Grafische Aufbereitung von Nutzungszeiten, Spitzenstunden und Richtungsanalysen unter wiesbaden.de/fahrrad-dashboard.
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Digitaler Zwilling: Dreidimensionale Visualisierung des Projekts im virtuellen 3D-Stadtmodell der Landeshauptstadt unter wiesbaden.virtualcitymap.de.
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